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31.01.2005

18:55 Uhr

Daimler-Chrysler: Dubai-Einstieg nicht mit Produktion verknüpft

Istanbul kauft 450 Mercedes-Busse

Daimler-Chrysler hat von den Istanbuler Verkehrsbetrieben einen Auftrag über die Lieferung von 450 Stadtbussen im Gesamtwert von mehr als 100 Millionen Euro erhalten.

HB STUTTGART/DUBAI. Die bestellten Busse würden im Laufe dieses Jahres vom Mannheimer Werk nach Istanbul ausgeliefert, teilte der Konzern am Montag mit. Der Auftrag umfasse den Bau von 350 Solo- und 100 Gelenkbussen. Mit dem „Citaro“ kämen in der Türkei zum ersten Mal überhaupt Niederflurbusse im Linienverkehr zum Einsatz.

Zugleich betonte dDer deutsch-amerikanische Autokonzern Daimler-Chrysler, man habe sich beim Einstieg seines zweiten arabischen Großaktionärs nicht zum Aufbau eines Werkes im Golf-Emirat Dubai verpflichtet. „Mit dem Einstieg von Dubai ist keine Entscheidung verbunden, in der Region auch zu produzieren“, sagte am Montag ein Daimler-Chrysler-Sprecher. Die Beteiligungsgesellschaft des Golf-Emirats, die Dubai Holding, hatte mitgeteilt, sie habe für eine Milliarde Dollar Anteile an Daimler-Chrysler erworben. Branchenkreisen zufolge beläuft sich die Beteiligung auf etwa zwei Prozent. Damit steigt das Unternehmen zum drittgrößten Aktionär von Daimler-Chrysler auf.

Das zu den Vereinigten Arabischen Emiraten gehörende Emirat Dubai will seine Wirtschaft von den Einnahmen aus dem Verkauf der schwindenden Öleinnahmen unabhängiger machen.

Analysten halten es nun für möglich, dass der Stuttgarter Autokonzern dem Beispiel von Volkswagen folgt und in eine Fertigungsstätte in der Golfregion investiert. VW war im vergangenen Jahr mit dem Golf-Emirat Abu Dhabi eine größer angelegte Kooperation eingegangen. Europas größter Autobauer will 2006 in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit der Montage von Lastwagen beginnen. VW und das Golf-Emirat sind zudem über den niederländischen Flottenmanagement-Spezialisten LeasePlan verbunden, verbunden, an dem der Autobauer 50 % und eine Entwicklungsgesellschaft aus Abu Dhabi 25 % übernommen hatte.

Branchenexperten vermuten allerdings, dass es mit dem Kauf der Anteile nicht getan ist. „Sie sagen, es ist ein gutes Unternehmen, und dass die Chrysler-Strategie gut laufe. Aber ich glaube nicht, dass das alles ist“, zeigte sich ein Analyst skeptisch. Michael Raab vom Bankhaus Sal. Oppenheim sagte dagegen: „Es gibt immer Leute, die glauben, da steckt mehr dahinter. Ich persönlich denke, da wird nichts folgen.“ Ein Banker sagte, für langfristig orientierte Anleger wie Dubai sei es durchaus sinnvoll, in Daimler-Chrysler-Aktien zu investieren. „Wenn man sich die Autohersteller mit Blick auf die Zukunft ansieht, dann ist dieser sehr interessant, weil er schon so lange eine Flaute durchmacht.“

Die im Deutschen Aktienindex gelisteten Aktien des Autoherstellers gewannen am Montag 1,6 % auf 35,05 €. Größter Anteilseigner bei Daimler-Chrysler ist die Deutsche Bank mit 10,4 % gefolgt von Kuwait mit zuletzt 7,2 %. Aus Branchenkreisen hieß es, weder die Deutsche Bank noch Kuwait hätten ihre Anteile reduziert.

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