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17.10.2012

11:08 Uhr

Dax-Rückkehrer

Continental-Chef sorgt sich um Mittelständler

Continental-Chef Elmar Degenhart sieht weder in der Rezession in Südeuropa noch in der abflauenden chinesischen Wirtschaft eine Gefahr für die Umsatz-Prognose des Konzerns. Den Mittelstand könnte es schon härter treffen.

Sieht die Wachstumsprognose des Dax-Rückkehrers nicht in Gefahr: Continental-Chef Elmar Degenhart. Reuters

Sieht die Wachstumsprognose des Dax-Rückkehrers nicht in Gefahr: Continental-Chef Elmar Degenhart.

BerlinContinental-Chef Elmar Degenhart sieht die mittelständischen Zulieferer bei einer noch längeren Talfahrt des europäischen Automarkts vor großen Problemen. „Dauert die Absatzkrise in Europa länger als zwei Jahre, geraten einige dieser Zulieferer in schwere Zeiten“, sagte Degenhart der „Financial Times Deutschland“ (Mittwochausgabe). „Für die ist das Eis sehr dünn.“

Schon jetzt stütze Conti einzelne Zulieferer. „Denn wenn es eng wird, sparen insbesondere die Mittelständler. Das geht auf Kosten der Innovationskraft und ist fatal,“ erklärte Degenhart. In drei bis fünf Jahren könnte so die ganze Autobranche in der Summe an Innovationskraft verlieren.

Im September war der Autoabsatz in Europa nach Angaben des Branchenverbands Acea vom Dienstag zweistellig eingebrochen und damit das zwölfte Mal in Folge gesunken. Insgesamt wurden nur noch 1,1 Millionen Neuwagen zugelassen, rund elf Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor.

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Ungeachtet der Branchenkrise hält der Dax-Rückkehrer Conti an seinen Prognosen für das Gesamtjahr fest. „Ich erwarte nichts Gravierendes mehr, was unseren im August angehobenen Ausblick gefährden könnte“, sagte Degenhart. Der Reifenhersteller und Autozulieferer aus Hannover erwartet nach wie vor einen Umsatz von 32,5 Milliarden Euro und damit auf Jahressicht ein Plus von rund sieben Prozent.

Dennoch sieht der Conti-Chef wachsende Schwierigkeiten für die Industrie. „In der Tat wird der Markt von Quartal zu Quartal schwieriger“, sagte Degenhart. Während Südeuropa in einer Rezession stecke, habe auch China nicht mehr die Wachstumsraten wie vor drei bis fünf Jahren. Doch werde der Absatz von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen auch 2013 etwas wachsen, gestützt vor allem durch Nachfrage aus Asien und Nordamerika.

„Europa wird auf dem derzeitigen niedrigen Niveau stagnieren“, erklärte Degenhart. Die Talsohle sollte mehr oder weniger erreicht sein. „Womöglich geht es noch mal ein bis zwei Prozentpunkte nach unten“, sagte er. Für Conti gebe es noch keine Notwendigkeit, über Kurzarbeit zu reden, wie sie andere Autozulieferer wie der Konkurrent Bosch und mehrere Autohersteller schon eingeführt haben.

Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer erwartet, dass die europäische Automobilindustrie in diesem Jahr drei Millionen Fahrzeuge weniger verkauft. Dies entspräche der Produktion von zehn Autofabriken, sagte der Professor von der Universität Duisburg-Essen am Mittwoch dem Sender Phoenix. Nicht betroffen seien allerdings die deutschen Premium-Hersteller. Für das kommende Jahr befürchtet Dudenhöffer eine Fortsetzung des Negativtrends in der Autobranche. „2013 wird für die Weltwirtschaft und die Automobilbranche ein schwierigeres Jahr werden. Weltweit wird kein Wachstum mehr stattfinden und in Europa wird sich die Krise verfestigen.“

Von

dapd

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

17.10.2012, 11:56 Uhr

Es gibt auch noch einige wenige, die in der Krise gut dastehen. Schaeffler Gruppe präsentierte erfolgreiche Quartalszahlen und die Wachstums-und Ergebnisziele bleiben für 2012 unverändert

Clara

17.10.2012, 18:18 Uhr

Klein- und Mittelbetriebe haben es bekanntlich immer schwieriger und ohne Innovation geht es in dieser Branche gar nicht weiter. Innovation ist das Um und Auf für die Zukunft der Automobilindustrie.
Aus diesem Grund auch erfreulich und sehr beachtenswert dass Continental ihren Zulieferern in dieser schweren Zeit als Stütze dient, wo die Konkurrenz im Wettbewerb noch stärker stehen. Continental-Chef Degenhart selbst sieht seinen Großaktionär Schaeffler als eine "gewisse Attacke vor feindlichen Attacken", wo aber auch die Zusammenarbeit beider Unternehmen sehr gut läuft.
Schaeffler selbst hat mit seinen gezielten Investitionen die Zukunft des Unternehmens gesichert und die Gefahr somit abgewendet. Gerade in Zeiten, wo die Geschäfte in Europa schlechter laufen und sogar rückläufig sind, investiert Schaeffler in Wachstumsmärkte wie Asien (Umsatzsteigerung von 14%) und Nordamerika (Umsatzsteigerung von 17%) wo das Potenzial noch nicht ausgeschöpft ist.

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