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25.06.2013

20:36 Uhr

Daimler

Knapp 50.000 Pkw mit verbotenem Kältemittel unterwegs

47.000 Pkw von Daimler sind mit dem Kühlmittel R134a unterwegs. Das Mittel ist seit Jahresbeginn bei Neuwagen verboten, die Fahrzeuge wurden aber ganz normal zugelassen. Die EU-Kommission droht mit Konsequenzen.

Ein Wagen der neuen Mercedes-Benz B-Klasse. Das neue Kühlmittel wurde aus den neuen Mercedes-Benz-Modellen A- und B-Klasse sowie aus dem Sportwagen SL verbannt. ap

Ein Wagen der neuen Mercedes-Benz B-Klasse. Das neue Kühlmittel wurde aus den neuen Mercedes-Benz-Modellen A- und B-Klasse sowie aus dem Sportwagen SL verbannt.

StuttgartIn Deutschland sind knapp 47.000 Pkw von Daimler mit dem seit Jahresbeginn in Neuwagen verbotenen Kühlmittel R134a unterwegs. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage hervor, die Reuters vorliegt.

Demnach wurden zwischen Januar und Ende Mai 46.817 Pkw neu zugelassen, obwohl die Klimaanlagen - entgegen einer EU-Richtlinie - mit dem klimaschädlichen Gas R134a befüllt wurden und nicht wie vorgeschrieben mit dem klimaschonenderen Gas R1234yf. Daimler ignoriert wegen Sicherheits-Bedenken gegen das neue Kältemittel seit Jahresbeginn als einziger Hersteller in Deutschland die EU-Vorgaben und wurde daher vom Kraftfahrtbundesamt bereits abgemahnt.

Der Autobauer hatte im vergangenen Jahr bei simulierten Crash-Tests festgestellt, dass sich das Kühlmittel R1234yf bei Leckagen der Klimaanlage im heißen Motorraum entzündet und beim Brand giftige und ätzende Dämpfe freiwerden.

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Daher wurde das Kühlmittel aus den neuen Mercedes-Benz-Modellen A- und B-Klasse sowie aus dem Sportwagen SL verbannt, obwohl die Verkaufszulassung die Befüllung der Klimaanlage mit dem neuen Kühlmittel R1234yf zwingend vorsieht.

Für das im kommenden Monat auf den Markt kommende neue Modell der Mercedes-Benz S-Klasse besorgte sich Daimler nachträglich eine geänderte Zulassung beim Kraftfahrtbundesamt, um das bisher übliche Kühlmittel R134a weiter nutzen zu dürfen und keinen Verkaufsstopp zu provozieren.

Beim Kraftfahrtbundesamt war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Die Behörde will die Brandgefahr des umstrittenen Kältemittels selbst unter die Lupe nehmen und Autos mehrerer Pkw-Marken Crashtests unterziehen. Denn anders als Daimler erklärte beispielsweise Opel das neue Kältemittel bei Unfällen für ungefährlich für Insassen und Rettungskräfte.

Die EU-Kommission schaut mit Argusaugen auf Deutschland und droht seit Monaten gegen Staaten vorzugehen, in denen neue Fahrzeuge - entgegen den Vorschriften - weiter mit dem klimaschädlichen Kühlmittel zugelassen werden. Bis 2017 gelten Übergangsvorschriften, die die meisten Autobauer ausnutzen und damit das Daimler-Dilemma umschiffen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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UlrichPflueger

25.06.2013, 21:57 Uhr

Das Foto zeigt nicht die aktuelle B-Klasse (W246), sondern noch den Vorgänger (W245)!

Account gelöscht!

25.06.2013, 23:10 Uhr

Wenigstens ein Autohersteller der noch Rückrat und Hirn beweist!
Der Vorstand von Daimler weis schon warum er das macht!
Weil die EU Strafen garantiert niedriger ausfallen werden als die Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe, die in den nächsten Jahren auf die anderen PUPS-Autohersteller zukommt!
Nach den ersten Massenkarambolagen auf den Autobahnen und Feuerbestattung von zig Hundert Leuten wissen die Bescheid!

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