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07.03.2013

17:17 Uhr

Daimler-Chef

Zetsche widerspricht Kritik der Arbeitnehmer

ExklusivDaimler-Chef Dieter Zetsche kassierte für sein Sparprogramm harte Kritik von den Arbeitnehmern. In seinem ersten großen Interview nach der Kontroverse um seine Vertragsverlängerung verteidigt Zetsche seinen Kurs.

Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche wehrt Kritik am Sparkurs ab. AFP

Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche wehrt Kritik am Sparkurs ab.

DüsseldorfDaimler-Chef Dieter Zetsche hat nach der Kritik der Arbeitnehmer eine grundlegende Kurskorrektur beim geplanten Sparprogramm für den Konzern abgelehnt. „Wenn ich solche Gedanken erwägen würde, dann hätte ich das sinnvollerweise im vergangenen Jahr getan, um mir Ärger zu ersparen“, sagte Zetsche dem Handelsblatt (Freitagausgabe) in seinem ersten großen Interview nach der Kontroverse um seine Vertragsverlängerung. „Offensichtlich war uns der Fortschritt des Unternehmens wichtiger. Das gilt jetzt natürlich umso mehr.“

Der Autokonzern ist mit seiner Kernmarke Mercedes inzwischen in wichtigen Kennziffern auf den dritten Platz hinter BMW und Audi abgerutscht und will mit neuen Modellen und milliardenschweren Kosteneinsparungen bis 2020 die Spitzenposition zurückerobern. Zetsche stellte deutliche Fortschritte auf diesem Weg noch in der Phase seines neuen bis 2016 laufenden Vertrages in Aussicht.

Gehälter ausgewählter Dax-Chefs 2012

Infineon - Reinhard Ploss / Peter Bauer

Zum Ende des Infineon-Geschäftsjahrs (30. September 2012) wechselte auch der Vorstandschef. Reinhard Ploss übernahm von Peter Bauer den Posten.

Bauer hatte 2011/12 insgesamt 2,9 Millionen Euro verdient und damit etwas deutlich weniger als 2011 (3,7 Millionen Euro).

Kurt Bock - BASF

Der Chef des Chemiekonzerns, Kurt Bock, verdiente mit 5,29 Millionen Euro im Jahr 2012 nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Er hatte sein Amt im Mai 2011 angetreten.

Marijn Dekkers - Bayer

Marijn Dekkers, Niederländer an der Spitze des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer, hat im Jahr 2012 insgesamt 5,06 Millionen Euro verdient, nach 4,49 Millionen Euro im Vorjahr.

Stefan Heidenreich - Beiersdorf

Ende April hatte Stefan Heidenreich beim Kosmetikkonzern Beiersdorf das Amt des Vorstandschefs übernommen. Im Jahr 2012 verdiente er 2,6 Millionen Euro.

Herbert Hainer - Adidas

Das Adidas-Ergebnis fiel 2012 vor allem wegen eines schwachen Geschäfts der Marke Reebok nicht so rosig aus. Adidas-Chef Herbert Hainer verdiente 2012 insgesamt 4,18 Millionen Euro und damit 28 Prozent weniger als 2011 (5,14 Millionen Euro).

Heinrich Hiesinger - Thyssen-Krupp

Bei Thyssen-Krupp kämpft Vorstandschef Heinrich Hiesinger mit der Aufarbeitung diverser Skandale und Fehlinvestitionen. Im Geschäftsjahr 2011/2012 (bis 30. September) verdiente er 3,85 Millionen Euro.

Karl-Ludwig Kley - Merck

Der Vorstandschef des Pharmakonzern verdiente 2012 insgesamt 5,52 Millionen Euro und damit fast ein Drittel mehr als 2011 (4,2 Millionen Euro).

Peter Löscher - Siemens

Der Österreicher verdiente im Geschäftsjahr 2011/2012 insgesamt 7,87 Millionen Euro, im Jahr zuvor waren es 8,74 Millionen Euro.

René Obermann - Deutsche Telekom

Ende 2013 gibt René Obermann sein Amt an den jetzigen Finanzvorstand Timotheus Höttges weiter. Obermann verdiente 2012 insgesamt 3,78 Millionen Euro und damit nahezu unverändert so viel wie 2011 (3,85 Millionen Euro).

Wolfgang Reitzle - Linde

Der Linde-Chef hat gesagt, kein Interesse an einer Vertragsverlängerung zu haben. Im Jahr 2012 verdiente er bei dem Industriegase-Spezialisten 6,9 Millionen Euro, fast genau so viel wie ein Jahr zuvor.

Kasper Rorsted - Henkel

Der dänische Chef des Konsumgüter- und Klebstoffkonzerns Henkel, Kasper Rorsted, hat im Jahr 2012 insgesamt 6,18 Millionen Euro verdient, ein sattes Plus von fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr (4,79 Millionen Euro).

Peter Terium – RWE

Zur Jahresmitte 2012 hatte Peter Terium den Spitzenposten beim Energiekonzern RWE angetreten. Er verdiente im Jahr 3,8 Millionen Euro, ein sinnvoller Vergleich zum Vorjahr ist nicht möglich.

Martin Winterkorn - Volkswagen

Der VW-Chef erhält rund 14,5 Millionen Euro für das abgelaufene Jahr (2012) und damit 5,5 Millionen weniger, als ihm nach den zuletzt gültigen Kriterien zugestanden hätten.

Damit will VW verhindern, erneut ins Zentrum einer Diskussion um hohe Managementbezüge zu geraten wie 2011, als Winterkorn mehr als 17 Millionen Euro verdiente.

Dieter Zetsche - Daimler

Der Daimler-Vorstandschef hat im vergangenen Jahr inklusive Aktienoptionen 8,15 Millionen Euro verdient. Das war etwas weniger als 2011 (8,65 Millionen Euro).

Quelle

Geschäftsberichte / Hostettler, Kramarsch & Partner

„Bei aller Nachhaltigkeit unserer Pläne sind vier Jahre ohne Zweifel ein langer Zeitraum – und in diesem Zeitraum wollen wir nennenswert vorankommen“, betonte er. „Ob wir dann schon mehr Autos verkaufen als unsere Wettbewerber, werden wir sehen.“ Aber der Konzern werde weiter sein als heute.

Zetsche sucht damit die Offensive. Der Vertrag des bald 60-Jährigen Daimler-Chefs war vor rund zwei Wochen erst nach harten Diskussionen zwischen Arbeitnehmern und Kapitalvertretern im Aufsichtsrat um drei statt um fünf Jahre verlängert worden. Die Arbeitnehmer um Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm wollten den Vertrag des Topmanagers ursprünglich gar nicht verlängern. Die Arbeitnehmervertreter bemängeln insbesondere seinen Kommunikationsstil.

Zetsche gab sich im Interview jedoch unbeirrt. Er sage nicht, dass er keine Fehler mache, sagte er. „Aber ich glaube nicht, dass ich ein Problem habe, mit den Kollegen oder den Mitarbeitern zu kommunizieren.“ Auch sein persönliches Verhältnis zu Gesamtbetriebsratschef Klemm sieht Zetsche nicht als zerstört an. „Wir sind Profis und gehen mit so etwas professionell um“, sagte der Daimler-Chef. „Ich habe mit Herrn Klemm auf der Aufsichtsratssitzung und auch danach gesprochen. Wir müssen jetzt zur Tagesordnung zurückkehren.“

Der Daimler-Boss zeigte sich zugleich aufgeschlossen, künftig auch die Top-Ebene des Vorstands im Konzern für ausländische Manager zu öffnen. Es sei sicherlich wünschenswert, dass sich die Internationalität der Kundschaft im Management widerspiegele – und das müsse sich durch alle Ebenen ziehen, sagte Zetsche. Daimler habe bereits angefangen, in den Landesgesellschaften mehr und mehr Verantwortung in die Hände lokale Manager zu legen. „Das sind natürlich Potenziale, die wir später nutzen können, um ihnen in Deutschland Verantwortung für das Gesamtgeschäft zu übertragen – auch im Vorstand“, kündigte Zetsche an.

Von

hz

Kommentare (8)

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Verlogene_Wirtschaft

07.03.2013, 17:49 Uhr

Aber für das Formel 1 und DTM Engagement haben sie immer noch genug Geld bei Daimler!

Ehrlich

07.03.2013, 18:01 Uhr

Es wäre richtig gewesen den Vertrag von Zetsche nicht zu verlängern. Als Sanierer von Chrysler hat er genauso versagt wie als Chef von Daimler. Die Aktionäre haben viel Geld verloren, Herr Zetsche dagegen ist mit einem amerikanischen Managergehalt belohnt worden. In seiner Zeit sind BMW und Audi an Mercedes vorbeigezogen. Was also will er denn in den nächsten jahren besser machen?
Ich sage da nur - er kann`s nicht!!

Frank3

07.03.2013, 18:30 Uhr

[...]

ATHEIST SICH Gott
SOUVERÄN
Frank Frädrich WILL AUCH WAHRHEITEN WISSEN WELCHE NURNOCH 4 IM ZUSAMMENHANG WISSEN

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