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05.02.2015

10:00 Uhr

Daimler mit Rekordergebnis

Zetsche in Spendierlaune

Rekordabsatz, Rekordgewinn – das Jahr endet für Daimler mit Spitzenwerten. Nun soll die Dividende für Aktionäre ebenfalls auf Rekordniveau steigen. Und auch die Mitarbeiter sollen profitieren - mit einer dicken Prämie.

Starke Daimler-Zahlen

"Wir leben nicht auf der Insel der Glückseligen"

Starke Daimler-Zahlen: "Wir leben nicht auf der Insel der Glückseligen"

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StuttgartDie Aufräumarbeiten waren erfolgreich. Bei Daimler wird wieder Geld verdient. Dank einer runderneuerten Modellpalette und einem neuen Rekord beim Absatz erreicht auch der Jahresüberschuss einen neuen Bestwert: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) aus dem laufenden Geschäft stieg 2014 auf 10,1 Milliarden Euro nach acht Milliarden Euro im Jahr zuvor. „Überall im Unternehmen ist deutlich spürbar: Daimler ist im Aufbruch“, erklärte Vorstandschef Dieter Zetsche am Donnerstag in Stuttgart.

Endlich kann Zetsche damit wieder aus dem Vollen schöpfen. Die Aktionäre sollen mit 2,45 Euro je Aktie die höchste Dividende der Unternehmensgeschichte erhalten, so hat es der Daimler-Chef mit der Verkündung der Zahlen versprochen. Die Aussicht auf die Dividende hat die Anleger am Donnerstag bei Daimler-Aktien zugreifen lassen. Die Titel stiegen in der Spitze um zwei Prozent auf 84,27 Euro, den höchsten Stand seit mehr als 15 Jahren. Sie waren damit Spitzenreiter im Dax.

Profitieren sollen auch die Mitarbeiter. 135.000 „anspruchsberechtigte Tarifmitarbeiter“ sollen im April einen einmaligen Bonus von 4350 Euro erhalten - so hat es Daimler mit dem Betriebsrat vereinbart.

Daimler setzte im vergangenen Jahr knapp 130 Milliarden Euro um, ein Plus von zehn Prozent. Die Pkw-Sparte legte auch beim Umsatz besonders stark zu – er stieg um 14 Prozent auf 73,6 Milliarden Euro. Der Absatz kletterte auf einen neuen Höchstwert von 2,5 Millionen Fahrzeugen. Das Konzernergebnis ging hingegen um 16 Prozent zurück auf 7,29 Milliarden Euro, da im Vorjahr über drei Milliarden Euro Sondergewinn aus dem Verkauf von Anteilen an Airbus angefallen waren.

Die größten Gewinner im deutschen Automarkt

Platz 10

Dacia - Plus 7,5 Prozent - 48.907 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die rumänische Billigtochter bleibt eine Erfolgsgeschichte für Renault und wächst in Europa weiterhin deutlich stärker als der Markt.

Quelle: Kraftfahrzeugbundesamt

Platz 9

Skoda - Plus 8,5 Prozent - 173.538 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Mittlerweile sind die Tschechen die erfolgreichste Importmarke in Deutschland. Neue Modelle wie der Fabia dürften den Absatz auch im kommenden Jahr ankurbeln.

Platz 8

Seat - Plus 11,7 Prozent - 91.192 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns fährt aus der Krise. Der neue Leon macht's möglich - und beschert ein sattes Absatzplus auf dem deutschen Markt.

Platz 7

Nissan - Plus 13,7 Prozent - 62.536 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Den Japanern ist zum Jahresende etwas die Puste ausgegangen. Insgesamt kann sich das Absatzplus im abgelaufenen Jahr aber sehen lassen. Neue Modelle wie der Pulsar sollen die Erfolgsgeschichte im kommenden Jahr wiederholen.

Platz 6

Mitsubishi - Plus 14,1 Prozent - 24.131 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Japaner haben mit dem Outlander PHEV einen der ersten SUVs mit Plug-in-Hybrid im Angebot. Insgesamt überzeugt die Modellpalette die Deutschen offenbar.

Platz 5

Volvo - Plus 16 Prozent - 31.919 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Schweden sind zurück. Mit Modellen wie dem SUV XC90 blasen die Skandinavier wieder zum Angriff. Besonders zum Jahresende legte der Absatz deutlich zu.

Platz 4

Mazda - Plus 16,7 Prozent - 52.491 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Kennen Sie noch die uncoolen Mazdas aus den 90ern? Die Autokäufer in Deutschland kennen sie nicht. Eine runderneuerte Modellpalette bringt Mazda unter den Gewinnern der Zulassungsstatistik weit nach vorne.

Platz 3

Porsche - Plus 17,1 Prozent - 24.365 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen setzt seine Erfolgsgeschichte ungebrochen fort. Besonders zum Jahresende legt Porsche deutlich zu. Dabei dürften Verkaufsschlager wie der Macan auch weiterhin für Absatz sorgen.

Platz 2

Land Rover - Plus 18,1 Prozent - 14.679 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die noblen Briten können mit dem Evoque auch modern und klein. Das zahlt sich bei den Verkäufen aus. In Deutschland verkauft Land Rover fast doppelt so viele Autos wie Konkurrent Jeep.

Platz 1

Jeep - Plus 48,8 Prozent - 10.268 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die SUV-Marke aus dem Hause Fiat/Chrysler wächst in Deutschland stärker als alle Konkurrenten. Das dürfte Fiat-Chef Marchionne freuen, für dessen Premiumstrategie die Marke eine Schlüsselrolle spielt. Besteller ist der Grand Cherokee.

Einem weiteren großen Ziel ist Zetsche im abgelaufenen Geschäftsjahr näher gekommen: Operativ erwirtschaftet die Marke mit dem Stern eine Rendite von 8,1 Prozent aus dem laufenden Geschäft, anderthalb Prozentpunkte mehr als 2013 - und nicht mehr weit von den zehn Prozent Rendite, die der Konzernchef erreichen will.

Dazu trägt maßgeblich die neue S-Klasse bei, bei der die Gewinnspanne traditionell besonders hoch liegt. Ohnehin wirkt sich die runderneuerte Modellpalette deutlich positiv aus. Operativ verdiente die Marke mit dem Stern knapp sechs Milliarden Euro, ein Plus von 43 Prozent. Daimler hat sich vorgenommen, bis 2020 an BMW und Audi vorbeizuziehen und den vor zehn Jahren verlorenen Rang des weltweit größten Premiumherstellers zurückzuerobern.

Das Management habe sich vorgenommen, bei der Ertragskraft ein Niveau zu erreichen, dass es bei Daimler bisher noch nicht gegeben habe, sagte Zetsche und bekräftigte die mittelfristigen Ziele. Danach soll die Umsatzrendite im Konzern operativ auf neun Prozent steigen, die in der Pkw-Sparte auf zehn Prozent – ein Niveau, das die Konkurrenten BMW und die Volkswagen-Tochter Audi längst erreicht haben.

Kommentare (1)

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Herr Norbert Bluecher

05.02.2015, 09:12 Uhr

Gatulation an Daimler, daß man soviel Gewinn macht. Ob man den Zulieferern da mal etwas Luft läßt oder ob von denen immer noch rumänische Ecklöhne für deutsche Produktion vorgegeben werden?

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