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07.09.2014

14:16 Uhr

Daimler setzt auf Amerika

Zetsche will Spitzenplatz in den USA verteidigen

Im größten Absatzmarkt USA verzeichnete die Luxus-Marke Mercedes einen Verkaufsanstieg um 8,4 Prozent auf derzeit mehr als 205.000 Fahrzeuge. Daimler setzt auf Amerika – und baut sein Werk in Alabama aus.

Für den gesamten US-Markt sieht Dieter Daimler einen Absatzanstieg um rund fünf Prozent auf 16,4 Millionen Fahrzeuge vorher. AFP

Für den gesamten US-Markt sieht Dieter Daimler einen Absatzanstieg um rund fünf Prozent auf 16,4 Millionen Fahrzeuge vorher.

TUSCALOOSAMercedes will wieder die Spitzenposition im US-Premiumsegment einnehmen. Diese Vorgabe machte Vorstandschef Dieter Zetsche in einem Pressegespräch. „Wir sind die klare Nummer Eins“, sagt Zetsche. Im größten Absatzmarkt USA verzeichnete die Luxus-Marke Mercedes einen Verkaufsanstieg um 8,4 Prozent auf derzeit mehr als 205.000 Fahrzeuge. Allerdings wolle Mercedes den Rang nicht um jeden Preis verteidigen, es werde nicht „Preisanreize oder andere Kniffe“ geben, sagte Zetsche – ein klarer Seitenhieb gegen Verfolger BMW.

Grund für die Reise von Zetsche in den Bundesstaat Alabama war Produktionsstart und Markteinführung der neuen C-Klasse. Erstmals wird die vom Volumen wichtige Modellserie in den USA produziert. Das US-Werk Tuscaloosa gewinnt an Bedeutung, 2015 soll dort auch ein bereits im April auf der Autoshow in Peking vorgestelltes „SUV-Coupé“ hergestellt werden. Auch denke er über „zusätzlichen Kapazitätsausbau“ für bestehende Modelle nach. Insgesamt soll das Werk laut Zetsche eine Produktionskapazität von 300.000 Stück in 2015 haben. Tuscaloosa rückt nach Bremen und Sindelfingen zum drittgrößten Mercedes-Werk der Welt auf.

Die größten Gewinner im deutschen Automarkt

Platz 10

Dacia - Plus 7,5 Prozent - 48.907 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die rumänische Billigtochter bleibt eine Erfolgsgeschichte für Renault und wächst in Europa weiterhin deutlich stärker als der Markt.

Quelle: Kraftfahrzeugbundesamt

Platz 9

Skoda - Plus 8,5 Prozent - 173.538 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Mittlerweile sind die Tschechen die erfolgreichste Importmarke in Deutschland. Neue Modelle wie der Fabia dürften den Absatz auch im kommenden Jahr ankurbeln.

Platz 8

Seat - Plus 11,7 Prozent - 91.192 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns fährt aus der Krise. Der neue Leon macht's möglich - und beschert ein sattes Absatzplus auf dem deutschen Markt.

Platz 7

Nissan - Plus 13,7 Prozent - 62.536 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Den Japanern ist zum Jahresende etwas die Puste ausgegangen. Insgesamt kann sich das Absatzplus im abgelaufenen Jahr aber sehen lassen. Neue Modelle wie der Pulsar sollen die Erfolgsgeschichte im kommenden Jahr wiederholen.

Platz 6

Mitsubishi - Plus 14,1 Prozent - 24.131 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Japaner haben mit dem Outlander PHEV einen der ersten SUVs mit Plug-in-Hybrid im Angebot. Insgesamt überzeugt die Modellpalette die Deutschen offenbar.

Platz 5

Volvo - Plus 16 Prozent - 31.919 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Schweden sind zurück. Mit Modellen wie dem SUV XC90 blasen die Skandinavier wieder zum Angriff. Besonders zum Jahresende legte der Absatz deutlich zu.

Platz 4

Mazda - Plus 16,7 Prozent - 52.491 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Kennen Sie noch die uncoolen Mazdas aus den 90ern? Die Autokäufer in Deutschland kennen sie nicht. Eine runderneuerte Modellpalette bringt Mazda unter den Gewinnern der Zulassungsstatistik weit nach vorne.

Platz 3

Porsche - Plus 17,1 Prozent - 24.365 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen setzt seine Erfolgsgeschichte ungebrochen fort. Besonders zum Jahresende legt Porsche deutlich zu. Dabei dürften Verkaufsschlager wie der Macan auch weiterhin für Absatz sorgen.

Platz 2

Land Rover - Plus 18,1 Prozent - 14.679 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die noblen Briten können mit dem Evoque auch modern und klein. Das zahlt sich bei den Verkäufen aus. In Deutschland verkauft Land Rover fast doppelt so viele Autos wie Konkurrent Jeep.

Platz 1

Jeep - Plus 48,8 Prozent - 10.268 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die SUV-Marke aus dem Hause Fiat/Chrysler wächst in Deutschland stärker als alle Konkurrenten. Das dürfte Fiat-Chef Marchionne freuen, für dessen Premiumstrategie die Marke eine Schlüsselrolle spielt. Besteller ist der Grand Cherokee.

Für den gesamten US-Markt sieht Daimler einen Absatzanstieg um rund fünf Prozent auf 16,4 Millionen Fahrzeuge vorher. Damit seien die USA neben China einer der wenigen globalen Wachstumsmärkte. „Die Hoffnungen in Indien sinken, in Brasilien fallen sie stark“, sagt Zetsche. In Russland würde sich die politische Krise negativ auswirken, auch in Europa. „Wer jeden Tag schlechte Nachrichten in der Zeitung liest, der hält sich zurück“, sagte Zetsche. Langfristig erwartet der Daimler-Chef weder in Deutschland noch in Europa einen Absatzanstieg. Wachstum sei nur durch die Eroberung von Marktanteilen möglich.

Autoindustrie: Daimler-Chef beklagt Rabattschlacht

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Daimler-Chef beklagt Rabattschlacht

Hohe Preisnachlässe lassen Daimler-Chef Dieter Zetsche zweifeln, ob die Marktführerschaft in Deutschland attraktiv ist. Der Mercedes-Hersteller wolle Rabatte zurückführen. Sanktionen gegen Russland unterstützt Zetsche.

Bei der Eröffnung war auch der Gouverneur von Alabama, Robert Bentley zugegen. Im Gespräch mit dem Handelsblatt am Rande der Veranstaltung warnte dieser vor der US-Autogewerkschaft UAW. Die bemüht sich nach einer Wahlniederlage im naheliegenden VW-Werk in Chattanooga jetzt um das Mercedes-Werk, das als einzige Autofabrik von der Stern-Marke in der Welt keine Arbeitnehmervertretung besitzt.

„Das würde es mir deutlich schwerer machen, andere Unternehmen in den Bundesstaat zu holen“, sagte Bentley. „Ich bin nicht gegen Gewerkschaften“, sagte Bentley, aber die UAW sei nicht die Lösung. Zetsche dazu: „Wir stehen der UAW neutral gegenüber.“

Von

tja

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