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11.04.2006

09:55 Uhr

Dänisch-schwedischer Molkereikonzern

Mohammed-Krise belastet Arla

Der dänisch-schwedische Molkereikonzern Arla ist der große wirtschaftliche Verlierer im Streit um die umstrittenen Mohammed-Karikaturen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Kauf-Boykotts dänischer Produkte in der arabischen Welt machen sich bemerkbar.

hst STOCKHOLM. Das Statistische Zentralamt in Kopenhagen hat gestern erstmals Zahlen präsentiert, die die wirtschaftlichen Auswirkungen des Kauf-Boykotts dänischer Produkte in der arabischen Welt belegen. Danach brach vor allem der Export von Molkerei-Produkten und Lebensmitteln im Februar dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 85 Prozent ein. Den mit Abstand größten Anteil an den Molkerei-Exporten hat Arla, Europas zweitgrößter Molkerei-Konzern. Das Unternehmen setzte im vergangenen Jahr in der islamischen Welt insgesamt 3,2 Mrd. Kronen (428,7 Mill. Euro) um. Im Februar dieses Jahres, in dem der Konflikt um die von einer dänischen Zeitung veröffentlichten Karikaturen des Propheten Mohammed seinen Höhepunkt erreichte, sank der Wert der Exporte von Butter, Milch und Käse gegenüber Februar 2005 von 840 auf 130 Mill. Kronen.

Arla hat einen Anteil von 80 Prozent an den dänischen Molkerei-Exporten. In dem wichtigsten Abnehmerland im arabischen Raum, in Saudi-Arabien, haben erste Geschäfte am vergangenen Wochenende wieder Produkte des Molkerei-Riesen ins Sortiment genommen. Dennoch warnt der Konzern vor übertriebenen Optimismus. „Die große Frage ist, ob auch die Kunden unsere Produkte wieder kaufen“, sagte Arla-Sprecher Louis Honoré.

Ökonomen beziffern die durch die Mohammed-Karikaturen ausgelösten Exportverluste in diesem Jahr auf insgesamt 1,5 Mrd. Kronen oder zehn Prozent der gesamten dänischen Molkerei-Exporte. Auf die gesamte dänische Wirtschaft hat der Konflikt nach Meinung von Experten dagegen nur einen sehr begrenzten Einfluss. Dänemark exportierte im Februar Waren im Wert von 40 Mrd. Kronen. Dennoch erwartet Analyst Jakob Legård Jakobsen vom Finanzdienstleister Nykredit Markets auch für den März einen ähnlichen Exportrückgang wie im Februar.

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