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05.01.2004

07:40 Uhr

Der Kampf der weltweiten Flug-Allianzen um Marktanteile wird härter

Europa baut seine Dominanz in der globalen Luftfahrt aus

VonDietmar Petersen (Handelsblatt)

Das Ende der globalen Luftfahrtkrise kommt allmählich in Sicht. Die krisengeplagte Branche darf – auch angesichts neuer Marktstrukturen – wieder auf Wachstum hoffen. Unter anderem gilt die geplante Fusion von Air France und KLM als Startschuss für eine neue Beteiligungspolitik der europäischen Fluglinien. Zudem kommen auch von der EU positive Zeichen.

DÜSSELDORF. Die Gespräche der EU mit den USA über ein Luftverkehrsabkommen „sind endlich auf dem richtigen Weg“, sagt David Henderson vom Verband Europäischer Fluggesellschaften (AEA). Das Abkommen soll die bilateralen „Open Sky“-Verträge einzelner EU-Mitglieder mit den USA ablösen. Mit diesem Abkommen würden auch die „Nationalitätenklauseln“ hinfällig, die noch immer staatliche Fluglinien begünstigen.

Wenn dieses Hindernis für grenzüberschreitende Fusionen kippt, wird es laut Ulrich Horstmann, Luftfahrtanalyst der Bayerischen Landesbank, „angesichts der europaweiten Überkapazitäten einen beschleunigten Wachstumsschub durch Konzentrationen und Kooperationen“ geben. Wenn sich die bisherigen Größenverhältnisse der Fluggesellschaften ändern, würde dies aber auch den Wettbewerb der weltweit drei führenden Verbünde Star Alliance (unter Führung der Deutschen Lufthansa), Oneworld (British Airways) und SkyTeam (Air France) um Sicherung und Ausbau ihrer Marktanteile drastisch anheizen.

„Wir sehen Konsolidierungsbedarf“, sagte Jaan Albrecht, Geschäftsführer der Star Alliance, dem Handelsblatt. „Wir sind gegen Subventionen und für offene Verkehrsmärkte.“ Albrecht ist optimistisch, dass sich der Markt durchsetzen wird. Im Vergleich zu den anderen Flugallianzen ist der 1997 gegründete Pionier Star Alliance am weitesten auf die globalen Märkte ausgerichtet.

Erstmals will die Gemeinschaft ihre Zusammenarbeit im Streckennetz auch auf den Einkauf ausweiten. Die Star Alliance bündelt ihre Einkaufsmacht beim Erwerb von rund 250 Flugzeugen – teils Festzusagen, teils Optionen – im Wert von etwa 10 Mrd. $. Albrecht: „So können wir über Synergien zuerst unser Produkt und dann die Kostenstrukturen verbessern“ – und damit die Marktführerschaft der Star Alliance festigen und ausbauen. Die hält Analyst Horstmann auch dann nicht für gefährdet, wenn Air France-KLM durch die Fusion, gemessen am Umsatz, zur weltweit größten Fluglinie aufsteigen würde – vor Lufthansa, Japan Airlines Systems und American Airlines. Schließlich weise das globale Streckennetz nur noch wenige „weiße Allianz-Flecken“ auf: Südliches Afrika, Südpazifik und Russland.

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