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04.02.2016

13:26 Uhr

Daimler mit Rekorden

Die erfolgreiche Operation des Dr. Z

VonLukas Bay

Viele hatten Daimler schon abgeschrieben. Doch mit dem Rekordgewinn präsentieren sich die Schwaben so stark wie nie – und wollen nun die Krone zurück. Für Konzernchef Zetsche ist das eine späte Genugtuung. Ein Kommentar.

Daimler schreibt Geschichte

Zetsche: „Rechnen 2016 mit Wachstum von 2,5 bis drei Prozent“

Daimler schreibt Geschichte: Zetsche: „Rechnen 2016 mit Wachstum von 2,5 bis drei Prozent“

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Jetzt bloß nicht in Euphorie verfallen. Daimler-Chef Dieter Zetsche versucht es mit ein bisschen Zurückhaltung: „Erfolge muss man sich immer wieder neu erarbeiten“, erklärt er. Dabei hat er gerade das beste Ergebnis in der langen Geschichte des schwäbischen Autobauers präsentiert. Gleich drei neue Rekorde hat Daimler im Geschäftsjahr 2015 aufgestellt: Noch nie hat der Premiumriese so viele Autos verkauft, noch nie hat der Konzern damit so viel Umsatz erzielt, noch nie haben die Schwaben damit so viel Gewinn erzielt – insgesamt 13,8 Milliarden Euro.

Daimler ist noch stärker als in Zeiten, in denen die Krone der Premiumhersteller wie selbstverständlich nach Stuttgart ging. Wer hätte das gedacht?

Lukas Bay ist Redakteur im Ressort Unternehmen & Märkte.

Der Autor

Lukas Bay ist Redakteur im Ressort Unternehmen & Märkte.

Noch vor wenigen Jahren wirkte die Marke mit dem Stern wirkte wie ein Superstar, der in die Jahre gekommen war. Die Schwaben hatten etliche Trends verschlafen. Während BMW mit seinen SUV-Modellen immer neue Rekorde einfuhr und Audi in China Verkaufsrekord um Verkaufsrekord vorlegte, mühte sich Daimler mit einer veralteten Modellpalette ab. Die Stuttgarter versuchten, mit der agilen Konkurrenz mitzuhalten – und wurden überholt. Erst von BMW, dann von Audi.

Und auch Zetsche galt als angeschlagen: „Einsame Spitze“ titelte damals das „Süddeutsche Magazin“ mit dem mutmaßlich einsamen Konzernlenker auf dem Cover. Ein Titel, der die Gemütslage traf. Tatsächlich war es damals einsam geworden um Zetsche. Die Aktionäre beklagten die maue Entwicklung des Aktienkurses. Die Arbeitnehmer setzten sich gar dafür ein, den Vertrag des Vorstandsvorsitzenden nur um drei Jahre zu verlängern – und Zetsche damit nur auf Bewährung an der Spitze zu lassen. Viele rechneten gar mit einem vorzeitigen Abgang.

Doch Zetsche bewies Nehmerqualitäten. Heute erklärt er seine Geduld im Interview mit der „Welt am Sonntag“ so: „Natürlich haben wir damals gewusst, welche Fahrzeuge wir in der Pipeline haben und dass uns das enormen Schub geben wird“. Doch ehrlicherweise rechneten nur wenige damit, dass der Abstand zu Audi und BMW so schnell schrumpfen würde.

Zetsche stritt eher mit der eigenen Belegschaft – um Sparprogramme und einen Umbau der Produktion. Im Werk Sindelfingen kam es zu Warnstreiks. In puncto Rendite hechelten die Schwaben hinterher. Daimler schien für Außenstehende vor allem mit sich selbst beschäftigt zu sein. Doch mittlerweile zeigt sich: Die komplizierte Operation des Dr Z. scheint gelungen.

Kommentare (7)

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Herr Vinci Queri

04.02.2016, 14:28 Uhr

>> Die erfolgreiche Operation des Dr. Z >>

Warum versucht hier so ein (...) den Erfolg von fleissigen Menschen im Konzern einem (...) hinzu zu schustern ?

Was hat denn dieser Doktor Z. zum Erfolg beigetragen, ausser Bonis in Millionenhöhe persönlich abgesahnt zu haben ?

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Frau Paula Friedrich

04.02.2016, 14:48 Uhr

ein weltweites Verkaufsargument "Autobahn erprobt" könnte mit TTIP bald wegfallen. Wenn amerikanischer Hersteller bei uns im Rahmen der Marktangleichung Tempo 110 auf Autobahnen einfordern. Amerikanische Autos mit Plüsch und Bildschirm sind dann bei uns ausreichend - und die weltweite Marketing-Wirkung ist dahin. Gut für die Umwelt - aber keiner braucht dann Hightech Autos. Nicht mal mehr die Schweizer.

Lothar dM

04.02.2016, 15:01 Uhr

Für Vielfahrer immer erste Wahl: Mercedes, die Erfinder des Automobils

Das war eigentlich auch nie anders.

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