Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.02.2013

12:06 Uhr

Daimler

Der Stern im Zeichen der Hoffnung

VonTobias Döring, Lukas Bay

Daimlers Gewinn schrumpft. Doch mit einem Sparprogramm und neuen Modellen will der Autobauer 2013 den Abstand auf die Premiumkonkurrenz verkürzen. Im Konzern regiert das „Prinzip Hoffnung“.

Zetsche setzt auf Sparkurs

Video: Zetsche setzt auf Sparkurs

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Düsseldorf/StuttgartDie Situation bei Daimler ist paradox: Einerseits haben die Schwaben im vergangenen Jahr weltweit zwar so viele Pkw, Lkw, Transporter und Omnibusse wie noch nie - und damit den Umsatz um sieben Prozent auf 114,3 Milliarden Euro gesteigert. Andererseits schneidet Daimler im Ergebis schlechter ab. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern liegt mit 8,6 Milliarden Euro rund zwei Prozent niedriger als im Vorjahr. Und dass der Gewinn liegt mit 6,5 Milliarden Euro über dem Vorjahreswert liegt, ist in erster Linie dem Verkauf des 7,5-Prozent-Anteils am Luft- und Rüstungskonzern EADS für 709 Millionen Euro geschuldet.

Daimler-Chef Dieter Zetsche gibt sich angesichts der bescheidenen Zahlen selbstkritisch: „Das abgelaufene Geschäftsjahr war für Daimler insgesamt ein starkes Jahr mit vielen Erfolgen, aber auch mit erkennbarem Verbesserungspotenzial“.

Von Angriffslust ist allerdings wenig zu spüren. Wieder einmal stimmt Zetsche die Anleger auf ein „Übergangsjahr“ ein - und will erst im nächsten Jahr zur Attacke blasen. "Wir sind zuversichtlich, ab 2014 unsere relative Position voranbringen zu können", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche. Im Dreikampf der Premiumautobauer droht Daimler den Anschluss zu verlieren. Schließlich soll Mercedes schon 2018 wieder zur Nummer eins in der Premiumklasse werden. Das Jahr werde sich nicht das Zieljahr, das sich Zetsche vorgestellt habe, sagt auch Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive an der FHDW Bergisch-Gladbach. „Man muss aber 2013 zumindest erkennen, dass man der Konkurrenz wieder näherkommt, sonst wird es 2014 auch nicht besser.“

Die Marke mit dem Stern krankt an Fehlentscheidungen in der Modellentwicklung, Vertriebsproblemen im Boommarkt China und Fehlplanungen im Budget, was Investoren immer tiefere Sorgenfalten bereitet. Denn der Aktienkurs liegt in etwa auf dem Niveau von vor sieben Jahren, als der frühere Chrysler-Chef Dieter Zetsche auf den Posten des Daimler-Konzernchefs - und in Personalunion auch auf den Chefsessel bei Mercedes-Benz - wechselte.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Trotz der Investitionen im Jahr 2012 sei man bei Ergebnis und Rentabilität dem eigenen Anspruch noch nicht gerecht geworden, gibt auch Zetsche unumwunden zu. Insbesondere in der Autosparte lag Daimler auch 2012 mit 7,1 Prozent deutlich unter den Werten der Konkurrenz. „Damit unser zukünftiges Wachstum noch profitabler ist, haben wir in allen Geschäftsfeldern konkrete Maßnahmen ergriffen, um unsere Effizienz weiter zu steigern.“ Mit einem insgesamt gut drei Milliarden Euro schweren Sparprogramm - zwei Milliarden Euro bei den Pkw und gut eine Milliarde in der Lkw-Sparte - will Daimler gegensteuern und bis Ende nächsten Jahres auf deutlich niedrigere Kosten kommen.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

HB_Maennchen

07.02.2013, 09:46 Uhr

Liebes Handelsblatt Team,
So viele grammatikalischen Fehler in einem Artikel (in letzter Zeit immer häufiger zu beobachten) zeugen von schlampiger oder garkeiner Korrektur vor dem Hochladen. Hoffentlich wird nicht auch so recherchiert...

Realistin

07.02.2013, 10:05 Uhr

@HB_Maennchen

Hoffentlich wird nicht auch so recherchiert...

--------------------------------------------------------

Na sicher wird auch so recherchiert!! Wegen dem Profit bleibt doch gar keine Zeit mehr zu investigativem Journalismus!! Lesen Sie Leyendecker...der beste deutsche Journalist aller Zeiten!!

http://www.mediaculture-online.de/Sonstiges.1492+M58d044a19af.0.html

Kowalski

07.02.2013, 10:58 Uhr

Der Wechsel der bis Dato meistverkauften Mercedes PKW-Modelle A und B Klasse, ist bereits ein Flopp und hat lediglich dazu geführt dass die Alt-Modelle den Gebrauchtwagen Markt dominieren. Made in Germany war eine Qualitätsaussage, mit welcher Mercedes groß geworden ist. Mit Proletenautos aus Osteuropischer Billig-Lohn Produktion, wird das Zeichen der Hoffnung, nur ein Zeichen bleiben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×