Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.08.2015

10:49 Uhr

Defcon

Hacker zeigen ihre Tricks an Tesla

VonThomas Jahn

In Las Vegas präsentierten zwei Hacker, wie sie die Teslas Model S knackten. Sie konnten das Elektroauto gar zum Bremsen bringen. Allerdings ging das nur bei geringer Geschwindigkeit und vorherigem Zugang zum Fahrzeug.

Zwei Hacker zeigten insgesamt „sechs Schwachstellen“ beim Model S vom Elektroautohersteller Tesla auf. dpa

Teslas Model S

Zwei Hacker zeigten insgesamt „sechs Schwachstellen“ beim Model S vom Elektroautohersteller Tesla auf.

New YorkDie Tische auf der Bühne waren ganz in Schwarz gehüllt, mit einem Totenkopf im weißen O von „Defcon“. So heißt die Hackerkonferenz, die derzeit in Las Vegas läuft und bis zum morgigen Sonntag geht. Das Design ist Programm, hier zeigen Datenpiraten ihr Können.

Um 14 Uhr Ortszeit am gestrigen Freitag traten Kevin Mahaffey, Technikchef von IT- Sicherheitsberatung Lookout, und Marc Roger, einem bekannten Hacker und Gründer der englischen Datenpiraten-Gruppierung „Die Agenten der feindlichen Macht“, auf. Der Titel ihrer Präsentation war Programm: „Wie man ein Tesla Model S hackt“.

Insgesamt zeigten sie „sechs Schwachstellen“ beim Model S auf. So konnten sie ferngesteuert den Tachometer verstellen, die Fenster hoch- und herunterlassen, die Türen aufschließen oder den Motor ausschalten. Bis zu einer Geschwindigkeit von acht Stundenkilometern konnten sie auch die Handbremse aktiveren und das Auto zum abrupten Stopp bringen.

Hacker knacken Autos: Der Fremde im System

Hacker knacken Autos

Premium Der Fremde im System

Es ist wieder Sommercamp: Dieses Mal sind Autos Hauptthema auf den Hacker-Konferenzen in Las Vegas. Die Tutorials sorgen für Aufsehen und sind vor allem besorgniserregend. Die neuesten Opfer: Fahrzeuge von GM und Tesla.

Allerdings machte Tesla eine deutlich bessere Figur als zuvor Fiat-Chrysler. Bei dessen Jeep Cherokee konnten vor wenigen Wochen zwei Hacker aus der Ferne die komplette Kontrolle über das Fahrzeug übernehmen. Beim Elektroautopionier Tesla benötigen Mahaffey und Roger dagegen für ihren Dateneinbruch erst einen physischen Zugang zum Auto, um danach aus der Ferne eingreifen zu können.

Auch hatte Tesla verschiedene Sicherheitsbarrieren eingebaut. So ließ sich die Handbremse nicht bei mehr als acht Stundenkilometern betätigen, es gingen nur alle Bildschirme aus und das Fahrzeug sprang in Leerlauf. Der Fahrer konnte aber weiter steuern. „Das ist eine enorme Leistung“, sagte Rogers, „und steht im starken Kontrast mit der Jeep-Geschichte“. Tesla habe schon weit vorausgedacht und „katastrophales“ Versagen ausgeschlossen.

Tesla behob in Zusammenarbeit mit den Hackern die Sicherheitslücken, was bei ihm leichter geht als bei anderen Marken. Die Firma spielt regelmäßig per Internet neue Feature auf das Auto, so auch die Sicherheitsverbesserung. Der Inhaber muss also nicht eigens in eine Werkstatt kommen, sondern nur den Knopf mit „Yes“ im Autobildschirm drücken.

Computerkriminalität: Deutsche Firmen unterschätzen die Gefahr

Computerkriminalität

Deutsche Firmen unterschätzen die Gefahr

Noch immer sind sich zu viele Unternehmen der Gefahr durch Computerkriminalität nicht bewusst. Während die Zahl der „e-Crimes“ stetig zunimmt, nehmen immer noch viele Firmen an, sie selbst stellten gar kein Ziel da.

Insgesamt lobten Mahaffey und Roger die Kooperation mit Telsa, die über mehrere Wochen ging. Wie gut die Stimmung war, zeigte die Anwesenheit von JB Straubel auf der Bühne. Der Tesla-Sicherheitschef kommentierte die Hacks der Beiden und wie Tesla reagierte. Sein Auftritt brachte ihm einen Schnaps ein: In der Tradition der Konferenz ist das eine Art Feuertaufe für diejenigen, die zum ersten Mal präsentieren.

Solche Präsentationen sind in den Augen von Letizia Jay, die bei der Digitalen Sicherheitsberatung Gemalto Vizepräsidentin für Maschinenkommunikation ist, auch Augenwischerei. Vordergründig ginge es um die Aufklärung der Öffentlichkeit und des Herstellers. Aber die wahre Motivation liege bei solchen Konferenzen wie „Defcon“ bei „Ruhm und Ehre, die die Hacker erringen wollen“.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×