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17.12.2014

16:57 Uhr

Daimler, BMW & Co.

Höherer Benzinpreis für mehr Batterie

VonLukas Bay

Autofahrer sollen Elektroautos mit einer Sonderabgabe an der Tankstelle subventionieren, fordern Wissenschaftler. Ein Cent soll in Ladestationen und Kaufprämien fließen. Die Hersteller freut es – sie fordern noch mehr.

Der Elektroanschluss sollte stärker gefördert werden, findet das CAR-Institut in Duisburg – und fordert eine Sonderabgabe an der Benzin- und Diesel-Zapfsäule. dapd

Der Elektroanschluss sollte stärker gefördert werden, findet das CAR-Institut in Duisburg – und fordert eine Sonderabgabe an der Benzin- und Diesel-Zapfsäule.

DuisbAls hätte es das Elektroauto in Deutschland nicht schon schwer genug, nähert sich nun auch noch der Preis für Benzin und Diesel der Ein-Euro-Marke. Und mit den Preisen an der Tankstelle sinkt derzeit auch die Bereitschaft der Deutschen, auf ein Elektroauto umzusteigen. Auf deutschen Straßen sind sie immer noch Exoten. Gerade einmal 21.000 Elektrofahrzeuge wurden im Jahr 2014 verkauft, selbst im kleinen Norwegen sind es mehr. Vielleicht auch, weil dort Elektroautos stärker gefördert werden. Eine Förderung, die in Deutschland fehlt.

Auf einem Branchentreffen in Duisburg haben Wissenschaftler des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen um Professor Ferdinand Dudenhöffer haben nun einen konkreten Vorschlag vorgelegt, wie das Elektroauto attraktiver gemacht werden könnte. Sie fordern eine Sonderabgabe von einem Cent für jeden Liter verkauftem Benzin und Diesel, auf drei Jahre befristet. So kämen jährlich 650 Millionen Euro zusammen. Geld, mit dem die Wissenschaftler Elektroautos gleich dreifach fördern wollen.

800 Millionen Euro sollen in eine Verkaufsprämie fließen. Jedes privat gekaufte Elektroauto würde nach den Plänen mit 4000 Euro bezuschusst. Damit könnten nach Schätzung des Instituts bis zu 200.000 zusätzliche E-Auto verkauft werden. Das läge allerdings immer noch deutlich unter der politisch gesetzten Zielmarke von einer Million Elektrofahrzeuge bis zum Jahr 2020. Darum sollen zusätzlich 200 Millionen Euro für Carsharing-Konzepte aufgebracht werden.

Die größten Hersteller von Elektroautos in Deutschland

Platz 10

Volkswagen - 61 zugelassene Elektroautos (Stand: 2012)

Beim größten deutschen Autohersteller wurde die Elektromobilität lange stiefmütterlich behandelt. Nun sollen eine Plug-In-Hybrid-Offensive und neue Elektromodelle die Aufholjagd einläuten.

Platz 9

Tesla - 67 zugelassene Elektroautos

Die Elektropioniere haben gerade das Modell S an den Start gerollt und einen millionenschweren Kredit getilgt. Nun soll eine Kapitalerhöhung dem Wachstum neuen Schwung geben.

Platz 8

Mercedes - 91 zugelassene Elektroautos

Im vergangenen Jahr feierte die B-Klasse electric drive ihre Premiere in Paris. Nun soll das Modell auch in Serie gehen und die Zulassungszahlen wieder steigen lassen.

Platz 7

Mitsubishi - 96 zugelassene Elektroautos

Zugegeben: Der Name iMiev ist für den deutschen Markt wirklich unglücklich für ein Elektroauto. Durch die Herstellerzulassungen gehören die Japaner mit dem Kleinwagen trotzdem zu den größten im deutschen Markt.

Platz 6

Renault - 213 zugelassene Elektroautos

Mit ihrer Submarke Renault Z.E. gelten die Franzosen als Vorreiter im Elektromarkt. In der Zulassungsstatiski schlägt sich das noch nicht nieder. Das liegt aber auch daran, dass eines der außergewöhnlichsten Elektromodelle, der Twizy, dort nicht auftaucht.

Platz 5

Peugeot - 263 zugelassene Elektroautos

Mit dem iOn wollten die Franzosen die Elektrozukunft einläuft. 2012 wurden die Bänder gestoppt, weil die Verkaufszahlen zu gering waren. In ganz Europa wurde 2012 weniger als 1.000 Fahrzeuge verkauft.

Platz 4

Citroën - 454 zugelassene Elektroautos

Konzernschwester Citroën steht etwas besser da. Das liegt aber vor allem daran, dass das Carsharing Multicity der Franzosen in Berlin mit einer reinen Elektroflotte betrieben wird. Hier wird der Großteil der zugelassenen C-Zero-Modelle eingesetzt.

Platz 3

Nissan - 454 zugelassene Elektroautos

Mit dem Nissan Leaf preschten die Japaner früh nach vorne, dieses Jahr soll das erfolgreichste Elektrofahrzeug des Konzern ein Update bekommen.

Platz 2

Smart - 734 zugelassene Elektroautos

Die Kleinwagenmarke von Daimler dürfte steuert die Krone der Elektroautohersteller an. Daran ist das hauseigene Carsharing Car2go nicht unschuldig.

Platz 1

Opel - 828 zugelassene Elektroautos

Der krisengeschüttelte deutsche Autobauer verkauft in Deutschland mehr Elektrofahrzeuge als die gesamte Konkurrenz. Verantwortlich ist vor allem der Ampera. Eine Wiederholung des Erfolgs ist allerdings unwahrscheinlich - im ersten Halbjahr 2013 sind die Zulassungen wieder massiv gesunken.

Um den Käufern die Angst vor einer leeren Batterie zu nehmen, muss nach Ansicht des CAR-Instituts auch die Ladeinfrastruktur massiv ausgebaut werden. 850 Millionen Euro sollen darum in den Bau neue Ladestationen fließen. Auch hier hat Deutschland massiven Nachholbedarf: Derzeit gibt es bundesweit gerade einmal 3000 Ladesäulen. Mit der Förderung sollen 80.000 neue Ladesäulen in den 60 größten deutschen Städten gebaut werden – von Berlin bis Würzburg. An diesen Ladesäulen dürften Elektroautobesitzer drei Jahre lang umsonst parken und tanken, danach müsste der Betrieb von den kommunalen Betreibern übernommen werden.

Vorschläge, mit denen die Wissenschaftler bei den Herstellern in Duisburg durchaus auf offene Ohren stoßen. „Wir dürfen da nicht warten, sondern müssen endlich anfangen“, sagt Thomas Hausch, Deutschland-Chef von Nissan. Und auch Daimler-Chef Dieter Zetsche will sich mit dem Konzept „ernsthaft beschäftigen“.

Kommentare (13)

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Frau Pia Paff

17.12.2014, 17:54 Uhr

Wer kauft sich eine e-Sardinenbüchse für 40.000€ u. einer genialen Reichweite von 160 km?
Ist die Batterie hinüber, dann sind 7000€ fällig. Das ganze ist Verarsche durch unsere Ökofuzzyies.

Frau Pia Paff

17.12.2014, 17:54 Uhr

Keinen Cent in diesen Schwachsinn.

Herr hans mueller

17.12.2014, 17:58 Uhr

die Deutschen werden anscheinend immer bekloppter und die
Presse schreibt so einen Unsinn noch in der Zeitung.

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