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19.02.2004

08:01 Uhr

Daimler-Chef bleibt bis 2008 und setzt mit verjüngtem Vorstand ein Zeichen für die Fortsetzung der Welt-AG

Schrempps Macht erreicht Höhepunkt

Mit einem Generationswechsel im Vorstand hat Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp seine Führungsposition abgesichert und möglichen Spekulationen über eine neue Ausrichtung des Konzerns ein Ende bereitet. „Mit dieser Entscheidung dürfte es keine Veränderung der Strategie geben“, sagte Georg Stürzer, Automobilanalyst der Hypo-Vereinsbank. Der 59-jährige Konzernboss soll nach dem Willen des Aufsichtsrats den Autohersteller bis zum Frühjahr 2008 leiten.

hz/zel FRANKFURT/M. Außer der Spitzenpersonalie legte der Aufsichtsrat gestern auch den Grundstein für eine Verjüngung des Konzernvorstands. Wie das Handelsblatt bereits berichtete, wird der 43-jährige Wolfgang Bernhard, zurzeit noch Vizechef der US-Tochter Chrysler, von Mai dieses Jahres an Chef der Mercedes-Sparte. Der 44-jährige Vorstand der Finanzdienstleistungssparte, Bodo Uebber, übernimmt zudem im Dezember das Finanzressort von Manfred Gentz. Nachfolger von Bernhard als Chrysler-Vizechef in Detroit wird Thomas LaSorda. Mercedes-Chef Jürgen Hubbert bleibt im Unternehmen als Leiter des Executive Automotive Committee, das die Modellpolitik aller Konzernmarken koordiniert.

Nicht auf der Tagesordnung des Kontrollgremiums stand die Berufung eines Nachfolgers für den spätestens Ende des Jahres ausscheidenden Mitsubishi-Chef Rolf Eckrodt. Als Favorit gilt Smart-Boss Andreas Renschler. Chancen werden auch dem Eckrodt-Vize Ulrich Walker eingeräumt.

Experten werten die Personalentscheidungen als Beleg dafür, dass an der von Schrempp verfolgten Idee einer Welt-AG, eines den Globus umfassenden Autoriesens, nicht gerüttelt wird. „Allein weil Schrempp verlängert, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Chrysler und Mitsubishi aufgegeben werden“, betonte Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen. Bei der Sanierung von Chrysler habe das Unternehmen noch einen langen Weg vor sich. Der Konzernchef habe jetzt seine Vertrauten im Führungsgremium um sich geschart, ergänzte ein anderer Experte.

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