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13.01.2005

19:02 Uhr

„Das wird die Marktbedingungen für die Industrie dramatisch verändern“

Krankenkassen verhandeln mit Arzneimittelfirmen über Preisrabatte

Die gesetzlichen Krankenkassen wollen in diesem Jahr erstmals in großem Stil in Verhandlungen mit der Pharmaindustrie über Preisnachlässe für die insgesamt 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland einsteigen. Dies bestätigten Krankenkassenvertreter dem Handelsblatt.

BERLIN.„Unsere Gespräche mit einigen Firmen laufen bereits erfolgversprechend“, sagte Barmer-Sprecherin Susanne Uhrig. Mit 7,5 Millionen Versicherten ist die Barmer die größte deutsche Ersatzkasse. Der Bundesverband der Betriebskrankenkassen verhandelt gleichfalls mit etlichen Unternehmen über einen Rahmenvertrag mit nach Umsatzgröße gestaffelten Rabatten für die rund 14 Millionen BKK-Versicherten, bestätigte Verbandssprecher Florian Lanz. Namen von Firmen wollten die Kassen noch nicht nennen.

„Das wird die Marktbedingungen für die Industrie dramatisch verändern“, kommentierte Hermann Kortland vom Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) die Pläne. Allerdings werde es auch zu einer Beschleunigung des Konzentrationsprozesses kommen. „Kleine Unternehmen haben bei dem nun einsetzenden Wettlauf um Rabattverträge nur eine Chance, wenn sie exklusive Arzneimittel im Sortiment haben.“

Der Gesetzgeber hat bereits 2003 die Voraussetzungen für Rabattverträge zwischen den Kassen und Arzneimittelunternehmen geschaffen. Dass die Möglichkeit so gut wie nicht genutzt wurde, lag vor allem daran, dass die Apotheken bislang nicht mitgespielt haben. Dies soll sich nun ändern. Als eine seiner ersten Amtshandlungen kündigte der neue Chef des Apothekendachverbands ABDA, Heinz-Günter Wolf, jetzt an, dass die Apotheken bei der Umsetzung von Rabattverträgen aktiv mithelfen werden.

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