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11.01.2010

21:47 Uhr

Daimler-Chef

Zetsche peilt Absatzsteigerung für 2010 an

Absatzentwicklung, Partnersuche, eine mögliche Aufstockung der Kamaz-Anteile: Auf der Automesse in Detroit hat sich Daimler-Chef Dieter Zetsche zu vielen wichtigen Themen rund um den deutschen Autobauer geäußert. Erfreulich: Für das neue Jahr stellt Zetsche eine leichte Absatzsteigerung in Aussicht.

Daimler-Chef Zetsche in Detroit: "Wir erwarten, dass wir Marktanteile hinzugewinnen." dpa

Daimler-Chef Zetsche in Detroit: "Wir erwarten, dass wir Marktanteile hinzugewinnen."

HB DETROIT. Der Stuttgarter Autobauer Daimler will 2010 wieder mehr Autos verkaufen und der Konkurrenz Marktanteile abjagen. "Wir gehen mit Zuversicht ins neue Jahr", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Montag auf der Autoshow in Detroit. Für den Gesamtmarkt rechne er mit einer Absatzsteigerung von drei bis vier Prozent. "Für uns selbst sind wir da optimistischer. Wir erwarten, dass wir Marktanteile hinzugewinnen."

Dabei setzt Zetsche vor allem auf China und die USA. Der chinesische Markt werde weiterhin überdurchschnittlich wachsen, wenngleich voraussichtlich nicht mehr zweistellig, sagte Zetsche. Für die USA prognostizierte der Daimler-Chef, der in Personalunion auch die Personenwagensparte Mercedes-Benz Cars führt, eine Steigerung um zehn Prozent. In Deutschland werde der Markt dagegen nach dem Auslaufen der Abwrackprämie deutlich zurückgehen und auch im übrigen Europa sieht Zetsche eher ein leichtes Minus.

Jahr des Rückgangs

Im vergangenen Jahr waren die Verkäufe in der Daimler-Personenwagensparte mit den Marken Mercedes-Benz, Smart, AMG und Maybach um gut zehn Prozent auf 1,13 Millionen Autos zurückgegangen. Daimler hatte auf dem Heimatmarkt kaum von der Abwrackprämie profitiert und war im ersten Halbjahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Im dritten Quartal gelang die Rückkehr in die Gewinnzone. Wegen des verlustreichen ersten Halbjahrs stand nach neun Monaten aber immer noch ein Fehlbetrag von 2,3 Milliarden Euro in der Bilanz.

Zum Jahresergebnis 2009 machte Zetsche in Detroit keine konkreten Aussagen und verwies auf die Bilanzpressekonferenz im Februar. Er sagte lediglich, es habe im vierten Quartal keine größeren überraschenden Belastungen durch die Pleiten bei Händlern oder Zulieferern gegeben. Im Herbst hatte der Konzern gewarnt, es könnten Aufwendungen für Wackelkandidaten entstehen, um sie vor der Insolvenz zu bewahren.

Kostenbasis verbessert

Zetsche sagte nun, Daimler habe 2009 seine Hausaufgaben gemacht und die Kostenbasis deutlich verbessert. Der Dax-Konzern hatte ein milliardenschweres Sparprogramm aufgelegt, das neben Kurzarbeit auch Arbeitszeitverkürzungen mit Lohneinbußen in der Verwaltung umfasst. Diese Regelung läuft bis Ende Juni und soll nach derzeitigem Stand nicht verlängert werden, sagte Zetsche. In der Produktion, besonders bei den Lastwagen, könne es aber je nach Standort auch im zweiten Halbjahr 2010 weiter Kurzarbeit geben. Daimler ist mit der Kernmarke Mercedes-Benz Weltmarktführer bei den schweren Lastwagen. Von der Wirtschaftsflaute sind die Lastwagenhersteller noch stärker betroffen und kämpfen mit Rückgängen von teilweise über 50 Prozent.

Bezüglich der Spekulationen, Daimler könne seine Beteiligung beim russischen Lastwagenhersteller Kamaz aufstocken, zeigte sich Zetsche gelassen. Der derzeitige Hauptaktionär Troika-Dialog sei auf sie zugekommen, sagte Zetsche, der nach einem Skiunfall zu allen Terminen mit dem linken Arm in einer Schlinge und einer fixierten linken Schulter erschien. Daimler selbst habe keine Eile, da man ohnehin über ein Vorkaufsrecht verfüge. Die Stuttgarter waren im Dezember 2008 mit zehn Prozent bei Kamaz eingestiegen und hatten seither mehrere gemeinsame Projekte angestoßen.

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