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02.07.2013

14:10 Uhr

Daimler-Manager Bernhard

LKW-Chef in schwieriger Mission

Wolfgang Bernhard lenkt jetzt das LKW-Geschäft von Daimler. In der Sparte erhält er eine neue Chance, sich zu profilieren – und als Zetsche-Nachfolger zu positionieren. Leicht wird das nicht. Der Absatz bröckelt.

Der Chef der LKW-Sparte von Daimler Wolfgang Bernhard sitzt in Wörth (Rheinland-Pfalz) in einem Actros. Nach Einschätzung von Bernhard hat das Daimler-Lkw-Geschäft die größten Sparanstrengungen noch vor sich. dpa

Der Chef der LKW-Sparte von Daimler Wolfgang Bernhard sitzt in Wörth (Rheinland-Pfalz) in einem Actros. Nach Einschätzung von Bernhard hat das Daimler-Lkw-Geschäft die größten Sparanstrengungen noch vor sich.

WörthWolfgang Bernhard bemüht sich von ganzem Herzen ein Trucker zu werden. „Ich kann es kaum erwarten“, sagte der frischgebackene Lkw-Chef. Doch bislang kann der 52-Jährige sich nur vor parkenden Lastwagen ablichten lassen. Was ihm noch fehlt, ist der entsprechende Führerschein: „Bis zu den Sommerferien muss das durch sein“, lacht er und scherzt, sein Fahrlehrer habe gesagt, die Lage sei verzweifelt, aber nicht hoffnungslos.

Von der S-Klasse zum 40-Tonner – eine ziemliche Umstellung. Im April tauschte der ehemalige Produktionsvorstand der Pkw-Sparte den Platz mit dem bisherigen Nutzfahrzeugchef Andreas Renschler.

Als die Entscheidung im Februar fiel, hieß es in mit der Sache vertrauten Kreisen, den Arbeitnehmervertretern sei es wichtig gewesen, dass der einst als Nachfolger von Daimler-Chef Dieter Zetsche gehandelte Bernhard „nicht mehr Pkw“ mache. Der Manager war in der Vergangenheit immer wieder wegen seines rigiden Sparkurses mit Betriebsräten und Belegschaft aneinandergeraten.

Um sich als Zetsche-Nachfolger wieder ins Gespräch zu bringen, müsse Bernhard sich deshalb mit einer sehr guten Performance zurückmelden, glaubt Autoexperte Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. Bernhard sei vielen nur noch als Kostenkiller bekannt. Bei anderen steht er im Ruf, zielstrebig, fasst schon verbissen zu sein.

Sein Vorgänger Renschler trete dagegen sehr offen auf, sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. Renschler sei sehr glaubwürdig und packe an den richtigen Stellen an, ohne die Leute gegen sich aufzubringen. „Nach meiner Einschätzung hat er bessere Chancen als Bernhard, der schwer für den Arbeitnehmerflügel im Aufsichtsrat umsetzbar ist.“ Neben Renschler räumt Dudenhöffer auch China-Chef Hubertus Troska gute Chancen auf die Zetsche-Nachfolge ein.

Angesichts dieser Konkurrenz muss Bernhard umso mehr zeigen, wie er die Nutzfahrzeugsparte weiter voran bringen will. Strategisch habe sein Vorgänger mit den Joint-Ventures in China, Indien und Russland ganze Arbeit geleistet, sagt Dudenhöffer. Eigentlich müsse Bernhard nur darauf aufbauen und die Flexibilität erhöhen.

Kommentare (1)

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HB-Leser

05.07.2013, 13:10 Uhr

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