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26.11.2012

10:31 Uhr

C&A-Zulieferer

Proteste nach Großbrand in Bangladesh

Erneut starben bei einem Fabrikbrand mehr als hundert Menschen. Es ist bereits der dritte Vorfall in den letzten drei Monaten. Und wieder produzierte auch ein deutsches Unternehmen dort.

Fabrikarbeiter protestieren am Montag nachdem am Samstagabend mehr als hundert ihrer Kollegen bei einem verheerenden Fabrikbrand ums Leben gekommen sind. Reuters

Fabrikarbeiter protestieren am Montag nachdem am Samstagabend mehr als hundert ihrer Kollegen bei einem verheerenden Fabrikbrand ums Leben gekommen sind.

Nach dem verheerenden Großbrand in einer Textilfabrik ist es in Bangladesch am Montag zu teils gewaltsamen Protesten Tausender Arbeiter gekommen. Die Demonstranten bewarfen Fabrikgebäude mit Steinen, zerstörten Autos und blockierten eine Hauptstraße im Industrieviertel Savar, in dem das tödliche Feuer vom Samstag ausgebrochen war. Rund 200 Fabriken wurden wegen der Proteste den Tag über geschlossen.
Bei dem Großbrand kamen 112 Menschen ums Leben. Nach dem Ende der Löscharbeiten barg die Feuerwehr nach Behördenangaben bislang mindestens hundert Leichen. Weitere zwölf Menschen, die sich schwer verletzt hatten, als sie in Panik aus dem brennenden Haus sprangen, starben den Angaben zufolge später im Krankenhaus.

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Die 2009 erbaute Fabrik gehört zur Tuba Group, die laut Unternehmenshomepage unter anderem für C&A, Carrefour und Walmart produziert. Auch andere deutsche Unternehmen wurden demnach von dort beliefert. Die Kapazität der Unglücksfabrik lag diesen Angaben zufolge monatlich bei einer Million T-Shirts, 800.000 Polo-Shirts und 300.000 Fleecejacken.

Brände in Fabriken mit Sicherheitsmängeln

2. Unfall September 2012

Ein Großfeuer in einer Textilfabrik in Karachi kostet 259 Menschen das Leben. Verrammelte Notausgänge und Mängel beim Brandschutz machten die Fabrik, die auch für den deutschen Textildiscounter Kik produzierte, zur Todesfalle.

Oktober 1999

Bei einem Großbrand in einer ungenehmigten Feuerzeug-Fabrik kommen in Hebron im Westjordanland 14 Menschen ums Leben. Die meisten Opfer sind Arbeiterinnen. Das 500 Quadratmeter große Gebäude ohne Notausgänge hatte lediglich eine Zulassung als Gemüseladen.

Mai 2002

In einer Schuhfabrik sterben mindestens 45 Menschen bei einem Feuer. Nach Medienberichten hatte die Fabrik nur einen Ausgang - dadurch hätten sich viele Arbeiter nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen können.

Februar 2006

Eine Textilfabrik im Südosten Bangladeschs wird nach dem Ausbruch eines Feuers für 61 Menschen zur Todesfalle. Wachmänner versperren die Fabrikausgänge - aus Angst, Arbeiter könnten in dem Tumult Textilien stehlen. Der Brandschutz in der Fabrik war nach Angaben der Feuerwehr mangelhaft.

Oktober 2007

Bei einem Feuer in einer illegal betriebenen Schuhfabrik im Dorf Hushi in der südostchinesischen Provinz Fujian kommen mindestens 37 Menschen ums Leben. 19 Arbeiter werden verletzt. Die vergitterten Fenster werden für viele zur Todesfalle. Der Besitzer der Fabrik wird von der Polizei festgenommen.

April 2008

In einer Matratzenfabrik in der marokkanischen Wirtschaftsmetropole Casablanca sterben 55 Menschen bei einem Großbrand. Brennbare Chemikalien sorgen dafür, dass die Flammen sich schnell ausbreiten. Nach Medienberichten gab es keine Notausgänge und die Fenster waren vergittert.

1. Unfall September 2012

Bei einem verheerenden Großbrand in einer südindischen Feuerwerksfabrik sterben mindestens 38 Menschen. Nach ersten Ermittlungen hatte die Fabrik gegen Sicherheitsbestimmungen verstoßen. Medien berichteten, die Behörden hätten dem Eigentümer nur einen Tag vor der Katastrophe die Lizenz entzogen.

August 2010

Vereinigte Arabische Emirate: In einer Parfüm-Fabrik im Golfemirat Dubai bricht ein Feuer aus, dabei ersticken elf Arbeiter aus Südasien am Rauch. Sie hatten nach Medienberichten in einem Lagerhaus geschlafen. Dies ist illegal, kommt in den Emiraten aber häufiger vor.

C&A-Sprecher Thorsten Rolfes bestätigte der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag in Düsseldorf, die Fabrik sei beauftragt gewesen, 220 000 Sweatshirts herzustellen und von Dezember 2012 bis Februar 2013 an C&A in Brasilien zu liefern. „Unser Mitgefühl gilt den Opfern dieses furchtbaren Unglücks sowie deren Familien und Angehörigen“, sagte Rolfes als Sprecher von C&A Europa.

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