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09.09.2012

13:11 Uhr

Daimler-Transportchef

„Wir kommen auch ohne Volkswagen zurecht“

Die Daimler-Transportersparte droht den Großauftrag zum Bau von VW-Transportern in Düsseldorf zu verlieren. Doch den Chef der Transportersparte, Volker Mornhinweg, macht das nicht nervös.

Der Leiter der Mercedes-Benz Vans, Volker Mornhinweg. PR

Der Leiter der Mercedes-Benz Vans, Volker Mornhinweg.

StuttgartDer Autobauer Daimler kann den drohenden Verlust eines Großauftrags zum Bau von VW -Transportern wegstecken. "Bei der Auftragsfertigung für VW haben wir eine klare Perspektive bis 2016: Wir arbeiten den Auftrag ab", sagte der Chef von Daimlers Transporter-Sparte Mercedes-Benz Vans, Volker Mornhinweg, der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Sonntag veröffentlichten Interview in Stuttgart.

Zuletzt fertigte Daimler für den Wolfsburger Konzern rund 40.000 Transporter, die VW - in Konkurrenz zum Mercedes-Benz Sprinter - unter dem Namen Crafter vertreibt. VW erwägt jedoch, ab 2016 gemeinsam mit der neuen Konzerntochter MAN einen Transporter zu produzieren. Um eine Verlängerung des Auftrags will Daimler bei den Niedersachsen nicht buhlen: "Das Thema macht mich nicht nervös. Wir können auch allein zurechtkommen, wir sind als Marktführer groß genug."

Die größten Autohersteller in Europa

Platz 10

Nissan - 239.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Im Vergleich zum Vorjahr büßen die Japaner Marktanteile ein. Die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte um drei Prozent.

Platz 9

Toyota - 295.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Weltweit gehören die Japaner zu den größten Autokonzernen. In Europa stagnieren die Absätze allerdings. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein Prozent weniger Neuwagen verkauft.

Platz 8

Daimler - 349.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Der deutsche Premiumhersteller kann sich freuen: Als einziger Hersteller in der europäischen Top Ten verkauften die Stuttgarter mehr Autos als im Vorjahr. Die Verkäufe legten um ein Prozent zu.

Platz 7

BMW - 421.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Trotzdem kann BMW die Premiumkrone auch in Europa behaupten. Die Münchner verkauften zwar ein Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahr - doch das ist immer noch besser als die Konkurrenz.

Platz 6

Fiat - 456.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Sorgenfalten von Fiat-Chef Sergio Marchionne dürften zunehmen. Mit einem Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Italiener in einer der tiefsten Absatzkrisen der Unternehmensgeschichte.

Platz 5

Ford - 533.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch für den US-Autobauer, dessen größtes Werk in Europa nördlich von Köln liegt, sind die Verkäufe in Europa eingebrochen. 11 Prozent weniger Fahrzeuge wurden an den Mann gebracht.

Platz 4

General Motors - 573.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Zahlen sind besorgniserregend. So besorgniserregend, dass zuletzt auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gehen muss. In Europa brachen die Verkäufe des US-Riesen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent ein.

Platz 3

Renault - 583.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Noch schlimmer trifft es den französischen Autoriesen Renault. Satte 17 Prozent weniger Autos konnten die Franzosen im ersten Halbjahr absetzen. Die Regierung denkt bereits über Staatshilfen für die angeschlagene heimische Autoindustrie nach.

Platz 2

Peugeot/Citroën - 827.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch der größte französische Autobauer klagt über Absatzprobleme und kündigte zuletzt an, 8000 Stellen streichen zu wollen. Im ersten Halbjahr schrumpften die Verkäufe um 14 Prozent.

Platz 1

Volkswagen - 1,66 Millionen Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Es ist einsam an der Spitze: Die Wolfsburger deklassieren die Konkurrenz um längen. Im schwierigen europäischen Massenmarkt verliert Volkswagen zwar ein Prozent - doch insgesamt nehmen die Marktanteile zu.

Ganz verloren geben will Daimler den lukrativen Großauftrag, der für zusätzliche Beschäftigung im Werk Düsseldorf und günstigere Einkaufskonditionen sorgt, noch nicht. "Mit dem neuen VW-Nutzfahrzeug-Chef werde ich auf der IAA zusammentreffen und Möglichkeiten für eine weitere Zusammenarbeit ausloten", kündigte Mornhinweg an. Die Nutzfahrzeugmesse IAA beginnt am 20. September in Hannover.

Den Wolfsburgern will der Daimler-Manager auch noch mal eine Dreier-Allianz mit Renault schmackhaft machen: Denn die Schwaben kooperieren mit den Franzosen bereits bei den weitgehend baugleichen Stadtlieferwagen Mercedes Citan und Renault Kangoo, wie sie auch VW mit dem Caddy im Angebot hat. Die Entwicklung und Produktion von Transportern ist ähnlich kapitalintensiv wie das Pkw-Geschäft, in der EU wurden zuletzt jedoch gut zehnmal so viele Pkw wie Transporter gebaut.

Mit rund 264.000 verkauften Transportern, einem Jahresumsatz von knapp 9,2 Milliarden Euro und einer operativen Rendite von 9,1 Prozent im Jahr 2011 ist Daimler größter und rentabelster Spieler in der Branche vor VW: "Der nächste Wettbewerber kommt auf eine operative Umsatzrendite von fünf Prozent", sagte Mornhinweg, der viele Jahre die zu Mercedes gehörende Tuningschmiede AMG leitete. Den Absatzrückgang im ersten Halbjahr 2012 um ein Prozent wolle Daimler bis Jahresende "mindestens" aufholen. "Aber auch wir können uns den Turbulenzen durch die Euro-Schuldenkrise nicht gänzlich entziehen", baut der Manager allzu hohen Erwartungen vor.

Kommentare (4)

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Frajo

09.09.2012, 17:22 Uhr

....und warum hat VW so gehandelt, und über das Weggehen aus dem Düsseldorfer Werk entschieden? Es war nicht länger hinzunehmen, daß die Fahrzeuge, darunter der Crafter das Gegenstück zum Sprinter v. Daimler neben anderen gravierenden Mängeln in wenigen Jahren als Rostlauben draußen herumfahren. Wurde vor vielen Jahren eine neue Lackstraße in Düsseldorf in Betrieb genommen. Großspurig wurde v. Daimler darauf hingewiesen. Wurde aber nicht eine Verzinkungsanlage errichtet, die zwingend dringend notwendig gewesen wäre. Laufen doch heute die Transporter beider Marken als Rostlauben herum. Antwort aus Stuttgart, sollen doch die Kunden gefälligst neu kaufen. Wir wollen bald Nachaufträge, so argumentiert man in Stuttgart. Bedeutet, daß sowohl bei PKW als auch LKW der Marke Mercedes Benz der Rost ein Markenzeichen geworden ist. Wo auch immer diese Fahrzeuge erscheinen sieht man die Roststraßen unten rings ums Fahrzeug, an den hinteren Türen, an den Radkästen und noch an anderen Stellen. Und so konnte sich der mit Benzin im Blut arbeitende Vorstand um Dipl. Ing. Winterkorn, Dipl. Ing. Hackenberg und der noch stärker mit Benzin getaufte Oberaufseher Prof. Ing. Piech dieses Spielchen in Düsseldorf nicht mehr mit ansehen. Alle 3 Herren sind Autobauer und leben nur fürs Auto und sonst nichts. Sie sind alle Drei, die einzigen noch verbliebenen echten Konstrukteure der Autowelt. Sich von diesem Sauladen Daimler AG jetzt zu trennen, hätte schon viel früher stattfinden müssen. Es konnte also nur diesen einzig richtigen Weg geben, sich von der herunter gewirtschafteten Firma in Stuttgart zu trennen. Eine Liaison mit der Rostlaubenfirma Renault und Nissan verstärkte in Wolfsburg die Entscheidung die Trennung von Daimler durchzuführen. Eine Zusammenarbeit mit Renault und noch einem Japaner bedeutet ein Abstieg. Wie kann man sowas machen? Deutet darauf hin, daß der Laden in Stuttgart sich auf einer Ebene mit der unteren Klasse begeben hat.

Account gelöscht!

09.09.2012, 19:22 Uhr

In diesem Kommentar steht so unglaublich viel Müll, dass es einem schlecht wird.
Dazu nur folgendes:
Man wird nicht dadurch Marktführer wenn man ein schlechtes Produkt vertreibt. Und die Zusammenarbeit mit Renault und Nissan klappt besser als bei VW mit Suzuki, ausserdem kann sich bei dem Wettbewerbsdruck kein Hersteller der Welt mehr leisten, qualitativ minderwertige Produkte zu verkaufen.

Account gelöscht!

09.09.2012, 19:23 Uhr

In diesem Kommentar steht so unglaublich viel Müll, dass es einem schlecht wird.
Dazu nur folgendes:
Man wird nicht dadurch Marktführer wenn man ein schlechtes Produkt vertreibt. Und die Zusammenarbeit mit Renault und Nissan klappt besser als bei VW mit Suzuki, ausserdem kann sich bei dem Wettbewerbsdruck kein Hersteller der Welt mehr leisten, qualitativ minderwertige Produkte zu verkaufen.

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