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13.02.2014

19:19 Uhr

Daimler-Betriebsrat

Mitbestimmung in US-Mercedes-Werk gefordert

Im Mercedes Werk in Alabama habend Arbeiter bisher kein Mitspracherecht – das soll sich nun ändern. Der Daimler-Betriebsrat fordert eine stärkere Einbindung der US-Belegschaft. Das Vorbild ist VW.

In den USA sollen die Mitarbeiter von Daimler bald mehr Mitspracherecht erhalten – fordert zumindest der Betriebsrat. Reuters

In den USA sollen die Mitarbeiter von Daimler bald mehr Mitspracherecht erhalten – fordert zumindest der Betriebsrat.

StuttgartDer Betriebsrat von Daimler hat sich mit Blick auf die laufende Abstimmung im US-Volkswagen-Werk für Mitsprache der Beschäftigten im Mercedes-Werk in Alabama ausgesprochen. „Wir würden eine Interessenvertretung der Daimler-Mitarbeiter in Tuscaloosa begrüßen“, sagte Betriebsrats-Chef Erich Klemm der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Der vom Unternehmen propagierte offene freiwillige Dialog von Management und Arbeitnehmern reiche nicht aus und könne eine demokratische Mitbestimmung nicht ersetzen. Im VW-Werk in Chattanooga stimmen die Arbeiter bis morgen darüber ab, ob sie sich künftig von der Automobilarbeiter-Gewerkschaft UAW vertreten lassen wollen.

In der Fabrik im US-Bundesstaat Tennessee produzieren gut 2000 Beschäftigte den Passat. Die IG Metall und Teile des VW-Managements unterstützen den Plan. Ziel ist es, eine Arbeitnehmervertretung nach deutschem Vorbild zu installieren. Die UAW versucht auch, an anderen Standorten ausländischer Autobauer in den weitgehend gewerkschaftsfreien Südstaaten Fuß zu fassen. Auch das Mercedes-Werk in Tuscaloosa will sie erobern.

Daimler-Chef Dieter Zetsche erklärte in dieser Woche, das Unternehmen verhalte sich wie gesetzlich vorgeschrieben neutral zu den Bestrebungen der Gewerkschaft. Eine förmliche Vertretung im Betrieb hält er aber für überflüssig. „Wir können in Tuscaloosa auch direkt mit den Mitarbeitern eine gute Entwicklung vollziehen“, sagte er. Die UAW hatte sich allerdings im Januar förmlich bei der US-Aufsicht für Arbeitnehmerrechte (NLRB) über Mercedes beschwert. Den Arbeitnehmern sei unter Androhung mit Rausschmiss verboten worden, während der Arbeitszeit über die Gewerkschaft zu reden, beklagten Gewerkschafter. Ein Anhörung dazu ist für den 7. April angesetzt.

Vor allem republikanische Politiker kritisieren die Gewerkschaft UAW als Arbeitsplatzvernichter. Der republikanische Senator Bob Corker sagte, VW werde das Werk mit der Produktion eines neuen Modells belohnen, wenn die Arbeitnehmer die Gewerkschaft draußen hielten. VW wies das zurück.

Von

rtr

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