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06.05.2014

20:19 Uhr

Defekte Gangschaltungen

GM kommt aus Rückruf-Misere nicht heraus

Es ist eine endlose Geschichte: General Motors hat sich nicht annähernd von den Versäumnissen im Zusammenhang mit defekten Zündkerzen und damit verbundenen Unfällen erholt, da wird schon die nächste Rückruf-Aktion nötig.

Nein, sonderlich angenehm dürfte ihr erstes Halbjahr als Chefin bei General Motors sich nicht angefühlt haben: Mary Barra muss Krise um Krise bewältigen. ap

Nein, sonderlich angenehm dürfte ihr erstes Halbjahr als Chefin bei General Motors sich nicht angefühlt haben: Mary Barra muss Krise um Krise bewältigen.

DetroitDie Rückruf-Serie bei General Motors (GM) nimmt kein Ende. Nun beordert der Opel-Mutterkonzern annähernd 60 000 Wagen in den USA und Kanada wegen Problemen mit der Gangschaltung in die Werkstätten. Man wisse von 28 Unfällen in den vergangenen sieben Jahren, erklärte das Unternehmen am Dienstag in Detroit. Es habe dabei vier Verletzte, aber keine Toten gegeben.

GM leidet seit Jahresbeginn unter millionenfachen Rückrufen wegen diverser Mängel. Der Autohersteller muss sich im Fall defekter Zündschlösser den Vorwurf anhören, das Problem ein Jahrzehnt lang ignoriert zu haben. Es kam zu Unfällen mit mindestens 13 Toten. Nun ermitteln die US-Behörden, GM sieht sich Schadenersatzforderungen von Unfallopfern und Autobesitzern gegenüber.

Das Rückruf-Debakel von General Motors

13. Februar 2014

GM ruft in Nordamerika die ersten 778.000 Wagen wegen Problemen mit den Zündschlössern zurück. Der Schlüssel kann bei voller Fahrt in die „Aus“-Position zurückspringen. GM berichtet von sechs Toten bei Unfällen.

25. Februar 2014

GM weitet den Rückruf auf weltweit 1,6 Millionen ältere Wagen aus. In Europa sind einige Tausend Roadster Opel GT betroffen. Das Unternehmen räumt erste Versäumnisse ein. Nun ist die Rede von 13 Unfalltoten. Verbraucherschützer kommen auf weit höhere Zahlen.

12. März 2014

Aus internen Vermerken geht hervor, dass GM-Ingenieure schon 2001 während der Fahrzeugentwicklung über Probleme mit den Zündschlössern berichteten.

6. März 2014

Barra leitet eine interne Untersuchung ein. Zuvor war bekanntgeworden, dass die US-Sicherheitsbehörde NHTSA überprüft, ob GM den Rückruf verschleppt hat. In US-Medien häufen sich Geschichten von Unfallopfern.

17. März 2014

GM ruft weitere Autos wegen anderer Defekte zurück, etwa wegen Airbag-Ausfällen. Auch aktuelle Modelle sind nun betroffen. Wegen der Zündschlösser gehen die ersten Klagen von Unfallopfern und Autobesitzern ein, die den Wert ihrer Wagen geschmälert sehen.

19. März 2014

Die US-Regierung bestraft Toyota wegen der Pannenserie 2009/2010. Die Japaner müssen 1,2 Milliarden Dollar zahlen. Auch hier lautet der Vorwurf, der Konzern habe die Probleme zunächst vertuscht.

29. März 2014

GM ruft nun auch 1 Million Fahrzeuge neuerer Baujahre wegen der defekten Zündschlösser zurück. Damit steigt die Gesamtzahl für diesen Defekt auf 2,6 Millionen.

31. März 2014

Der nächste Ruf startet wegen ausfallender Servolenkungen. GM beordert nun wegen diverser Mängel insgesamt 6,3 Millionen Wagen in die Werkstätten. Die Kosten schnellen auf 750 Millionen Dollar hoch, später veranschlagt das Unternehmen 1,3 Milliarden Dollar.

2. April 2014

Bei zwei Anhörungen im US-Kongress wird Barra scharf angegangen. Antworten auf die Kernfrage, warum GM so lange mit dem Rückruf der Zündschlösser zögerte, hat sie jedoch nicht.

10. April 2014

GM beurlaubt zwei Ingenieure wegen der Zündschlösser. Zwei Wochen später wird die Entwicklungsabteilung umgebaut und deren Chef scheidet aus. Zwischenzeitlich gehen auch die Personalchefin und der Kommunikationschef.

23. April 2014

GM erklärt, die ersten Ersatzteilpakete mit Zündschlössern versandt zu haben. Nun starten die Reparaturen.

30. Juni 2014

Ein weiterer Rückruf betrifft 8,4 Millionen Wagen weltweit, die meisten davon in den USA. GM zufolge hätten diverse Wagen Defekte. „Unsere Kunden verdienen mehr als das, was wir ihnen mit diesen Wagen geboten haben“, erklärte Firmenchefin Mary Barra in Detroit.

Von dem neuerlichen Rückruf ist die Limousine Saturn Aura aus den Modelljahren 2007 und 2008 betroffen. Hier kann der Seilzug der Automatikschaltung reißen. Der Schalthebel lässt sich dann nicht mehr in die Park-Stellung bringen und der Wagen kann wegrollen, wenn der Fahrer vor dem Aussteigen die Bremse nicht anzieht. GM ruft deshalb in den USA insgesamt 56 214 Autos zurück, in Kanada 3 414. Das Modell wird nicht mehr gebaut.

Von

dpa

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