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24.10.2013

13:22 Uhr

Daimler

Zetsche ist zurück auf der Erfolgsspur

VonLukas Bay

Daimler-Chef Dieter Zetsche stand in der Kritik - nun zeigen seine Sparmaßnahmen erste Wirkung. Der Daimler-Gewinn legt um 16 Prozent zu. Doch einige Probleme muss der Mann mit dem Schnäuzer noch lösen.

Interview

„Daimler kämpft mit seinem Image“

Interview: „Daimler kämpft mit seinem Image“

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Düsseldorf/StuttgartEs ist kein halbes Jahr her, da wackelte der Stuhl von Daimler-Chef Dieter Zetsche bedenklich. Gewerkschafter bremsten eine geplante Vertragsverlängerung aus. Statt fünf bekam der Daimler-Chef nur drei zusätzliche Jahre – und galt forthin branchenintern als angeschlagen. Vor allem weil Daimler trotz Rekordzahlen den Anschluss an die Premiumkonkurrenten Audi und BMW zu verlieren schien. „Einsame Spitze“ taufte das Süddeutsche Magazin den glücklosen Daimler-Chef.

Doch mit neuen Automodellen und seinem Sparkurs scheint Zetsche nun erste Erfolge einzufahren. Im dritten Quartal stieg der Daimler-Gewinn vor Steuern und Zinsen aus dem laufenden Geschäft (Ebit) auf 2,2 Milliarden Euro, 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Das ist mehr als die Analysten erwartet hatten. Und beim Absatz und Umsatz will Mercedes weiter zulegen. Beim bereinigten Ebit erwartet der Konzern auf das Jahr gesehen aber einen leichten Rückgang auf 7,5 Milliarden Euro - nach 8,1 Milliarden Euro im Vorjahr. In der Hauptsparte Pkw sollen es vier Milliarden Euro sein.

„Man sieht eindeutig, dass sich die Effizienzprogramme positiv auswirken“, sagte Finanzvorstand Bodo Uebber. Allein in der wichtigen Autosparte seien bereits 70 Prozent des für 2013 geplanten Wertes erreicht. Eine konkrete Summe nannte der Konzern nicht. Das Unternehmen hatte vor einem Jahr nach einer Gewinnwarnung angekündigt, in allen Sparten den Rotstift anzusetzen.

Es scheint, als würde der Mann mit dem Schnäuzer die größten Probleme von Daimler langsam in den Griff bekommen. Seine Gegenmaßnahmen zeigen erste Wirkung: In China, den USA und Westeuropa waren Mercedes-Autos gefragt. Der Konzernumsatz konnte um fünf Prozent auf 30,1 Milliarden Euro zulegen. Und vor allem der neue China-Vorstand Hubertus Troska kann endlich Erfolge vermelden: Allein dritten Quartal hat Daimler in China den Absatz um 38 Prozent auf 64 808 verkaufte Autos gesteigert. Besonders im chinesischen Markt hatte sich Daimler lange sehr schwer getan.

Größte ausländische Autohersteller in China

Platz 10

BMW - 326.000 verkaufte Fahrzeuge

China gehört für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Und BMW dringt in die Top Ten vor: Im Vorjahresvergleich legt der Absatz um beachtliche 40 Prozent zu. Auf den Plätzen folgen Suzuki, Daimler und Mazda.

Platz 9

Ford - 427.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner machen Boden gut, was sie ebenfalls dem Inselstreit zu verdanken haben. Im Vorjahresvergleich bleibt ein sattes Plus von 31 Prozent.

(Anm. d. Red.: Erfasst wurden nur Pkw-Verkäufe)

Platz 8

Peugeot-Citroën - 442.000 verkaufte Fahrzeuge

Während der Heimatmarkt schwächelt, können die Franzosen in Fernost ihre Verkäufe ausbauen. Der Absatz legt um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

Platz 7

Kia - 512.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner können auch im Nachbarland ihren Erfolgskurs fortsetzen. Mit einem Wachstum von 18 Prozent gehören sie mittlerweile zu den erfolgreichen Volumenherstellern in China.

Platz 6

Honda - 603.000 verkaufte Fahrzeuge

Honda muss ebenfalls Einbußen hinnehmen - wie die anderen japanischen Hersteller in China ebenfalls. Im Vorjahresvergleich steht ein Minus von drei Prozent.

Platz 5

Toyota - 841.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Japaner müssen sich mit Rang fünf begnügen, vor allem im September hatte es einen herben Rückschlag der Verkaufszahlen auf gerade einmal 50.000 Stück gegeben. Im Gesamtjahr bleibt ein Absatzminus von fünf Prozent.

(Anm. d. Red.: Angabe laut Reuters)

Platz 4

Hyundai - 847.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner verdrängen Toyota auf Rang fünf und sind indirekter Nutznießer des Inselstreits. Die Hyundai-Verkäufe legten 2012 um zwölf Prozent zu.

Platz 3

Nissan - 1,18 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der Streit um eine Inselgruppe zwischen China und Japan hat die Absatzzahlen der Japaner deutlich in die Knie gedrückt. Im Gesamtjahr gab es für Nissan ein Minus von fünf Prozent.

Platz 2

Volkswagen - 2,81 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Wolfsburger können das größte Wachstum der Massenhersteller in der Volksrepublik vorweisen. Gegenüber dem Vorjahr haben die Volkswagen-Verkäufe um 24 Prozent zugelegt.

Platz 1

General Motors - 2,84 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner verteidigen hauchdünn die Spitzenposition in China. Im Jahresvergleich hat GM um elf Prozent zugelegt.

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in China abgeschnitten haben. (Daten: Gesamtjahr 2012)

„Daimler ist wieder in der Spur“, kommentierte der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen die jüngsten Zahlen. Bei der aktuellen Jahresprognose hat Daimler seiner Einschätzung nach „noch Luft nach oben“ gelassen: „Ich würde vermuten, dass das eher das untere Band ist, was man da angibt.“

Der Erfolg in den Wachstumsmärkten ist auch der runderneuerten Modellpalette zu verdanken. Insbesondere die neue A-Klasse und die kürzlich vorgestellte S-Klasse sorgen für neue Rekorde in der Verkaufsstatistik. Der Mini-Geländewagen GLA, der Anfang 2014 auf den Markt kommt, soll den Umsatz weiter ankurbeln. Analysten prognostizieren einen bereinigten Gewinn von 9,4 Milliarden Euro.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

24.10.2013, 09:55 Uhr

"Einige Modelle der A- und B-Klasse sind bereits heute mit Motoren der Franzosen unterwegs."

Klar, daß da die Aktien steigen. Das ideale Geschäftsmodell!

FlyingSauce

24.10.2013, 10:36 Uhr

„Daimler kämpft mit seinem Image“

Ich würde es eher so formulieren: "Daimler kämpft gegen sein Image"

Leider gibt es bei Daimler die Strategie möglichst viel Elektronik in die Fahrzeuge zu packen, anstatt das Fahrzeug physikalisch einfach zu gestalten. Der Wertverlust der Fahrzeuge wird sich daher mittelfristig dem Wertverlust von Elektronik angleichen, d.h. bald wird die komplette Abschreibung innerhalb von 2 Jahren nötig sein, wie bei dem SmartPhone Gedöns.

Und es wird est richtig interessant, wenn die fliegenden Autos kommen und man die DASA zurückkaufen muss (wenn es die dann noch gibt)...

Tr1ple

24.10.2013, 10:40 Uhr

BMW und Daimler mit Franzosen Motoren... Wieso sollte ich für den Mini und die A-Klasse bzw. B-Klasse soviel ausgeben wenn eh Franzosenmist drin ist?

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