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12.04.2006

13:16 Uhr

Daimler-Hauptversammlung

Zetsche gelobt Besserung bei Mercedes

Mercedes-Fahrer sind in den vergangenen Jahren des öfteren mit ihren Wagen liegengeblieben – ein ungewohntes Gefühl für die qualitätsverwöhnte Kundschaft. Daimler-Chef Dieter Zetsche hat auf der Hauptversammlung in Berlin eingeräumt, dass Mercedes noch an sich arbeiten müsse, um wieder zur Nummer eins in Sachen Qualität zu werden. Erste Erfolge gibt es schon.

Zetsche will Mercedes zur Nummer eins bei der Qualität machen. Foto: dpa

Zetsche will Mercedes zur Nummer eins bei der Qualität machen. Foto: dpa

HB BERLIN „Die Qualität unserer Produkte hat sich wieder deutlich verbessert. Am Ziel sind wir aber noch nicht“, sagte Zetsche am Mittwoch vor den Aktionären. Laut Zetsche kann es für die Marke Mercedes-Benz bei der Qualität nur ein Ziel geben: die Nummer 1 zu sein sowohl bei der Produkt-, als auch bei der Servicequalität. „Hier haben wir noch Handlungsbedarf“, sagte der neue Mann an der Spitze. Aber das Thema sei adressiert und entsprechende Maßnahmen eingeleitet.

Im vergangenen Jahr hatte der Automobilhersteller den größten Rückruf in der Mercedes-Geschichte gestartet. 1,3 Mill. Fahrzeuge wurden weltweit in die Werkstätten beordert, um einen Schlussstrich unter eine Serie von Pannen zu ziehen. Alleine in Deutschland mussten 350 000 Modelle auf die Hebebühne. Gründe waren Mängel an der Bremsanlage, dem Batteriesteuergerät, dem Spannungsregler der Lichtmaschine oder defekte Scheibenwischer. Besonders die E-Klasse-Fahrer mussten in den vergangenen Jahren unter einer fehlerhaften Elektronik leiden.

Zetsche sieht eine Chance, den Absatz in der Mercedes Car Group, in der die Marken Mercedes-Benz, Smart und Maybach zusammengefasst sind, in diesem Jahr stärker zu steigern als geplant. Er erneuerte die Prognose, 2006 beim Absatz das Vorjahresniveau zu erreichen. „Wenn Sie sich die Verkäufe im ersten Quartal ansehen, dann gibt es auf das Jahr gesehen durchaus eine Chance darüber hinaus“, betonte Zetsche aber. Im ersten Quartal setzte die Mercedes Car Group 12 Prozent mehr Autos ab

Trotz des Absatzerfolgs in 2005 war die Mercedes Car Group tief in die roten Zahlen gerutscht. Grund dafür waren zum einen die Kosten zur Fehlerbeseitungung und Qualitätsverbesserung, zum anderen der Umbau des Konzerns mit der Streichung von tausenden Stellen. Die Sparte schrieb einen operativen Verlust von 505 Mill. Euro, während im Vorjahr noch ein operativer Gewinn von 1,7 Mrd. Euro ausgewiesen wurde. Den Löwenanteil am Minus hatte die unrentable Kleinwagenmarke Smart mit 1,1 Mrd. Euro.

Zetsche verteidigte das Festhalten an der von Experten häufig kritisierten Tochter: „Wir sind sicher, dass wir die Voraussetzung für schwarze Zahlen im Jahr 2007 geschaffen haben.“ Vor kurzem hatte der Vorstandsvorsitzende nach einer ersten Restrukturierung von Smart im Frühjahr 2005 überraschend den zweiten Sanierungsschritt angekündigt: Damit verbunden ist die Einstellung des viersitzigen Modells Forfour und die vollständige Integration der einst eigenständigen Tochter in die Mercedes-Organisation.

Beim Nachfolger des zweisitzigen Fortwo im kommenden Jahr könne Smart nochmals die Kosten deutlich reduzieren, sagte Zetsche. Außerdem passe er mit dem niedrigen Kraftstoffverbrauch hervorragend in die heutige Zeit. „Dazu kommt, dass der Fortwo in allen Märkten eine Alleinstellung hat, aufgrund seiner Einzigartigkeit sogar Kultstatus besitzt“, so der Manager. Nicht zuletzt Sei smart eine ideale Einstiegsmsarke, nicht nur für junge Leute. „Und es kann uns gewiss nicht schaden, dass die Sympathie, die dem kleinen Smart entgegengebracht wird, auch ein bisschen auf Daimler-Chrylser abstrahlt,“ sagte Zetsche.

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