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26.07.2014

13:09 Uhr

Cyber-Abwehr

Autobauer Daimler beschäftigt Hacker-Truppe

Als einer der ersten deutschen Konzerne beschäftigt der Autohersteller Daimler Hacker zur Erarbeitung einer eigenen Cyber-Abwehr. Diese spüren beispielsweise mit fingierten Attacken Sicherheitslücken im Firmennetz auf.

Cyber-Kriminelle werden zu einer immer größeren Gefahr für Unternehmen. Der Autohersteller Daimler beschäftigt jetzt in Deutschland Hacker, um das Firmennetz sicherer zu machen. dpa

Cyber-Kriminelle werden zu einer immer größeren Gefahr für Unternehmen. Der Autohersteller Daimler beschäftigt jetzt in Deutschland Hacker, um das Firmennetz sicherer zu machen.

Berlin/StuttgartDer Autohersteller Daimler beschäftigt einem Bericht zufolge als einer der ersten deutschen Konzerne eine interne Hacker-Truppe, die Sicherheitslücken im internen Firmennetz aufspüren soll. Wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet, arbeitet die fest angestellte Spezialeinheit an einem geheimen Ort und attackiert von dort aus permanent das Netz des Autobauers.

„Die Widerstandsfähigkeit der IT-Systeme muss so hoch geschraubt sein, dass es für den Angreifer zu aufwendig wird“, sagte Daimler-Sicherheitschefin Sabine Wiedemann der Zeitung.

Online-Kriminelle sind eine wesentliche Bedrohung für Unternehmen. Jüngstes Beispiel ist die EZB: Hacker nutzten eine Lücke auf einer Internetseite, um sich Zugang zu einer Datenbank mit 20 000 E-Mail-Adressen sowie Telefonnummern oder Post-Anschriften zu verschaffen. Die EZB hatte am Donnerstag versichert, interne Systeme oder sensible Marktdaten seien nicht betroffen gewesen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Clemens Keil

28.07.2014, 09:47 Uhr

Es ist ein Trauerspiel, wie mit dem NSA-Skandal seit seiner Aufdeckung umgegangen wird. Die Politiker irrlichtern unsicher und unentschlossen umher. Die IT-Fachleute diskutieren vorwiegend auf der technokratischen Ebene. Die Verbände der deutschen Industrie, die ja aufgrund der Industriespionage u.a. um ihre Innovationen und damit um ihre Überlebensfähigkeit bangen muss, scheinen auf Tauchstation zu sein. Lediglich der IT-Dachverband Bitkom der deutschen IT-Industrie hat sich zu einer Stellungnahme durchgerungen, die allerdings wegen der Dominanz der deutschen Töchter amerikanischer IT-Firmen in diesem Verband am eigentlichen Thema vorbeigeht. Aber in den Unternehmen steigen die Ausgaben für IT-Sicherheit. Na prima. Noch mehr sogenannte IT-Sicherheitsprodukte (möglichst mit integrierten Backdoors für die Spionagediensten) aus Ländern, die sich auch im Rahmen der NSA-Affäre als wenig vertrauenswürdig erwiesen haben! Noch mehr IT-Services inkl. IT- Sicherheitsberatung von Firmen mit direktem Draht zu den Spionagediensten! Noch mehr IT-Hardware von Herstellern, die im Auftrag der Spionagedienste versteckte, embedded Funktionalitäten beinhalten, um z.B. Informationen problemlos auslesen zu können! Mein Eindruck: vielen ist die Tragweite der durch den NSA-Skandal aufgedeckten Regelverletzungen noch gar nicht bewusst. Wie sich schützen angesichts des neuen Paradigmas: alles was technisch möglich ist, wird unabhängig von Gesetz und Moral auch eingesetzt? Hierzu fehlen m.E. nach noch die überzeugenden Antworten. Eine firmeninterne Hackertruppe - übrigens bei anderen Konzernen schon vor 20 Jahren eingesetzt -mag für den Vorstand eine Beruhigungspille sein. Aber Industriespionage wird damit in keinster Weise abgewehrt. Mein Tip: Hören Sie mal an, was Freiheitskämpfer Sigismund Ruestig dazu auf YouTube zu Sagen bzw. zu Singen hat.
http://youtu.be/v1kEKFu6PkY
http://youtu.be/pcc6MbYyoM4
http://youtu.be/_a_hz2Uw34Y

Viel Spaß beim Anhören.

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