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06.02.2014

10:13 Uhr

Daimler-Zahlen

Das Schicksalsjahr des Dr. Z

VonLukas Bay

Mit knapp acht Milliarden Euro operativem Gewinn übertrifft Daimler die eigenen Ziele – und will nun weitere Rekorde einfahren. Dafür muss Konzernchef Zetsche die Rendite steigern, ohne die Belegschaft zu verprellen.

Detroit Motor Show 2014

Zetsche: "Die Autos werden uns aus der Hand gerissen"

Detroit Motor Show 2014: Zetsche: "Die Autos werden uns aus der Hand gerissen"

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StuttgartDieter Zetsche ist zurück. Nach dem Tauziehen um seine Vertragsverlängerung galt der Daimler-Chef als angeschlagen. „Einsame Spitze“ taufte ihn die „Süddeutsche Zeitung“ in doppeldeutiger Absicht. Doch die Zahlen, die Zetsche im schwierigen Jahr 2013 präsentieren kann, sind besser als erwartet. Die Modellpalette wurde erfolgreich runderneuert. Um seine Ziele im neuen Jahr zu erreichen, muss Zetsche nun auch die Personalsituation in den Griff bekommen.

Dabei kann sich das Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr sehen lassen: Der Umsatz fällt mit 118 Milliarden Euro um drei Prozent höher aus und auch mit dem operativen Gewinn aus dem laufenden Geschäft übertrifft der Konzern die eigenen Erwartungen: Die 7,9 Milliarden Euro Gewinn, die am Ende zu Buche schlagen, liegen zwar unter dem Vorjahresergebnis, doch das war angesichts der großen Forschungsausgaben und dem schwachen Jahresbeginn erwartet worden. Die gute Nachricht für den Daimler-Chef ist, dass die Absätze insbesondere zum Jahresende wieder Fahrt aufgenommen haben. „Auf Basis dessen, was wir im Jahr 2013 eingeleitet haben, können wir mit Zuversicht auf das Jahr 2014 und die Folgejahre blicken“, sagt Konzernchef Zetsche.

Vor allem die runderneuerte Modellpalette gibt Daimler Auftrieb. Das angestaubte Design der vergangenen Jahre ist Geschichte. Im Kompaktbereich treiben die neue A-Klasse und die CLA-Klasse bereits im Jahr 2013 den Absatz an. Mit dem GLA stößt Mercedes auch in das lukrative Segment der kleinen Geländewagen vor. Die überarbeitete E-Klasse und die neue C-Klasse haben ein moderneres Äußeres bekommen und sollen in der oberen Mittelklasse punkten. Im Nutzfahrzeugbereich ist das Modellpalette mit dem neuen schweren Lkw Actros und der siebten Sprinter-Generation taufrisch. Und bei den Luxuslimousinen setzt die neue S-Klasse Maßstäbe für die ganze Branche.

Größte Automarken in Deutschland (Neuzulassungen 2013)

Platz 10

Toyota
Absatz 2013:
74.056 Fahrzeuge (-8,4 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
2,5 Prozent

Platz 9

Seat
Absatz 2013:
83.364 Fahrzeuge (+22,4 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
2,8 Prozent

Platz 8

Renault
Absatz 2013:
98.922 Fahrzeuge (-6,3 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
3,4 Prozent

Platz 8

Hyundai
Absatz 2013:
101.522 Fahrzeuge (+0,7 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
3,4 Prozent

Platz 7

Skoda
Absatz 2013:
159.939 Fahrzeuge (+8,7 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
5,4 Prozent

Platz 6

Ford
Absatz 2013:
197.794 Fahrzeuge (-3,9 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
6,7 Prozent

Platz 5

Opel
Absatz 2013:
207.461 Fahrzeuge (-2,9 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
7,0 Prozent

Platz 4

BMW
Absatz 2013:
231.815 Fahrzeuge (-5,8 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
7,9 Prozent

Platz 3

Audi
Absatz 2013:
251.952 Fahrzeuge (-5,5 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
8,5 Prozent

Platz 2

Mercedes
Absatz 2013:
277.373 Fahrzeuge (-1,4 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
9,4 Prozent

Platz 1

Volkswagen
Absatz 2013:
642.190 Fahrzeuge (-4,6 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
21,8 Prozent

Das sorgt für einen Rekordabsatz: 2,35 Millionen Autos, Lastwagen, Vans und Busse hat Daimler 2013 verkauft. Die Pkw-Sparte steigerte die Verkaufszahlen um acht Prozent auf 1,56 Millionen Wagen. Im Rennen um den ersten Platz unter den Premiumherstellern kann Daimler langsam aufholen.

Nicht nur auf dem Heimatmarkt, auch international stellen sich die ersten Erfolge ein. In den USA konnten die Schwaben ihre Führungsposition unter den Premiumautobauern verteidigen – und sogar einen neuen Absatzrekord vorlegen. Mit 22.600 verkauften Fahrzeugen lief auch der Januar gut an. Auch auf dem chinesischen Markt zahlt sich die Arbeit des Daimler-China-Chefs Hubertus Troska mehr und mehr aus. Die Januarzahlen geben Anlass zur Hoffnung: Im Vergleich zum Vorjahr konnte Mercedes in Fernost 24.000 Autos verkaufen – 45 Prozent mehr als im Vorjahr. Das sind zwar immer noch weniger als Konkurrent BMW, der etwa 36.000 Fahrzeuge in China absetzt, doch die Wende ist eingeleitet.

Kommentare (5)

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DINO

06.02.2014, 09:01 Uhr

Man sollte auch einen herzlichen DANK an die "seriös" entlohnten Leih- und Werksvertrag - " Arbeitnehmer " aussprechen !

Den Gewerkschaften und Betriebsräten sollten nachträglich für die letzten "aktiven" Jahre, Auszeichnungen überreicht werden !

Daimler

06.02.2014, 09:53 Uhr

Respekt für das Management von Daimler, ein echter Erfolg auf den sie stolz sein können.

Dank auch an alle die unmgenannten Ingenieure und die anderen Kreativen. Wenn Daimler eine Chance hat, dann durch Innovation und evtl. auch mal wieder Qualität.

kurzfristigtop_langfristighop

06.02.2014, 10:49 Uhr

Im Vergleich zu Apple und PC Industrie bleibt Daimler ein großer, elitärer Loser. Warum?

Schaun wir uns an wer das Auto erfunden hat?? -Benz. Wie lange brauchen die jetzt schon, um endlich alle glücklich zu machen? - Seit 1900, also über 100 Jahre

Wie lange hat Silicon Valley dafür gebraucht? -Schlappe 25 Jahre, bis jeder sein "Premium Smartphone" hat.

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