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26.07.2016

10:43 Uhr

Covestro steigert Gewinn

Bayer-Kunststofftochter setzt sich höhere Ziele

Gute Zahlen bei Covestro: Im zweiten Quartal steigt der bereinigte Betriebsgewinn um fast neun Prozent auf 542 Millionen Euro. Die Bayer-Tochter setzt sich nach diesem Ergebnisanstieg höhere Ziele.

Wieder einmal gute Zahlen in Leverkusen. dpa

Covestro Zentrale in Leverkusen

Wieder einmal gute Zahlen in Leverkusen.

FrankfurtDie Bayer-Kunstofftochter Covestro setzt sich nach einem deutlichen Ergebnisanstieg im zweiten Quartal höhere Ziele. „Wir lasten unsere Anlagen zunehmend besser aus und steigern damit bei höheren Absatzmengen unsere Profitabilität“, erklärte Covestro-Chef Patrick Thomas am Dienstag. Für 2016 rechnet er nun mit einem Mengenwachstum im Kerngeschäft im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich (bisher: mittlerer einstelliger Prozentbereich).

Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) soll um mehr als acht Prozent auf mindestens 1,78 Milliarden Euro steigen, wie Finanzchef Frank Lutz ankündigte. „Wir gehen nach wir vor davon aus, dass wir gut wachsen werden und auch profitabel wachsen. Die Tendenz ist positiv“, sagte der Manager der Nachrichtenagentur Reuters.

Covestro und CO2: Schlafen auf dem Klimakiller

Covestro und CO2

Schlafen auf dem Klimakiller

Kohlendioxid schadet dem Klima. Der Chemiekonzern Covestro will ab heute beweisen, dass man den Stoff im großen Stil für die Kunststoffproduktion nutzen kann. Doch es gibt Fragen nach dem Sinn dieser Technologie.

Das Leverkusener Unternehmen fertigt Vorprodukte für die Auto-, Möbel-, Haushaltsgeräte- und Bauindustrie. Die Kunststoffe finden sich im Schaumstoff von Matratzen, Autositzen, aber etwa auch im Ball der Fußball-EM. Den Absatz konnte Covestro im zweiten Quartal im Kerngeschäft mit den Kunststoffen Polyurethan und Polycarbonat weiter ausbauen. Das bereinigte Betriebsergebnis kletterte um fast neun Prozent auf 542 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 230 Millionen, ein Plus von gut 51 Prozent.

Der Umsatz sank dagegen wegen negativer Währungseffekte und niedrigerer Verkaufspreise, vor allem bei Polyurethanen, um knapp sieben Prozent auf 2,99 Milliarden Euro. Belastend wirkten sich deutliche Überkapazitäten im Markt beim Hartschaum-Vorprodukt MDI im Markt aus. „Niedrigere Rohstoffpreise müssen wir daher unmittelbar an unsere Kunden weiter geben“, sagte Lutz.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

An der Börse kamen der optimistische Ausblick und das Quartalsergebnis, das besser als von Analysten erwartet ausfiel, gut an. Covestro-Aktien legten zwischenzeitlich mehr als drei Prozent auf 42,47 Euro zu. Im weiteren Verlauf setzten allerdings Gewinnmitnahmen ein. Die Covestro-Aktie hat im bisherigen Jahresverlauf 21 Prozent zugelegt, der Nebenwerteindex MDax weniger als ein Prozent.

Zudem verwiesen Händler auf vage Spekulationen auf eine weitere Aktienplatzierung durch Bayer. Der Dax-Konzern hatte seine ehemals unter dem Namen Material Science bekannte Kunststofftochter im vergangenen Herbst zu einem Preis von 24 Euro je Aktie an die Börse gebracht und hält noch rund 64 Prozent. Mittelfristig wollen die Leverkusener komplett bei Covestro aussteigen.

Von

rtr

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