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16.02.2016

10:33 Uhr

Daimler kürzt in Lkw-Sparte

Streichkonzert bei Freightliner und Western Star

Daimler hat ein Rekordjahr in Nordamerika hingelegt. Dennoch müssen nun mehr als 1000 Mitarbeiter in den US-Lkw-Werken gehen. Der Konzern erwartet einen starken Rückgang im Truck-Markt.

Daimler streicht bei den US-Lkw-Marken Hunderte Arbeitsplätze. dpa

Selbstfahrender Truck von Freightliner

Daimler streicht bei den US-Lkw-Marken Hunderte Arbeitsplätze.

StuttgartDaimler streicht in seiner US-Lkw-Sparte nach einem Rekordjahr in Nordamerika 1250 Stellen und stellt sich damit auf eine sinkende Nachfrage ein. Zwei Werke im Bundesstaat North Carolina sind betroffen, wie ein Daimler-Sprecher am Dienstag sagte. In Mount Holly, wo Lastwagen der Tochtermarke Freightliner gebaut werden, müssen demnach 700 Mitarbeiter gehen – ein Drittel der Belegschaft.

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Eine Fabrik für Lkw der Tochter Western Star in Cleveland baue 550 Stellen und damit ein Viertel der Jobs ab. Daimler rechnet wie andere Hersteller für 2016 mit einem schrumpfenden Lkw-Markt in Nordamerika. Die Stuttgarter erwarten einen Rückgang um zehn Prozent.

Der Konzern, der Ende 2015 weltweit rund 284.000 Beschäftigte hatte, verzeichne dort bereits jetzt „leicht sinkende Auftragseingänge“, sagte der Sprecher. „Der Entwicklung muss man Rechnung tragen.“ Am Montag seien die Mitarbeiter über den Jobabbau informiert worden.

Die Zahl der Mitarbeiter sinke nach der Rekordnachfrage im vergangenen Jahr wieder auf ein Normalniveau, hieß es. Auch der Konkurrent Volvo hat bereits Stellenstreichungen angekündigt.

Das sind die größten Lkw-Märkte

Platz 10

Osteuropa - 48.100 verkaufte Lkw im Jahr 2014*

Die Transportbranche in Osteuropa gilt als großer Hoffnungsträger für die Branche - und ist nach Ansicht der Unternehmensberater von Deloitte einer der dynamischsten Märkte weltweit. Die Verkäufe soll jährlich um zehn Prozent anziehen.

*Quelle: Deloitte Truck-Studie

Platz 9

Mittelamerika - 65.500 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Die Nähe zu den USA lässt die Industrie florieren, die Nachfrage nach Transportdienstleistungen steigt - und damit auch die Lkw-Verkäufe. Bis 2024 soll der Absatz jährlich um fünf Prozent zulegen.

Platz 8

Japan - 77.100 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Auf den japanischen Straßen ist der Platz begrenzt, gefragt sind darum vor allem mittelgroße Lkw. Allerdings dürfte sich das Wachstum in Grenzen halten. Prognostiziert wird ein Marktzuwachs von jährlich einem Prozent.

Platz 7

Russland - 116.000 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Der russische Markt hat viel Potential, obwohl in Russland viele Güter über die Schiene transportiert werden. Die aktuelle politische Lage verhagelt die Bilanz. Mittelfristig sieht die Perspektive besser aus.

Platz 6

Brasilien - 164.700 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Die größte Volkswirtschaft Südamerikas hat viel Dynamik eingebüßt. Auch für den Lkw-Absatz sind die Prognosen mau. Der Markt soll bis 2024 jedes Jahr um etwa ein Prozent zulegen.

Platz 5

Südostasien - 168.100 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Thailand, Malaysia und Indonesien gelten als Wirtschaftsnationen mit Potential. Und auch die Nachfrage nach schweren Nutzfahrzeugen legt jährlich um fünf Prozent zu.

Platz 4

Indien - 237.300 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Noch fristet der indische Lkw-Markt ein Schattendasein. Doch die Potentiale sind gigantisch. Im Jahr 2024, so prognostiziert es die Unternehmensberatung Deloitte, sollen dort 544.400 Lkw verkauft werden. Das jährliche Wachstum beträgt neun Prozent.

Platz 3

EU - 297.000 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Noch landet aber Europa, der Heimatmarkt von Daimler, MAN/Scania und Volvo, auf dem dritten Rang. Mit einem jährlichen Wachstum von vier Prozent bis 2024 ist die Entwicklung durchaus positiv.

Platz 2

USA - 377.000 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Bis auf Daimler tun sich die europäischen Hersteller noch schwer auf dem US-Markt. Nach Jahren der Konsolidierung sind dort deutlich weniger Wettbewerber im Markt.

Platz 1

China - 985.000 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Der größte Lkw-Markt der Welt wird regiert durch die lokalen Hersteller. Die schiere Menge an verkauften Lkw kaschiert, dass es sich dabei vor allem um kleine, günstige Modelle handelt. Auch die Wachstumsprognosen sind nach Ansicht von Deloitte eher bescheiden. Sie gehen von einem jährlichen Wachstum von einem Prozent aus.

Von

dpa

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