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23.05.2012

19:06 Uhr

Daimler

Zetsche unter Erfolgsdruck

VonMartin-W. Buchenau, Carsten Herz

Audi hat Mercedes-Benz auf Platz drei verdrängt, eine völlig inakzeptable Position für Deutschlands stolzesten Autobauer. Daimler-Chef Zetsche gerät unter Erfolgsdruck, vor allem intern.

Zetsche auf der Geneva Autoshow in der Schweiz: Erfolge dringend gebraucht. dapd

Zetsche auf der Geneva Autoshow in der Schweiz: Erfolge dringend gebraucht.

Stuttgart, FrankfurtEs war eine Mischung aus Charme und Sarkasmus, mit der Daimler-Chef Dieter Zetsche seine Not in eine Tugend umdeutete. "Die größte Motivation für Audi war immer, an Mercedes heranzureichen", argumentiert der Topmanager mit dem markanten Walrossbart vor wenigen Tagen in Düsseldorf. "Da wurden viele Energien freigestellt. Dieses Glück haben wir jetzt."

Wer so redet, ist Optimist. Vielleicht will er sich die Welt schönreden, vielleicht aber auch etwas nicht ganz wahrhaben. Dabei ist die Wahrheit ganz einfach: Erstmals hatte Audi die Daimler-Kernmarke Mercedes-Benz 2011 nicht nur bei der Marge, sondern auch beim Absatz abgehängt - und auf Rang drei verwiesen.

Für Deutschlands stolzesten Autobauer ist diese Platzierung völlig inakzeptabel. Und für den Mann an der Spitze des Stuttgarter Konzerns kommt sie zur Unzeit. Zetsches Vertrag als Vorstandschef von Daimler und als Boss von Mercedes-Benz Pkw läuft zwar noch bis Ende 2013.

Anfang kommenden Jahres aber wird der Aufsichtsrat über eine Verlängerung reden. Dann stehen die Kontrolleure unter dem Eindruck des Jahres 2012 - ein gutes Abschneiden des Autobauers im laufenden Jahr ist für Zetsche, der eine weitere Amtszeit anstrebt, unerlässlich.

Intern ist dem Vorstandschef der Druck deutlich anzumerken. Der Ton im renovierten Daimler-Vorstandsbau 137/1 in der Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim ist mittlerweile rau, gelegentlich ruppig, berichten Insider.

Als der Vorstand im März intern die neue Langfriststrategie 2020 diskutierte, mit der Daimler wieder zur Nummer eins unter den Premiumherstellern werden soll, nahm Zetsche sich die Kollegen vor versammelter Mannschaft zur Brust: Weshalb Mercedes zum Teil deutlich teurer einkaufe als die Konkurrenten Audi und BMW, fragte er in die Runde.

Die Frage war keine Frage - sie war ein Angriff, ein gezielter Stich gegen Mecedes-Vize Wolfgang Bernhard, der als Zetsches Kronprinz gehandelt wird. Der smarte Allgäuer war völlig perplex, er wusste zunächst keine Antwort. Doch er hat verstanden: Inzwischen stehen die Kostenprobleme wieder ganz oben auf der Agenda des Topmanagers. Und offenbar hat er Erfolg: "Wir spüren, dass Daimler gehörig Dampf macht", sagt der Chef eines großen Zulieferers. Ihm winken höhere Stückzahlen, aber zu geringeren Margen.

Kommentare (8)

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Schlechte_Marge

23.05.2012, 19:40 Uhr

Die aktuellen Modelle bei Mercedes haben Daimler in jedem Fall auf den richtigen Kurs gebracht: Qualitativ hochwertige und zuverlässige Fahrzeuge gepaart mit ansprechenden Design. D.h. das Produkt stimmt also schon einmal mit dem Führungsanspruch überein.

Das einzig Negative bei Daimler ist die, im Vergleich zu Audi und BMW, geringere Marge. Hier besteht die Hoffnung, dass eine bessere Marge durch ein größeres Volumen entstehen kann, evtl. durch neue Kooperationen. Auf keinen Fall sollte es auf dem Rücken der Angestellten ausgetragen (siehe Leiharbeiter bei BMW) oder gar die Qualität den Kosten geopfert werden, wie es schon einmal um die Jahrtausendwende geschehen ist.

Realist

23.05.2012, 20:50 Uhr

der Herr Zetsche soll nun endgültig nach Hause gehen. Er war für die ehemals feine Adresse Mercedes eine Belastung. Rostende Fahrzeuge, heute, im Jahr 2012, und dann noch von dieser Firma, das kann doch nicht wahr sein. Das kann doch nicht wahr sein, Herr Zetsche, daß Sie das zulassen. Räumen Sie Ihren Schreibtisch und gehen ganz schnell nach Hause. Wir wollen sie nicht mehr sehen. Sie haben die Firma ruiniert bis auf ihre Grundfesten. Selbst der Nachfolger kann das nicht mehr gut machen, was Sie angerichtet haben. LKW und PKW Rost ohne Ende. Tatschen unten Ihren üblichen Kleister drauf und glauben das reicht. Kein Fahrzeug ist vollverzinkt, der Sprinter eine scheinbare Erfolgsgeschichte ist eine Rostlaube allererster Güte. So was gibts noch zu sagen? Nichts mehr, garnichts mehr. Packen Sie Ihre Sachen und gehen.

Schwabe

23.05.2012, 21:50 Uhr

Wer jedem kleinen Autohändler und Teilehändler das Leben schwer macht, der wird auch nicht mehr weiterempfohlen.
Das war die günstigste Werbung und Neukundengewinnung die es gab. Es ist schwer zu vermitteln einen gebrauchten Mercedes zu verkaufen wenn der freie Händler nur als Feind und nicht als Mercedes Fan mit Verkaufsambitionen gesehen wird.
Wer soll den da die Rostkarre nach 3-5 Jahren noch jemand andrehen und super günstig entrosten.
Bei Mercedes gibt es keine Geschäftskultur sondern nur noch China. Aber das werden die schon noch lernen dass die nur unser Wissen wollen , danach machen die uns platt. BYD

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