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09.04.2014

15:20 Uhr

Daimler-Hauptversammlung

Endlich wieder Zweiter

VonLukas Bay

Auf der Hauptversammlung erntet Daimler-Chef Zetsche den Applaus der Aktionäre. Aktie und Absatz steigen im Gleichtakt – und noch dieses Jahr will Mercedes wieder an Audi vorbeiziehen. Doch zur Spitze reicht das nicht.

Hauptversammlung: Daimler nimmt Schwung mit ins neue Jahr

Video: Hauptversammlung: Daimler nimmt Schwung mit ins neue Jahr

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Stuttgart/DüsseldorfSo viel Einigkeit auf einer Daimler-Hauptversammlung war selten. Während Konzernchef Zetsche in den vergangenen Jahren trotz guter Zahlen stets viel Kritik der Aktionäre entgegenschlug, halten sich die kritischen Wortmeldungen in Anbetracht der jüngsten Erfolge zurück. So sehr, dass es dem Daimler-Chef wichtig ist, in seiner Rede vor den Aktionären zu betonen, dass man 2013 „nicht als makelloses Erfolgsjahr verklären“ sollte.

Dabei können sich die Erfolge durchaus sehen lassen. Allein im ersten Quartal hat Daimler rund 13,5 Prozent mehr Autos verkauft – kein Premiumautobauer wächst derzeit schneller. Damit würde Daimler sogar die VW-Tochter Audi wieder hinter sich lassen und endlich wieder Platz zwei der Premiumhersteller einnehmen.

„Die Lage des Unternehmens ist gut, die Perspektiven sind noch besser“, sagt Zetsche. Alle wichtigen Modellreihen sind auf dem neusten Stand. Von der kompakten A-Klasse über die C-Klasse bis zur noblen S-Klasse. Doch darauf wollen sich die Daimler-Manager nicht ausruhen: 30 neue Modelle wollen die Schwaben in den nächsten Jahren auf den Markt bringen, ein Dutzend davon ohne direkten Vorgänger. 21,8 Milliarden Euro sollen darum in den kommenden zwei Jahren in die Entwicklung neuer Fahrzeuge investiert werden.

An Börse wird das belohnt: Bei der Aktienperformance ist Daimler schon längst dort angekommen, wo der Konzern auch beim Absatz hin will – an der Spitze. Im vergangenen Jahr ist der Aktienkurs um 70 Prozent gestiegen, bei BMW waren es 40 Prozent, Audi-Mutter VW kommt auf 30 Prozent. Und für die Aktionäre hat Dieter Zetsche noch ein Geschenk mitgebracht: die Dividende steigt auf 2,25 Euro pro Aktie – der höchste Wert in der Unternehmensgeschichte. Dabei ging der operative Gewinn mit 7,9 Milliarden Euro sogar zurück, rechnet man die 2,3 Milliarden aus dem Verkauf der EADS-Anteile heraus.

Die profitabelsten Autokonzerne der Welt

Platz 10

Fiat-Chrysler - 2,15 Milliarden Euro Gewinn im Jahr 2013

Durch die Fusion mit dem US-Autoriesen retten sich auch die Italiener in die Gewinnzone. Ohne Chrysler stünde unterm Strich ein Verlust von 188 Millionen Euro.

Platz 9

Nissan - 3,28 Milliarden Euro Gewinn

Die Japaner können beim Gewinn wieder leicht zulegen. Unterm Strich steht ein Plus von etwa zwei Prozent.

Platz 8

Ford - 4,2 Milliarden Euro Gewinn

Der operative Gewinn fällt bei Ford etwa sieben Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Dabei haben die Amerikaner mit dem Pickup F-150 das meistverkaufte Auto in den USA in ihren Reihen.

Platz 7

General Motors - 4,68 Milliarden Euro Gewinn

Eine Rückrufserie erschüttert derzeit das Vertrauen der Amerikaner in ihren größten Autokonzern. 2013 war davon noch nichts zu spüren. Der operative Gewinn legt um 13 Prozent zu.

Platz 6

Honda - 4,87 Milliarden Euro Gewinn

Bei den Japanern sorgt der schwache Yen für Rückenwind im Export. Der operative Gewinn legt um satte 35 Prozent zu.

Platz 5

Hyundai/Kia - 7,16 Milliarden Euro Gewinn

Das koreanische Duo kann beim operativen Gewinn nicht an die Vorjahre anknüpfen. Bei Hyundai sinkt der operative Gewinn um ein Prozent, bei Kia sogar um zehn Prozent.

Platz 4

Daimler - 7,61 Milliarden Euro Gewinn

Beim Profit verpassen die Schwaben das Treppchen nur knapp. Vor allem weil der operative Gewinn bereinigt um den Verkauf der EADS-Aktien um 14 Prozent sinkt.

Platz 3

BMW - 7,99 Milliarden Euro Gewinn

Auch bei den Münchener fällt der operative Gewinn um drei Prozent niedriger aus. Das reich aber immer noch für die Bronzemedaille.

Platz 2

Volkswagen - 11,67 Milliarden Euro Gewinn

Im Zwölf-Marken-Reich des VW-Konzerns geht es auch beim Profit leicht nach vorne. Zwei Prozent Plus stehen markenübergreifend unterm Strich. Für die Spitzenposition reicht das nicht.

Platz 1

Toyota - 16,91 Milliarden Euro Gewinn

Beim Profit kann kein anderer Hersteller den Japanern das Wasser reichen. Im Jahr 2013 steigt der operative Gewinn von Toyota um satte 132 Prozent.

Quelle

Studie von Ernst & Young "Die größten Automobilhersteller weltweit" im April 2014.

Doch dass Daimler bei der Profitabilität noch hinterherhinkt, ist vor allem den hohen Investitionen in neue Modelle geschuldet. Mit einer Ausweitung des Sparprogramm will Zetsche auch bei der Rendite aufholen. „Wir halten an unserer Marschroute fest“, kündigte er an. Bis Ende 2014 sollen die Kosten in der Pkw-Sparte um zwei Milliarden Euro und im Lkw-Geschäft um 1,6 Milliarden Euro gegenüber 2011 gedrückt werden.
Mittelfristig will Daimler so im Gesamtkonzern neun Prozent und in der Pkw-Sparte Mercedes-Benz zehn Prozent vom Umsatz als Gewinn einstreichen. Im vergangenen Jahr war die Rendite bei Pkw allerdings um fast einen Prozentpunkt auf 6,2 Prozent gesunken. Der Modellwechsel bei der renditestarken S-Klasse und der hohe Anteil an Kompaktwagen, die weniger Gewinn abwerfen, bremsten die Marge. Bei BMW lag die Rendite im vergangenen Jahr bei 9,4 Prozent, bei der Volkswagen-Tochter Audi bei 10,1 Prozent. „Die Erntezeit hat gerade erst angefangen“, sagte Zetsche.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

09.04.2014, 19:13 Uhr

Applaus? Warum stehen die Manager nicht für Ihr Versagen persönlich mit Ihrem Vermögen (USA) ein? Wieso nehmen Sie sich astronische Vergütungen? Wieso muss jeder Mercedes min. "1 Mill." kosten??

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