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08.01.2010

07:02 Uhr

Daimler, VW und BMW

Deutsche Autobauer greifen in den USA an

Daimler, VW und BMW investieren Milliarden in Fabriken und das Händlernetz in den USA. Ihr Ziel: Den schwächelnden amerikanischen Herstellern Marktanteile abzujagen und damit den absehbaren Absatzeinbruch in Europa auszugleichen.

Daimler-Chef Dieter Zetsche. ap

Daimler-Chef Dieter Zetsche.

ebe/fas/hz/mcs NEW YORK/MÜNCHEN/FRANKFURT. Die deutschen Autohersteller forcieren ihr Expansionstempo im US-Markt und wollen dabei die Schwäche der amerikanischen Konkurrenz nutzen. Trotz verheerender Absatzeinbrüche in den vergangenen Monaten stocken Daimler, BMW und der VW-Konzern ihre Produktion und Vertriebskapazitäten auf. Ziel ist es, den Marktanteil von derzeit sieben auf rund zehn Prozent zu erhöhen.

Kurz vor der wichtigen Branchenmesse in Detroit setzen die Deutschen damit starke Signale auf dem wichtigsten Automarkt der Welt. Mercedes wird künftig mit der C-Klasse sein wichtigstes Volumenmodell teilweise in Alabama bauen und steckt gemeinsam mit seinen Händlern 1,6 Mrd. Dollar in die Erneuerung des US-Vertriebs. Vorzeigestück ist ein neuer Showroom in Manhattan, auf fünf Stockwerken doppelt so groß wie der bisherige Standort, der Anfang 2011 eröffnen soll. „Die Strategie, mitten in der Krise in unser Händlernetz zu investieren, beginnt sich auszuzahlen“, sagt Mercedes-US-Chef Ernst Lieb.

Schon jetzt liege der US-Marktanteil der Stuttgarter im Luxussegment mit 16 Prozent „so hoch wie nie zuvor“. Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche hatte zuvor in einem Handelsblatt-Interview betont: „Wir werden aggressiv zurückkommen.“ Aus den USA kämen derzeit „nur positive Signale“.

VW baut sogar eine neue Fabrik in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee. Eine Milliarde Dollar investiert der Konzern, um seinen Nischenstatus in den USA abzuschütteln. Bis zum Jahr 2018 will er in den USA eine Million Autos verkaufen. Im vergangenen Jahr waren es knapp 300 000 Stück.

BMW will mit dem Tempo der Rivalen Schritt halten und baut seine Fertigung in South Carolina aus. Ab 2012 sollen dort rund 250 000 Autos vom Band laufen, 80 000 mehr als bisher. Auch BMW verlagert einen Teil der Produktion aus Europa, um sich vor einem dauerhaft niedrigen Dollar zu schützen.

Kommentare (5)

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Lutz

08.01.2010, 08:13 Uhr

Die USA sind praktisch bankrott. Das US-Gesamtdefizit beträgt nun rund 12,4 billionen USD inoffiziell soll der Schuldenberg allerdings sehr viel höher sein.

Ein sehr guter investitionsstandort!


Timo G.

08.01.2010, 08:55 Uhr

Man sollte lieber mal anfangen moderne Autos zu bauen.

ich finde nicht, dass sich in den letzten 10 Jahren viel vorwärts bewegt hat am Sektor der Verbrennungskraftmotoren. Wenn hier wirklich signifikante Verbesserungen wirtschaftlich möglich wären, hätten wir diese bereits am Markt sehen müssen. Die Autoindustrie hätte dafür ja riesige Ressourcen zur Verfügung (gehabt).

Viel Verbesserungspotential sehe ich bei elektrischen Radnabenmoten und Akkutechnologien, bei gleichzeitigem Ausbau der dezentralen Photovoltaik.

Man stelle sich mal vor beim Radnabenmotor: kaum Wartung: kein Getriebe, keine Kupplung, kein aufwendiger Verbrennungsmotor.... und wenn man Solarzellen am Dach hat, kann man es mit dem eignen Sonnenstrom und Wechselakku betreiben.

Zur Veranschaulichung:
Wirkungsgrad : Ottomotor ca. 30%
Dieselmotor ca. 35%
Elektromotor bis zu 98%



Manfred

08.01.2010, 09:01 Uhr

Hinausgeschmissenes Geld.
Der Markt wird weltweit weiter kollabieren - so ist es geplant.
Die gutbezahlte Einstellung "Glaube und Hoffnung" der Manager ändert daran nichts.....

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