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28.03.2013

18:16 Uhr

Daimler

Spitzelsystem hilft bei Aufdeckung von Regelverstößen

Nach dem Bestechungsskandal im Jahr 2010 hat Daimler ein System für anonyme Hinweise auf kriminelle Vorgänge eingerichtet. Seitdem verzeichnete der Konzern mehr als 1000 Tipps. Ein Zehntel erwies sich als hilfreich.

Im Jahr 2010 wurde bekannt, dass Daimler in 22 Ländern Beamte bestochen hatte, um an lukrative Aufträge zu kommen. dpa

Im Jahr 2010 wurde bekannt, dass Daimler in 22 Ländern Beamte bestochen hatte, um an lukrative Aufträge zu kommen.

StuttgartDer Autobauer Daimler hat im vergangenen Jahr mehr als hundert schwerwiegende Regelverstöße im Konzern aufgedeckt. Insgesamt hatten Mitarbeiter über ein Hinweisgebersystem 1100 möglicherweise kriminelle Vorgänge gemeldet, wie eine Sprecherin am Donnerstag sagte.

Davon seien zehn Prozent der Fälle wirklich gravierend gewesen. Dabei sei es unter anderem um Untreue, Betrug, Mobbing und auch Bestechung gegangen. Das hatte zuvor die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Der Dax-Konzern hatte sich 2010 schuldig bekannt, über zehn Jahre hinweg in mindestens 22 Ländern Regierungsbeamte für lukrative Aufträge bestochen zu haben.

Das ist die Aktionärsstruktur von Daimler

Weitgehend im Streubesitz

Anders als bei Konkurrenten wie Volkswagen oder BMW befinden sich die Aktien des Autobauers Daimler weitgehend im Streubesitz. Dritte könnten so leichter die Macht übernehmen.

Kuwait größter Investor

Nach dem Ausstieg des arabischen Staatsfonds Aabar aus Abu Dhabi ist Kuwait Daimlers größter Investor - mit 7,6 Prozent direktem Anteilsbesitz. Renault und Nissan besitzen jeweils 1,54 Prozent des Aktienpakets.

Institutionelle Investoren halten größten Anteil

Den größten Anteil halten institutionelle Investoren wie Banken mit insgesamt 68,8 Prozent. Private Aktionäre sind mit 20,5 Prozent an Daimler beteiligt.

Ankerinvestoren bei anderen Autoherstellern

Andere deutsche Autobauer haben solide Ankerinvestoren: BMW hat die Familie Quandt im Boot, die fast die Hälfte der Papiere besitzt. Europas größter Autobauer Volkswagen etwa ist über den Familienclan Porsche/Piëch und das Bundesland Niedersachsen abgesichert.

Daraufhin hatte der Konzern ein Hinweisgebersystem eingerichtet, über das Vorwürfe anonym eingereicht werden können. Der frühere FBI-Chef Louis Freeh attestierte Daimler indes gute Erfolge im Kampf gegen die Korruption. „Das Unternehmen hat Gold-Standard erreicht beim Thema Compliance und Integrität“, sagte Freeh der „Süddeutschen“.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Als Teil eines gerichtlichen Vergleichs, mit dem Daimler einen Schmiergeld-Prozess in den USA vor zwei Jahren klärte, überwacht Freeh den Dax-Konzern im Auftrag von Gericht und US-Börsenaufsicht SEC. Seine Amtszeit endet zum 1. April.

Von

dpa

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