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06.11.2012

07:51 Uhr

Dax-Neuling

Lanxess wegen Autokrise vorsichtiger

Die Autohersteller sind wichtige Kunden von Lanxess – deswegen schlägt sich die Krise der Branche auf die Zahlen des Chemiekonzern nieder. Gewinn und Umsatz sanken zuletzt deutlich.

Weniger Gewinn: Lanxess bekommt die Autokrise zu spüren. dpa

Weniger Gewinn: Lanxess bekommt die Autokrise zu spüren.

FrankfurtDer Chemiekonzern Lanxess hat im dritten Quartal die Krise in der Automobilindustrie in Europa deutlich zu spüren bekommen. Da auch in den Schlussmonaten des Jahres nicht mit einer Erholung gerechnet wird, äußert sich das Unternehmen bei der Vorlage der Quartalszahlen am Dienstag etwas vorsichtiger als noch zuletzt: Lanxess erwarte jetzt für 2012 einen bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) am unteren Ende der bisher angepeilten Spanne von plus fünf bis zehn Prozent, teilte der Leverkusener Konzern mit. 2011 stand ein bereinigter operativer Gewinn von 1,15 Milliarden Euro in den Büchern.

Lanxess-Chef Axel Heitmann geht davon aus, dass die Autobranche in Europa im vierten Quartal weiter schwächelt. Die Nachfrage aus der Reifenbranche werde unverändert mager bleiben. Die Absatzmisere in Südeuropa zwingt unter anderem den hannoverschen Autozulieferer Continental zu Produktionskürzungen. Der größte US-Reifenhersteller Goodyear hatte erst unlängst für das abgelaufenen Quartal einen kräftigen Umsatzrückgang ausgewiesen und dies vor allem mit einem schwachen Europa-Geschäft begründet.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

Platz 10

Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

Platz 9

Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 8

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

Platz 7

Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

Platz 6

Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

Platz 5

Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

Platz 4

Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 2

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 1

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Lanxess ist der weltgrößte Hersteller von synthetischem Kautschuk, der unter anderem in Autoreifen und in Dichtungen verwendet wird. Von einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Schlussquartal des Jahres geht der seit kurzem im Dax gelistete Konzern allerdings nicht aus. Die Aktie verlor zu Handelsbeginn drei Prozent auf rund 63 Euro.

Im dritten Quartal sank der um Sondereinflüsse bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 18 Prozent auf 255 Millionen Euro. Die operative Rendite (bereinigte Ebitda-Marge) ging auf 11,8 Prozent von 13,3 Prozent zurück. Lanxess setzte von Juli bis September 2,2 Milliarden Euro um - ein Minus von acht Prozent. In der Region Europa, Naher Osten und Afrika sanken die Erlöse um neun Prozent, vor allem in Spanien und in Italien entwickelten sich die Geschäfte verhalten.

Wie auch bei anderen Chemiekonzernen lief zwar das Geschäft mit Chemikalien für die Landwirtschaft rund, die von hohen Preisen für Agrarprodukte profitiert. Das habe die schwache Nachfrage aus der Automobil- und Reifenindustrie aber nicht wettmachen können, erklärte der Konzern. Der Konzernüberschuss brach um 39 Prozent auf 94 Millionen Euro ein.

Die Quartalszahlen von Lanxess zeigen erneut, wie stark die sich abkühlende Wirtschaft in Europa auf die Chemieindustrie abfärbt. Zuletzt hatten bereits deutliche Gewinneinbrüche bei den US-Wettbewerbern Du Pont und Dow Chemical sowie ein Milliardenverlust beim niederländischen Farbenhersteller Akzo Nobel in der Branche für Aufsehen gesorgt. Die zwei US-Rivalen hatten zudem harte Einschnitten und einen umfangreichen Stellenabbau angekündigt. Auch beim Branchenprimus BASF waren die Ergebnisse im Geschäft mit Industriekunden zum Teil kräftig geschrumpft. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) setzt nun alle Hoffnungen auf das Jahr 2013.

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