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21.07.2014

07:45 Uhr

Dacia als Vorbild

Opel liebäugelt mit Billigwagen

Die Erfolgsgeschichte des Billig-Autoproduzenten Dacia aus dem Renault-Konzern könnte zum Vorbild für Opel werden. Zwar ist keine eigene Marke geplant, aber ein Günstig-Modell könnte auf den Weg gebracht werden.

In der Werbung setzt Opel auf den Slogan „Umparken im Kopf“. Bei der Produktpalette deutet sich ebenfalls ein Umdenken an. dpa

In der Werbung setzt Opel auf den Slogan „Umparken im Kopf“. Bei der Produktpalette deutet sich ebenfalls ein Umdenken an.

LondonDie deutsche General Motors-Tochter Opel erwägt die Einführung eines neuen Billig-Modells, um in diesem Segment Marktanteile etwa gegen Dacia zurückzugewinnen. „Wir glauben, dass es Möglichkeiten für Opel gibt, mit so etwas wie einem Einstiegs-Modell auf den Markt zu kommen", sagte Vorstandschef Karl-Thomas Neumann der „Financial Times“ laut Internet-Ausgabe vom Sonntag. Das gelte vor allem, seit die ebenfalls zu GM gehörende Marke Chevrolet nicht mehr in Europa vertreten sei. Allerdings sei es für die Konzernmutter GM weiter am wichtigsten, Opel zunächst in die Gewinnzone zurückzuführen.

„Dacia ist eine große Sache“, sagte Neumann. Nun sei zwar GM definitiv nicht Dacia. „Aber dieses Billig- und Einstiegs-Segment ist sehr interessant.“ GM schaue sich das definitiv an.

Die größten Gewinner im deutschen Automarkt

Platz 10

Dacia - Plus 7,5 Prozent - 48.907 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die rumänische Billigtochter bleibt eine Erfolgsgeschichte für Renault und wächst in Europa weiterhin deutlich stärker als der Markt.

Quelle: Kraftfahrzeugbundesamt

Platz 9

Skoda - Plus 8,5 Prozent - 173.538 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Mittlerweile sind die Tschechen die erfolgreichste Importmarke in Deutschland. Neue Modelle wie der Fabia dürften den Absatz auch im kommenden Jahr ankurbeln.

Platz 8

Seat - Plus 11,7 Prozent - 91.192 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns fährt aus der Krise. Der neue Leon macht's möglich - und beschert ein sattes Absatzplus auf dem deutschen Markt.

Platz 7

Nissan - Plus 13,7 Prozent - 62.536 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Den Japanern ist zum Jahresende etwas die Puste ausgegangen. Insgesamt kann sich das Absatzplus im abgelaufenen Jahr aber sehen lassen. Neue Modelle wie der Pulsar sollen die Erfolgsgeschichte im kommenden Jahr wiederholen.

Platz 6

Mitsubishi - Plus 14,1 Prozent - 24.131 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Japaner haben mit dem Outlander PHEV einen der ersten SUVs mit Plug-in-Hybrid im Angebot. Insgesamt überzeugt die Modellpalette die Deutschen offenbar.

Platz 5

Volvo - Plus 16 Prozent - 31.919 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Schweden sind zurück. Mit Modellen wie dem SUV XC90 blasen die Skandinavier wieder zum Angriff. Besonders zum Jahresende legte der Absatz deutlich zu.

Platz 4

Mazda - Plus 16,7 Prozent - 52.491 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Kennen Sie noch die uncoolen Mazdas aus den 90ern? Die Autokäufer in Deutschland kennen sie nicht. Eine runderneuerte Modellpalette bringt Mazda unter den Gewinnern der Zulassungsstatistik weit nach vorne.

Platz 3

Porsche - Plus 17,1 Prozent - 24.365 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen setzt seine Erfolgsgeschichte ungebrochen fort. Besonders zum Jahresende legt Porsche deutlich zu. Dabei dürften Verkaufsschlager wie der Macan auch weiterhin für Absatz sorgen.

Platz 2

Land Rover - Plus 18,1 Prozent - 14.679 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die noblen Briten können mit dem Evoque auch modern und klein. Das zahlt sich bei den Verkäufen aus. In Deutschland verkauft Land Rover fast doppelt so viele Autos wie Konkurrent Jeep.

Platz 1

Jeep - Plus 48,8 Prozent - 10.268 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die SUV-Marke aus dem Hause Fiat/Chrysler wächst in Deutschland stärker als alle Konkurrenten. Das dürfte Fiat-Chef Marchionne freuen, für dessen Premiumstrategie die Marke eine Schlüsselrolle spielt. Besteller ist der Grand Cherokee.

Ähnlich hatte sich Neumann bereits Anfang Juni geäußert. Opel wolle mit zahlreichen neuen Modellen Marktanteile erobern und zusammen mit seiner Schwester-Marke Vauxhall zum zweitgrößten Pkw-Produzenten in Europa aufsteigen, hatte er damals erklärt. Schwerpunkt von Opel sollten kleinere Autos wie die Kompaktklasse Astra, der Kleinwagen Corsa oder der noch kleinere Adam bleiben. Als Einsteiger-Auto sei auch ein noch kleineres Modell denkbar, sagte Neumann: „Ein Auto unter dem Adam kann ich mir sehr gut vorstellen.“

Dacia gehört zu Renault. Der französische Konzern profitierte im ersten Halbjahr erneut von dessen günstigen Modellen und konnte deshalb seinen Absatz in Europa um 18 Prozent steigern. Dacia bietet zum Beispiel sein Modell Sandero in Deutschland für unter 7000 Euro an. Die Fahrzeuge werden in Rumänien gebaut, wo die Löhne im Vergleich zu Westeuropa niedrig sind.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Bernd Greb

21.07.2014, 08:59 Uhr

OPEL hat in den letzten Jahren wirklich bemerkenswerte Leistungen erbracht.
Trotz aller Unkenrufe sind die meisten Autos nicht nur modern und dynamisch im Design, auch die sogenannten "inneren Qualitäten" stimmen.
Da kann die selbst ernannte "Premium-Klientel" noch so sehr versuchen, ständig "das Haar in der Suppe" zu finden.
Doch ich denke, dieser Weg sollte jetzt unbedingt beibehalten werden.
Eine Billig-Schiene würde das erlebbar gesteigerte Qualitäts-Image nur attackieren.

Wenn überhaupt, dann nur unter einem anderen Branding und mit klarem Abstand zur Haupt-Marke!

Herr Frank Engelke

21.07.2014, 09:53 Uhr

hat Opel nicht die Rechte an der Marke Wartburg?

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