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12.03.2012

12:39 Uhr

Daimler

Omnibus-Absatz soll zum Jahresende steigen

Autobauer Daimler geht davon aus, dass sich sein Omnibus-Geschäft erst zum Jahresende belebt. Grund dafür sei die Staatsschuldenkrise - nun gebe es aber Hoffnung auf neue Aufträge.

Der Umsatz der Omnibus-Sparte von Daimler sank um drei Prozent. dpa

Der Umsatz der Omnibus-Sparte von Daimler sank um drei Prozent.

StuttgartDer weltgrößte Nutzfahrzeughersteller Daimler rechnet erst zum Ende dieses Jahres mit einer Belebung des von der Staatsschuldenkrise getroffenen Omnibus-Geschäfts. „Hoffnungsvoll stimmt uns, dass die Steuereinnahmen in Deutschland in jüngster Zeit wieder gestiegen sind“, sagte der Leiter der Daimler-Bus-Sparte, Hartmut Schick, am Montag in Stuttgart.

Nach dem „Stress in den öffentlichen Kassen“, der 2011 bei vielen Kommunen in Europa und den USA zu Kaufzurückhaltung bei Stadtbussen führte, könne der Auftragseingang zum Jahresende langsam wieder zunehmen. Weltweit werde der Omnibus-Absatz von Daimler jedoch 2012 schrumpfen, stellte der Manager in Aussicht. Denn wegen der Verschärfung der Abgas-Vorschriften im wichtigen brasilianischen Markt war dort die Anschaffung neuer Fahrzeuge auf das vergangene Jahr vorgezogen worden.

Weltweit stammt jeder achte Stadt- oder Reisebus beziehungsweise Chassis von Daimler, rund um dem Globus wurden von den Herstellern 2011 rund 311.000 Fahrzeuge montiert und ausgeliefert. Im Gegensatz zum zyklischen Lkw-Geschäft und der boomenden Nachfrage nach Pkw ist das weltweite Omnibus-Geschäft meist nur geringen Schwankungen unterworfen. 2011 kletterte die weltweite Nachfrage um zwei Prozent, auch Daimler setzte mit knapp 40.000 Fahrzeugen und Fahrgestellen zwei Prozent mehr ab als 2010.

Der Umsatz der Omnibus-Sparte von Daimler sank dennoch um drei Prozent auf 4,4 Milliarden Euro, da der Weltmarktführer mehr Chassis, aber weniger Komplettbusse verkaufte. Das drückte auch den operativen Gewinn (Ebit) kräftig um ein Viertel auf 162 Millionen Euro nach unten, da die Fahrgestelle weniger Geld als Komplettbusse einbringen. Die operative Umsatzrendite schrumpfte daher im vergangenen Jahr um einen vollen Prozentpunkt auf 3,7 Prozent. Bis zu der ab 2013 angestrebten Zielmarke der operativen Ertragskraft in Höhe von sechs Prozent ist es daher noch ein weiter Weg.

Mit der Rendite „sind wir nicht zufrieden“, räumte der seit drei Jahren an der Spitze der Bus-Sparte stehende Manager Schick ein und kündigte ein Programm zur Steigerung der Effizienz an. „Wir werden jeden Stein umdrehen und nichts aussparen“, sagte er. Vor allem die Ertragskraft der Produktionsstandorte in Ulm und Mannheim müsse aufholen, ohne Stellenabbau werde das nicht gehen.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Daimler angekündigt, dass dort bis zu zehn Prozent der rund 7300 Stellen wegfallen sollen. Betriebsbedingte Kündigungen sind in den kommenden Jahren aber ausgeschlossen, daher wird Daimler freiwerdende Stellen nicht wieder besetzen oder Abfindungen zahlen müssen. Auch in den USA, wo Daimler Busse unter der Marke Orion montiert und vertreibt, wird der Stuttgarter Konzern den Rotstift ansetzen. Das dortige Stadtbus-Geschäft werde „noch auf Jahre schwach bleiben“, Daimler prüfe daher seine „Handlungsoptionen“, sagte Schick.

Von

rtr

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