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08.12.2011

12:50 Uhr

Dank Autoboom

Bertrandt steigert Gewinn kräftig

Bertrandt hat seinen Gewinn im Geschäftsjahr 2010/2011 um mehr als ein Drittel gesteigert. Der Ingenieurdienstleister verdiente rund 60 Millionen Euro profitierte damit von dem anhaltenden Autoboom.

In dem aktuellen 7er-BMW steckt Technik von Bertrandt. BMW/PR

In dem aktuellen 7er-BMW steckt Technik von Bertrandt.

FrankfurtDie boomende Autokonjunktur hat dem Ingenieurdienstleister Bertrandt im Geschäftsjahr 2010/11 (30. September) zu Rekorden bei Umsatz und Gewinn verholfen. Daher will das für alle europäischen Autohersteller tätige Unternehmen mit 1,70 (Vorjahr: 1,20) Euro die bisher höchste Dividende seit dem Börsengang im Jahr 1996 an seine Anteilseigner ausschütten, darunter Großaktionär Porsche, der rund ein Viertel der Aktien hält.

Noch verspürt der Vorstand Rückenwind durch die steigenden Ausgaben der Oberklasse-Autobauer und will daher die Belegschaft weiter aufstocken, wie Vorstandschef Dietmar Bichler am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart sagte. „Wir wollen uns 2012 noch vergrößern“, sagte der Manager. Ein Abbruch der Nachfrage sei nicht zu erkennen, obwohl einige Fahrzeughersteller wegen der eingetrübten Konjunkturaussichten verhaltener agierten. Die Premium-Autobauer seien „optimistischer“ als die Massenhersteller, sagte Bichler.

Bertrandt entwickelt und testet für die Autobauer Antriebe, Elektronik und Fahrwerke. 90 Prozent des im abgelaufenen Geschäftsjahrs um ein Drittel auf 576 Millionen Euro gekletterten Umsatzes entfällt auf die Autobranche, der Rest vor allem auf Entwicklungsdienstleistungen für die Luft- und Raumfahrtindustrie. Nach Steuern kletterte der Gewinn ebenfalls um ein Drittel auf 42 Millionen Euro, die operative Marge legte binnen Jahresfrist auf 10,5 von 10,3 Prozent zu. „Damit sind wir durchaus zufrieden“, sagte Vorstandschef Bichler. Besser war die operative Ertragskraft bisher nur im Boomjahr 2007/08, bevor die weltweite Absatzkrise in der Autoindustrie zum Einbruch der Geschäfte führte.

Viele Kunden müssen mit deutlich geringeren Margen als Bertrandt leben, zweistellige Renditen sind in der Industrie nur bei Premiumherstellern wie Daimler, BMW, Audi und Porsche drin. Vor allem in China sind deren hochpreisige Autos gefragt, in Europa dümpelt der Autoabsatz hingegen unter anderem wegen der Schuldenkrise vor sich hin.

Mit 8600 Beschäftigten zählte Bertrandt Ende September so viele Mitarbeiter wie noch nie, binnen eines Jahres wurde die Belegschaft um knapp 2100 Stellen aufgestockt. Zu schaffen macht Bertrandt die anhaltend hohe Fluktuation, die derzeit bei 15 Prozent liegt, wie Bichler sagte. Wegen des „hervorragenden konjunkturellen Umfelds“ stünden Ingenieuren alle Möglichkeiten offen, sie wechselten häufiger als früher den Arbeitgeber. Konkurrenten sind Edag, Magna oder MBtech.

Beim Ausblick auf das laufende Jahr übte sich der Vorstandschef - wie in den vergangenen Jahren - in Zurückhaltung. Umsatz und Ergebnis könnten in der angelaufenen Finanzperiode und dem nächsten Geschäftsjahr weiter zulegen, sagte Bertrandt-Chef Bichler. Die Schuldenkrise dürfe aber keinen Strich durch die Rechnung machen, zudem müssten die Kunden bei Entwicklungsaufgaben weiter auf Bertrandt zurückgreifen, nannte Bichler als Bedingungen.

Von

rtr

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