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10.02.2005

14:15 Uhr

Daimler-Chrysler steigert Gewinn - Mercedes-Ergebnis bricht ein

Kostensenkung mit Decknamen Core

„Wir werden die Herausforderungen bei Mercedes-Benz-Pkw innerhalb von zwölf Monaten in den Griff bekommen“, sagte Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp auf der Jahrespressekonferenz des Autokonzerns in Sindelfingen.

Ausgerechnet die Edelmarke Mercedes bereitet Daimler-Chrysler aktuell Sorgen. Foto: dpa

Ausgerechnet die Edelmarke Mercedes bereitet Daimler-Chrysler aktuell Sorgen. Foto: dpa

HB STUTTGART. Und Schrempp erklärte auch, wie er sich das vorstellt. Der Automobilhersteller schließt im Zuge des angekündigten Effizienzsteigerungs-Programms für die zuletzt ertragsschwache Pkw-Sparte Mercedes Car Group (MCG) einen Stellenabbau nicht länger aus. Der neue Mercedes-Chef Eckhard Cordes hat dazu ein umfassendes Effizienzprogramm gestartet. Durch das Programm mit dem Namen Core will die MCG ihr Ergebnis um mehr als drei Milliarden Euro verbessern. Bis zum Jahr 2007 solle wieder eine Umsatzrendite von sieben Prozent (2004: 3,3 Prozent) erreicht werden.

Die Pkw-Sparte hatte im Jahr 2004 einen unerwartet hohen Ergebniseinbruch erlitten und soll bis zum Jahr 2007 wieder eine deutlich höhere Umsatzrendite erwirtschaften. Dazu soll das Ergebnis der Sparte um drei Milliarden Euro verbessert werden.

Daimler-Chrysler enttäuscht mit Jahresergebnis und Ausblick

Der deutsch-amerikanische Autohersteller DaimlerChrysler hat wegen eines Gewinneinbruchs der Kernsparte Mercedes-Benz im vergangenen Jahr zudem die Analystenerwartungen deutlich enttäuscht. Insgesamt schrumpfte der Betriebsgewinn in den Monaten Oktober bis Dezember 2004 auf 785 Millionen Euro von 2,396 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit 1,43 Milliarden Euro gerechnet.

Die Mercedes Car Group bekam mehrere Modellwechsel, den schwachen Dollar und Qualitätsprobleme zu spüren und verbuchte einen Gewinnrückgang um 97 Prozent - zwischen Oktober und Dezember verdiente die gewöhnlich ertragsreichste Sparte des Konzerns operativ nur 20 Millionen Euro nach 784 Millionen im Vorjahreszeitraum. Auch die Kleinwagenmarke Smart bescherte DaimlerChrysler weitere Belastungen. Im Handel an der Börse fielen die im Dax notierten Aktien um 2,5 Prozent auf 35,24 Euro.

Deutliche Verbesserungen frühestens 2006 in Sicht

Über das Gesamtjahr gesehen konnte der Konzern dank guter Ergebnisse seiner US-Tochter Chrysler und der sanierten Nutzfahrzeugsparte wie angekündigt seinen Betriebsgewinn deutlich steigern, blieb mit 5,75 Milliarden aber ebenfalls unter den Markterwartungen. Analysten hatten hier mit 6,4 Milliarden Euro gerechnet.

Für das laufende Jahr geht Daimler-Chrysler von einem moderaten Anstieg der weltweiten Autonachfrage aus. Der Absatz des Konzerns werde wegen zahlreicher neuer Modelle 2005 und in den Folgejahren weiter steigen. Nach zwei schwachen Quartalen solle das Geschäft im zweiten Halbjahr 2005 anziehen, so dass im Gesamtjahr mit einem leichten Anstieg des operativen Ergebnisses gerechnet werde.

Mit deutlichen Ergebnisverbesserungen rechnet der Konzern allerdings erst in den Jahren 2006 und 2007, wenn die Produktoffensive voll zum Tragen komme. Die ergebnisschwache Pkw-Sparte Mercedes-Benz soll durch ein Programm zur Effizienzsteigerung im Jahr 2007 wieder eine Umsatzrendite von sieben Prozent erzielen und ihre Ergebnis um mehr als drei Milliarden Euro verbessern.

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