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11.10.2013

15:16 Uhr

Design vom Autobauer

PS auf dem Laufsteg

VonLukas Bay

Autos alleine reichen nicht mehr. Weltweit errichten die Autokonzerne ganze Markenwelten um ihre Produkte. Das Geschäft mit dem Design wird immer lukrativer, doch es birgt Gefahren.

Bugatti will mit einer eigenen Modekollektion durchstarten.

Bugatti will mit einer eigenen Modekollektion durchstarten.

DüsseldorfNormalerweise baut Bugatti edle Sportwagen wie den Veyron. 1200 PS, 431 Kilometer pro Stunde, Neupreis: 1,16 Millionen Euro. Extremer Luxus, den sich die wenigsten leisten können. Nun soll die VW-Nobeltochter aus Molsheim im Elsass auch die Laufstege erobern. „Wir wollen eine ganze Welt um Bugatti herum schaffen“, sagt Wolfgang Schreiber, Vorsitzender der Geschäftsführung. Zu diesem Zweck bringt die VW-Nobeltochter zwei Modelinien für Bekleidung und Accessoires auf den Markt, die auf die klingenden Namen „Ettore Bugatti“ und „Extreme Performance“ hören. Premiere feierten diese im Rahmen der Mailänder Modewoche. In den kommenden fünf Jahren will Bugatti weltweit 35 neue, exklusive Boutiquen eröffnen, auch in Luxuswarenhäusern soll die Marke Einzug halten. 

Damit startet Bugatti in ein Geschäft, das für viele Premiumautomarken längst zum zum lukrativen Nebenverdienst geworden ist. Insbesondere im Luxussegment gibt es kaum eine Marke ohne Lizenzprodukte: Lamborghini verkauft eigene Möbel, Aston Martin eine Silberkollektion, Rolls-Royce eine Krawattenlinie. Als Vorreiter im Markt gilt Porsche Design. Allein 2012 konnte die Porsche-Tochter 116,2 Millionen Euro umsetzen - 45 Prozent mehr als im Vorjahr.

Dass Porsche heute zu den Marktführern gehört, ist eine Ironie der Geschichte. Denn eigentlich hatte der Autobauer mit der eigenen Designmarke anfangs nur den Namen gemein. Als Ferdinand Alexander (F.A.) Porsche, Chefdesigner des legendären Modells 911, den Sportwagenbauer im Jahr 1972 auf Beschluss der Familie verlassen musste, gründete er sein eigenes Designbüro. Seine Vision: die zeitlosen Entwürfe des Autobauers auf Alltagsgegenstände übertragen.  

Die innovativsten Autostandorte

Quelle

In der Studie „European Automotive Survey 2013“ haben die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young 300 europäische Unternehmen der Automotive-Branche befragt, wie sie die Innovationskraft der Automobilstandorte bewerten.

Platz 18

Spanien
Die Spanier verlieren im Innovationsranking satte 12 Prozentpunkte. Drei Prozent halten das Land in punkto Innovationskraft für sehr wettbewerbsfähig, 14 Prozent für eher wettbewerbsfähig. Damit sind die Spanier Schlusslicht in Europa.

Platz 17

Ungarn
Mit Daimler und Audi haben zwei deutsche Hersteller große Werke in Ungarn. In punkto Innovationskraft hat das osteuropäische Land enormen Nachholbedarf. Ein Prozent halten die Ungarn in diesem Feld für sehr wettbewerbsfähig, 17 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 16

Türkei
Gleichauf mit Ungarn sind die Türken in punkto Innovationskraft. Auch die Türkei ist für ein Prozent der befragten Unternehmen sehr wettbewerbsfähig, für 17 Prozent eher wettbewerbsfähig.

Platz 15

Polen
Der Nachbar ist ein wichtiger Produktionsstandort für deutsche Autokonzerne, doch nicht sonderlich innovativ. Drei Prozent halten die Polen für sehr wettbewerbsfähig, 17 Prozent für wettbewerbsfähig. Das sind acht Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Platz 14

Slowakei
Die Heimat von VW-Tochter Skoda schneidet im Innovationsranking ebenfalls eher schlecht ab. Zwei Prozent halten das Land für sehr wettbewerbsfähig, 23 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 13

Italien
Satte neun Prozentpunkte haben die Italiener im Innovationsranking eingebüßt. Die Heimat von Fiat und Ferrari halten mittlerweile nur noch vier Prozent aller befragten Unternehmen für sehr wettbewerbsfähig,  24 halten Italien für eher wettbewerbsfähig.

Platz 12

England
Das Vereinigte Königreich war einst eine stolze Autonation. In punkto Innovation ist davon wenig geblieben. Erneut büßen die Briten 11 Prozentpunkte ein – und rutschen damit im Ranking ab. Sieben Prozent bewerten UK als sehr wettbewerbsfähig, 23 Prozent als eher wettbewerbsfähig.

Platz 11

Tschechien
Unter Osteuropas Ländern belegen die Tschechen einen Spitzenplatz, insgesamt reicht das aber nur fürs Mittelfeld. Vier Prozent halten Tschechien für sehr wettbewerbsfähig, 27 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 10

Russland
Die große Wachstumshoffnung in Europa, doch in punkto Innovationskraft besteht Nachholbedarf. Sieben Prozent halten das Land für sehr wettbewerbsfähig, 24 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 9

Frankreich
Der große Verlierer im Innovationsranking. 21 Prozentpunkte büßt der Standort Frankreich ein. Nur noch sechs Prozent aller befragten Unternehmen halten das Land in punkto Innovationskraft für sehr wettbewerbsfähig, 28 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 8

Schweden
Die Heimat von Volvo gehört zu den großen Gewinnern des Innovationsrankings. Neun Prozentpunkte haben die Skandinavier im vergangenen Jahr hinzugewonnen. 13 Prozent aller befragten Unternehmen halten Schweden für sehr wettbewerbsfähig, 30 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 7

Indien
Auf Indiens Automarkt regieren die Billigmodelle. Trotzdem wird das Land von den Automobilunternehmen als relativ innovativ angesehen. Zehn Prozent bewerten den Standort als sehr wettbewerbsfähig, 35 als eher wettbewerbsfähig.

Platz 6

Brasilien
Den zweitgrößten Sprung im Ranking macht das südamerikanische Land (+13 Prozentpunkte). Zuletzt haben mehrere Autokonzerne in Brasilien investiert. Die Innovationskraft bewerten zehn Prozent als sehr wettbewerbsfähig, 39 als eher wettbewerbsfähig.

Platz 5

USA
Volkswagen feiert in Amerika immer neue Wachstumsrekorde, auch in punkto Innovationskraft hat das Land zugelegt. 13 Prozent halten den Standort USA für sehr wettbewerbsfähig, 43 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 4

China
Obwohl der chinesische Automarkt sich zuletzt wieder abgekühlt hat, belegt das Land im Innovationsranking einen der Spitzenplätze. 18 Prozent halten China für sehr wettbewerbsfähig, 42 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 3

Südkorea
Hyundai und Kia sorgen auf dem europäischen Automarkt für Wirbel. Das liegt vor allem an der Innovationskraft der südkoreanischen Konzerne. Der Standort gewinnt im Innovationsranking satte 21 Prozentpunkte – mehr als jedes andere Land. Für 20 Prozent aller befragte ist das Land sehr wettbewerbsfähig, für 41 Prozent eher wettbewerbsfähig.

Platz 2

Japan
Die japanische Autoindustrie hat sich erholt und greift nun wieder nach der Weltspitze – auch in punkto Innovationskraft. 24 Prozent bewerten Japan als sehr wettbewerbsfähig, 41 als eher wettbewerbsfähig.

Platz 1

Deutschland
Geht es nach der Einschätzung der europäischen Automotive-Unternehmen ist kein Land in Europa innovativer als Deutschland. Satte 44 Prozent halten den Standort für sehr wettbewerbsfähig in punkto Innovationskraft, 37 bewerten die Deutschen als eher wettbewerbsfähig

Sein erstes Werk, ein schwarzer Chronograf, ist heute ein Klassiker. Trotz der Namensgleichheit arbeiteten die Designer jahrzehntelang unabhängig vom Autobauer - und gewannen über 170 Auszeichnungen. Erst 2003, als F.A. Porsche aus dem operativen Geschäft ausschied, kehrte Porsche Design zurück in den Konzern. Seitdem wächst die Konzerntochter rasant. Von fünf Läden im Jahr 2003 ist das Unternehmen auf weltweit 130 Stores angewachsen, 32 betreibt das Unternehmen selbst.

Obwohl der Autobauer nun zwei Drittel der Anteile hält, sind die Schnittmengen der Unternehmen überschaubar. 80 Prozent aller Kunden von Porsche Design fahren keinen Porsche. Das Geschäft mit der eigenen Marke im Luxussegment eröffnet dem Autobauer damit völlig neue Zielgruppen.

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