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14.06.2012

16:38 Uhr

Defizitäre Küchenfirma

Alno will Schulden senken und Kapital erhöhen

Ein Sanierungskonzept sieht vor, dass Küchenhersteller Alno seine Bankschulden reduziert. Dafür sollen eine Anleihe und eine Kapitalerhöhung sorgen. Der Vorstandschef spricht von einem „Befreiungsschlag“.

Alno will im Sommer ein Sanierungskonzept vorstellen. dpa

Alno will im Sommer ein Sanierungskonzept vorstellen.

FrankfurtBankschulden weg und frisches Kapital her: Der baden-württembergische Küchenhersteller Alno soll nach jahrelangen Verlusten mit neuen Investoren auf eine solide finanzielle Basis gestellt werden. Bis zum Sommer soll ein Sanierungskonzept stehen, welches das defizitäre Unternehmen aus Pfullendorf von seinen Bankschulden fast völlig befreien soll.

Durch eine Anleihe und eine Kapitalerhöhung sollen 60 bis 100 Millionen Euro hereinkommen, wie eine mit den Plänen vertraute Person sagte. Der zum US-Konzern Whirlpool gehörende schwäbische Haushaltsgerätehersteller Bauknecht hat zugesagt, bei der Kapitalerhöhung mitzuziehen, wie Alno erklärte. Bauknecht ist mit 18,8 Prozent der zweitgrößte Alno-Aktionär.

Die übrigen Anteilseigner, darunter Familien-Aktionäre und der Finanzinvestor German Capital, müssen dagegen mit einer starken Verwässerung ihrer Anteile rechnen. Alno ist an der Börse noch 39 Millionen Euro wert. Seit Mitte Mai ist die Aktie von 88 Cent auf 1,50 Euro gestiegen, liegt aber noch unter dem Nennwert von 2,60 Euro, so dass vor einer Kapitalerhöhung wohl erst ein Kapitalschnitt stehen müsste.

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„Dies wird ein echter Befreiungsschlag“, sagte Interims-Vorstandschef Max Müller. Der Schweizer war von German Capital installiert worden und ist selbst an Alno beteiligt.

Die Hauptversammlung am 21. August soll über die Maßnahmen entscheiden. Absichtserklärungen von den wichtigsten Anteilseignern sowie von Geschäftspartnern und neuen Investoren gebe es schon, betonte der Vorstand. Alno ist laut Finanzkreisen mit bis zu 40 Millionen Euro bei Banken - vor allem der Commerzbank - verschuldet. Sie sollen nun auf einen beträchtlichen Teil der Kredite davon verzichten, der Rest soll von Investoren abgelöst werden. Diese tauschen die Schulden im zweiten Schritt in neue Alno-Aktien. Zudem sollen sie eine Anleihe zeichnen, mit der die restlichen Kredite getilgt werden.

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