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07.06.2017

11:01 Uhr

Covestro-Ausstieg

Bayer treibt die Trennung voran

Bayer gibt bei der Trennung von der früheren Kunststoffsparte Covestro Gas. Durch den Verkauf von Aktien verringerte der Konzern seinen direkten Anteil auf 44,8 Prozent. Mittelfristig will Bayer komplett aussteigen.

Der Kunststoffspezialist kann weiter auf einen Aufstieg in den Leitindex Dax hoffen. AFP; Files; Francois Guillot

Covestro

Der Kunststoffspezialist kann weiter auf einen Aufstieg in den Leitindex Dax hoffen.

FrankfurtBayer drückt beim Ausstieg bei seiner Kunststofftochter Covestro aufs Tempo. Nachdem der Pharma- und Chemiekonzern bereits im März ein größeres Paket losgeschlagen hatte, trennten sich die Leverkusener nun von weiteren Aktien. Damit verringerte sich der Anteil an Covestro auf 44,8 von zuvor 53,3 Prozent, wie Bayer am Mittwoch mitteilte.

Insgesamt wurden 17,25 Millionen Covestro-Aktien zum Preis von je 62,25 Euro verkauft – 5,7 Prozent weniger als der Xetra-Schlusskurs vom Dienstag. Dadurch fließen Bayer gut 1,07 Milliarden Euro zu, die zur Tilgung von Schulden eingesetzt werden sollen. Durch die geplante Einlage von Anteilen in den Pensionsfonds von Bayer soll sich der Anteil an Covestro um weitere vier Prozentpunkte verringern.

Noch wird Covestro weiter vollständig in der Bilanz der Konzernmutter konsolidiert. Bayer bekräftigte aber, sich mittelfristig vollständig von der Tochter trennen zu wollen. Beim weiteren Ausstieg spielen auch Schuldverschreibungen mit Fälligkeit 2020 von einer Milliarden Euro eine Rolle, die Bayer am Dienstagabend institutionellen Anlegern anbot und die in Covestro-Aktien umgetauscht werden können.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Bayer hat im Fall des Umtauschs das Recht, die Schuldverschreibungen flexibel in Geld, in Covestro-Aktien oder einer Kombination aus beidem zu begleichen. Wenn die komplette Anleihe zum anfänglichen Umtauschpreis – der bei 80,93 Euro festgesetzt wurde – umgewandelt würde, würde sich der Anteil an Covestro nochmals um 6,1 Prozent auf dann 34,7 Prozent verringern, rechnete Analyst Markus Mayer von der Baader Bank vor.

Bayer hatte Covestro im Herbst 2015 an die Börse gebracht und Anfang März den angekündigten Ausstieg mit dem Verkauf eines Aktienpakets für 1,46 Milliarden Euro gestartet. Die Leverkusener hatten weder beim Börsengang selbst Aktien abgegeben noch danach. Nur ein Fünf-Prozent-Paket wurde im April 2016 an den eigenen Pensionsfonds weitergereicht.

Für Covestro verbessern sich mit dem Rückzug von Bayer weiter die Perspektiven auf einen Aufstieg in den Leitindex Dax. Der Konzern ist an der Börse 13,37 Milliarden Euro wert und rangiert derzeit im Nebenwerteindex MDax im oberen Drittel. Am Mittwoch mussten Covestro-Aktien zunächst Federn lassen und fielen nach der Platzierung um rund vier Prozent auf 63,38 Euro.

Von

rtr

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