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10.06.2016

14:42 Uhr

Dassault

Airbus stößt Restanteile an Kampfjet-Bauer ab

Die Staaten bestellen angesichts klammer Haushalte immer weniger Kriegsgerät. Airbus-Chef Tom Enders richtet das Unternehmen deshalb stärker auf die zivile Luftfahrt aus. Nun versilbert er die Restanteile an Dassault.

An Dassault Aviation hielt Airbus zuletzt noch knapp 24 Prozent. Reuters

Modell von Dassault Aviation

An Dassault Aviation hielt Airbus zuletzt noch knapp 24 Prozent.

ParisDer Flugzeugbauer Airbus hat sich von seinem letzten verbliebenen Anteil am französischen Kampfjet-Hersteller Dassault Aviation getrennt. Der Ausstieg bringt dem europäischen Konzern knapp 2,4 Milliarden Euro ein, wie Airbus am Freitag mitteilte. Airbus-Chef Tom Enders richtet das Unternehmen stärker auf die zivile Luftfahrt aus, da staatliche Abnehmer angesichts klammer Haushalte immer weniger Kriegsgerät bestellen. An Dassault Aviation hielt Airbus zuletzt noch knapp 24 Prozent.

Die 1,33 Millionen Aktien seien nun zum Preis von 950 Euro losgeschlagen worden, teilte Airbus weiter mit. 62 Prozent seien an institutionelle Investoren gegangen, der Rest an Dassault. Der Kampjet-Hersteller erklärte, für 477 Millionen Euro eigene Aktien übernommen zu haben. Das entspreche 5,5 Prozent am Gesamtkapital. Laut Airbus wurden gleichzeitig Anleihen mit einer Laufzeit bis 2021 im Volumen von fast 1,1 Milliarden Euro platziert, die in Dassault-Aktien umgewandelt werden können. Diese seien mit einem Aufschlag von 37,5 Prozent auf den letzten Aktienkurs veräußert worden.

Wo Airbus Flugzeuge zusammenbaut

Vier Werke

Der größte europäische Flugzeughersteller Airbus baut in vier großen Produktionswerken auf drei Kontinenten Flugzeuge zusammen. Die Hauptproduktionsstätten.

Toulouse

Am Stammsitz von Airbus in der südfranzösischen Stadt mit mehr als 21 000 Beschäftigten in der Region werden auf mehreren Fertigungslinien die A320, A330, A350 und A380 endmontiert. Für die A320-Familie gibt es zwei Endmontagelinien.

Hamburg-Finkenwerder

Das Hamburger Werk in Finkenwerder ist mit 12 700 Beschäftigten die größte Produktionsstätte von Airbus in Deutschland. Für die Flieger der A320-Familie werden hier nicht nur Teile produziert, es gibt auch drei Endmontage-Linien. Eine vierte Linie soll in Hamburg entstehen, wenn die Produktion des Erfolgsschlagers A320 mehr als ohnehin geplant ausgeweitet wird. Auch an anderen Airbus-Programmen wie dem weltgrößten Passagierflugzeug A380 ist Hamburg beteiligt.

Tianjin

2008 eröffnete Airbus ein Werk als Joint Venture in der chinesischen Hafenstadt Tianjin. Dort werden von mehr als 400 Mitarbeitern ebenfalls Flugzeuge der A320-Familie montiert.

Mobile

Mit der Fertigungsstätte im US-Staat Alabama will Airbus dem Erzrivalen Boeing noch mehr Konkurrenz machen. Im Frühjahr 2016 soll dort der erste auf dem 470 000 Quadratmeter großen Areal montierte Mittelstreckenjet der A320-Familie ausgeliefert werden. 1000 Arbeitsplätze sind dort geplant.

Quelle: dpa

Airbus hat im Rüstungsgeschäft mit einer Pannenserie beim Militärtransporter A400M zu kämpfen und befürchtet Folgekosten von mehr als fünf Milliarden Euro im laufenden Jahr. Im Auftaktquartal 2016 brach der Airbus-Gewinn um die Hälfte auf 399 Millionen Euro ein.

Die Aktien von Dassault Aviation stiegen am Freitag in Paris um rund zwei Prozent auf 989,50 Euro. Airbus-Papiere gaben dort 0,4 Prozent auf 53,19 Euro nach.

Von

rtr

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