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05.04.2006

11:35 Uhr

Daimler-Chrysler und Lagardère

Großaktionäre versilbern EADS-Anteile

Der deutsche Autobauer Daimler-Chrysler und der französische Mischkonzern Lagardère machen ihre Andeutungen wahr und trennen sich jeweils von einem großen Aktienpaket an der Airbus-Mutter EADS. Das europäische Vorzeigeunternehmen trägt die Ankündigung mit Fassung, wenngleich sich die Machtverhältnisse im Konzern verschieben.

An Airbus' Prestigeobjekt A380 hatten auch die Großaktionäre ihren Anteil. Foto: dpa

An Airbus' Prestigeobjekt A380 hatten auch die Großaktionäre ihren Anteil. Foto: dpa

HB MÜNCHEN. Die sorgsam zwischen Deutschland und Frankreich austarierte Machtbalance bleibt nach der über vier Mrd. Euro schweren Transaktion erhalten. Nach dem Verkauf von jeweils 7,5 Prozent der Aktien werden Daimler-Chrysler und die französische Seite - mit dem Medienkonzern Lagardere und dem Staat - noch je 22,5 Prozent der EADS-Anteile halten. Weil ein Verkauf der Aktien für beide Konzerns aus steuerlichen Gründen erst 2007 sinnvoll ist, verständigten sie sich auf ein Vorgehen, das den Verkauf schon jetzt festzurrt, aber erst später wirksam werden lässt.

Daimler-Chrysler und Lagardere erklärten, sie wollten EADS auch künftig unterstützen und wesentliche Aktionäre bleiben. Auf eine Höhe der Beteiligung wollte sich Daimler-Chrysler aber nicht festlegen. An der Pariser Börse gab der Kurs der EADS-Aktie um bis zu vier Prozent auf 32,82 Euro nach, während die Papiere von Lagardere sechs Prozent auf 68,20 Euro zulegten. In Deutschland gewann die Daimler-Chrysler-Aktie 2,5 Prozent auf ein vorläufiges Tageshoch von 49,24 Euro. Der Stuttgarter Autokonzern kann 2007 mit einem Gewinn von etwa einer Milliarde Euro aus dem Verkauf rechnen.

Daimler-Chrysler und Lagardere wollen sich stärker auf ihre Kerngeschäft konzentrieren. Daimler-Chrysler strukturiert derzeit sein Pkw-Geschäft mit den Marken Mercedes und Smart um und hat Randbereiche wie den Großdieselmotorenhersteller MTU verkauft.

EADS war im Jahr 2000 aus der deutschen Daimler-Tochter Dasa, der französischen Aerospatiale und der spanischen Casa aufgebaut worden. Der Einfluss ist zwischen Deutschland und Frankreich ausgewogen: Die Anteile sind gleich verteilt, die EADS hat zwei Verwaltungsrats- und zwei Vorstandschefs - je einen Deutschen und einen Franzosen. Beim Führungswechsel im Jahr 2005 hatte es einen Machtkampf gegeben. 5,5 Prozent an der EADS liegen beim spanischen Staat. Lagardere hatte bereits die Absicht bekundet, sich von einem Teil seiner EADS-Aktien zu trennen, künftig hält das Medienunternehmen noch 7,5 Prozent.

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