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10.01.2006

10:20 Uhr

Defizitäre Kleinwagenmarke

Daimler bekommt erste Angebote für Smart

Der Autokonzern Daimler-Chrysler hat nach Informationen aus Unternehmenskreisen mehrere Kaufangebote für die defizitäre Kleinwagenmarke Smart erhalten.

Daimler-Chrysler fährt mit dem Stadtflitzer Smart Verluste ein. Foto: dpa Quelle: dpa

Daimler-Chrysler fährt mit dem Stadtflitzer Smart Verluste ein. Foto: dpa

hz/je/rob DETROIT. Der neue Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche schaltete jetzt die US-Investmentbank Goldman Sachs ein, um entsprechende Offerten entgegenzunehmen und deren Seriosität zu prüfen. Es bestünden aber keine Pläne, aktiv nach einem Käufer zu suchen, sagte Zetsche dem Handelsblatt am Rande der Detroit Auto Show. Ein harter Schnitt bei Smart rückt jedoch näher. Nach Informationen aus Finanzkreisen erwägt Zetsche eine Trennung von der Sparte, sollte die geplante Sanierung bis 2007 scheitern.

Angesichts der hohen Verluste von Smart wird Daimler-Chrysler nach Einschätzung von Branchenkennern bei einem Verkauf kaum Geld verdienen. Der Konzern wollte sich dazu nicht äußern und betonte, eine Trennung von Smart sei kein Thema.

Kennern erscheint die von Daimler angestrebte Gewinnwende bis zum Jahr 2007 für den Kleinwagenbauer allerdings utopisch. Um einen neuen Partner für Smart ins Boot zu locken, müsste Zetsche möglicherweise sogar erneut tief in die Tasche greifen, glauben Auto-Analysten. Die Börse reagierte dennoch erfreut über das Signal, dass der neue Daimler-Boss die Problemfälle im Unternehmen zügig anpackt.

Daimler sondiert bereits seit einiger Zeit Partnerschaften für Smart. Zetsche sei offen für Beteiligungen zwischen zehn und 100 Prozent, hieß es zuletzt in Unternehmenskreisen. Erstmals räumte der neue Daimler-Boss jetzt diese Überlegungen auch offen ein. „Wir haben interessierten Parteien mitgeteilt, dass sie Goldman Sachs kontaktieren sollen“, sagte Zetsche der Zeitung „Financial Times“. Als Käufer kommen Branchenkreisen zufolge chinesische Hersteller oder Finanzinvestoren in Betracht.

Bislang kooperieren die Stuttgarter bei Smart mit dem angeschlagenen japanischen Autobauer Mitsubishi Motors, in dessen niederländischer Fabrik in Born sowohl der Mitsubishi Colt als auch der Smart Forfour vom Band laufen.

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