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05.01.2005

07:26 Uhr

Daimler-Chrysler legte Schlussspurt hin

BMW und Porsche mit US-Rekordabsatz

Die Autobauer BMW, Daimler-Chrysler, Volkswagen und Porsche haben im vergangenen Jahr auf dem weltweit wichtigsten Automarkt USA ihren Absatz deutlich steigern können.

HB FRANKFURT. Wegen eines bevorstehenden Modellwechsels musste der erfolgsverwöhnte Sportwagenhersteller Porsche dagegen erneut einen Verkaufsrückgang hinnehmen. Die US-Autohersteller General Motors(GM) und Ford gaben ebenfalls rückläufige Absatzzahlen bekannt. GM teilte zudem mit, der Konzern werde seine Produktion im defizitären Europageschäft erneut drosseln.

Die am Dienstag vorgelegten Verkaufszahlen waren zum Teil nicht um den im Vergleich zum Vorjahresmonat zusätzlichen Verkaufstag bereinigt. Insgesamt wurden im Abschlussmonat 2004 mehr als 1,5 Mill. Fahrzeuge abgesetzt - eine Steigerung um 3,7 % zum Vorjahr. Bei den in die USA importierten Fahrzeugen ergab sich ein Wachstum um 14,4 % auf 318 982 Fahrzeuge, während der Absatz von US-Fahrzeugen auf ihrem heimischen Markt 1,2 % auf gut 1,2 Mill. zulegte.

Europas größter Autokonzern Volkswagen verkaufte mit 21 469 Fahrzeugen rund 19 % mehr Autos als ein Jahr zuvor. Dabei seien die Verkaufszahlen von fünf der sechs Modellgruppen gestiegen. Bei der Tochter Audi ergab sich jedoch ein Rückgang um knapp 16 % auf 7650 Autos. Im Gesamtjahr 2004 verkaufte Volkswagen damit in den USA 256 111 Autos, was einem Rückgang um 15,4 % entspricht.

Der Münchener Autohersteller BMW verzeichnete im Dezember insgesamt ein kräftiges Plus von 18 % auf 29 292 Einheiten. Allein der Pkw-Absatz stieg im Dezember um 17 %, der der Geländewagen um 38 %. Die Verkaufszahlen der BMW-Marke Mini sanken im Dezember zwar um fünf Prozent, lagen aber im Gesamtjahr leicht über dem Niveau des Vorjahres. Der Absatz der BMW-Gruppe insgesamt stieg 2004 um sieben Prozent auf 296 111 Fahrzeuge.

Bei Porsche ging der Absatz in den USA und Kanada im Dezember um zwei Prozent auf 2 837 Einheiten zurück. Porsche begründete dies mit weiterhin rückläufigen Verkaufszahlen beim Boxster auf Grund des bevorstehenden Modellwechsels. Ab Mitte Januar komme der neue Boxster in Nordamerika auf den Markt. Zudem werde auf der Autoschau in Detroit, die am 9. Januar beginnt, das neue 911er-Modell vorgestellt. Insgesamt schloss Porsche in Nordamerika das Jahr 2004 mit einem Absatzplus von elf Prozent auf 33 289 Fahrzeuge ab.

Die Verkaufszahlen des deutsch-amerikanischen Autokonzerns Daimler-Chrylser stiegen im Dezember 2004 um elf Prozent auf 225 887 Fahrzeuge. Bei der US-Marke Chrysler habe das Unternehmen unbereinigt in dem Monat einen Verkaufszuwachs von neun Prozent erzielt, bei Mercedes von 23 %.

Marktführer General Motors und die Nummer zwei der USA, Ford, konnten trotz eines zusätzlichen Verkaufstages und Kaufanreizen im Dezember keine Zuwächse verzeichnen. GM wies einen Rückgang von sechs Prozent aus. Der Konzern, der in Europa einen harten Sparkurs vorgegeben hat, will zudem die Produktion in Europa im ersten Quartal 2005 um 9 000 Einheiten auf 506 000 Fahrzeuge senken. In den vergangenen Jahren hatte GM die Produktion schon um 28 % gekürzt. Der deutsche Autobauer Opel macht etwa 80 bis 85 % des Europageschäftes von GM aus und muss bereits jetzt die Hauptlast des GM-Sanierungskurs tragen. GM schreibt seit 1999 in Europa rote Zahlen.

Der Autokonzern Ford musste den siebten Monat in Folge einen rückläufigen Absatz hinnehmen. Ohne die europäischen Töchter Volvo, Land Rover und Jaguar sowie einiger schwerer Nutzfahrzeuge fiel der Absatz um 3,6 %. Inklusive der Importmarken und der mittleren und schweren Lkw stiegen die Verkaufszahlen allerdings um ein Prozent.

Bei den japanischen Herstellern glänzte Nissan mit einem Absatzplus im Dezember von 32,7 %, gefolgt von Honda mit 30,1 %. Toyota steigerte seinen US-Absatz in dem Monat um 18 % und im Gesamtjahr um zehn Prozent. Toyota habe in den USA erstmals mehr als zwei Mill. Autos im Jahr verkauft, teilte der Konzern mit.

Die angeschlagene japanische Mitsubishi Motors Corp erlitt einen dramatischen Absatzeinbruch. Insgesamt wurden 161 609 Fahrzeuge verkauft, ein Rückgang um 37 % im Vergleich zum Vorjahr, teilte MMC mit. Im Dezember setzte Mitsubishi 11 151 Fahrzeuge ab - ein Minus von 39,3 %. Daimler-Chrysler hält noch eine Beteiligung von rund 20 % an MMC.

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