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11.01.2016

11:57 Uhr

Daimler, BMW und Audi krempeln Here um

Die Route wird neu berechnet

Die neuen Besitzer des Kartenanbieters Here wollen das Management der früheren Nokia-Tochter austauschen. Ziel des Konsortiums aus BMW, Audi und Daimler ist es, zusätzliche Unternehmen ins Boot zu holen.

Here arbeitet derzeit an Partnerschaften für seine Datendienste. Die Besitzer BMW, Audi und Daimler wollen ihre eigenen Anteile herunterfahren. dpa

Kartendienst Here

Here arbeitet derzeit an Partnerschaften für seine Datendienste. Die Besitzer BMW, Audi und Daimler wollen ihre eigenen Anteile herunterfahren.

Las VegasDie neuen Eigentümer des Kartenanbieters Here wollen die Führung des Unternehmens austauschen. „Jetzt beginnt die nächste Phase. Das Management von Here, das unabhängig agiert und das operative Geschäft verantwortet, stellt sich neu auf. Als Teilhaber und Vertreter im Aufsichtsrat beraten und kontrollieren wir das Managementteam“, sagte Daimler-Entwicklungschef Thomas Weber der „Automobilwoche“ auf der Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas.

Erst vor wenigen Tagen hat Here-Vorstand Ogi Redzic, für vernetztes Fahren zuständig, die frühere Nokia-Tochter in Richtung Renault-Nissan verlassen. Here war im Sommer von Audi, Daimler und BMW gekauft worden. Das Konsortium will dem Bericht zufolge zusätzliche Unternehmen ins Boot holen und die eigenen Anteile herunterfahren. „Wir drei halten aktuell jeweils ein Drittel an Here und haben immer gesagt, dass wir in absehbarer Zeit unter 50 Prozent an Here beteiligt sein wollen“ sagte Weber.

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Der Kartendienst arbeitet derzeit an Partnerschaften für seine Datendienste. „Wir machen Machbarkeitsstudien und Pilotprojekte mit zehn bis zwölf Herstellern“, sagte Here-Manager Floris von de Klashorst auf der CES. Here will eine allgemeine Plattform als eine Art Standard für den Austausch von Daten zwischen Fahrzeugen etablieren.

Der Dienst startete zur CES seine HD-Live-Karten, die in Echtzeit mit Informationen von Fahrzeug-Sensoren angereichert und aktualisiert werden. Zunächst haben die drei Here-Eigentümer angekündigt, ihre Sensor-Daten Here zur Verfügung zu stellen. „Ich denke, der Industrie ist bewusst, dass diese Architektur auf Zusammenarbeit basiert und mehr Hersteller dazu beitragen müssen“, sagte von de Klashorst. Here will auch eine allgemeine Plattform als eine Art Standard für den Austausch von Daten zwischen Fahrzeugen etablieren und lud andere Hersteller ein, daran teilzunehmen.

In der Branche gibt es allerdings auch Vorbehalte gegen eine Öffnung der Daten für Here. So zeigt sich der IT-Chef des Autobauers Volvo, Klas Bendrik, skeptisch. „Alles muss offen und vertrauenswürdig organisiert sein. Eine Einladung ist eine Sache, die Realität eine andere“, sagte er in Las Vegas.

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dpa

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