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11.01.2010

14:41 Uhr

Detroit

Deutsche Autobauer blasen in den USA zur Attacke

Die deutschen Autobauer haben ein klares Ziel formuliert: Bis Ende des Jahres soll die „magische Zehn“ erreicht sein. Gemeint sind zehn Prozent Marktanteil in den USA. Diese optimistische Prognose haben die Hersteller zu Beginn der Detroiter Autoshow.

VW und die anderen deutschen Hersteller putzen sich in Detroit richtig heraus. dpa

VW und die anderen deutschen Hersteller putzen sich in Detroit richtig heraus.

fas/hz/mcs DETROIT. Die deutsche Autoindustrie geht mit viel Selbstbewusstsein in den US-Markt. „Die Ausgangsposition für den Angriff sind gut“, sagte Verbandschef Matthias Wissmann heute in Detroit. „In diesem Jahr sind 800 000 Fahrzeuge möglich“, sagte Wissmann. Mittelfristig sei ein Sprung von derzeit sieben Prozent Marktanteil auf zehn Prozent angestrebt, sagte der Verbandschef.

Vorerst lecken aber auch die Deutschen ihre Wunden von dem Katastrophenjahr 2009, das den immer noch zweitgrößten Automarkt der Welt nach China schwer getroffen hat. Die gesamte Branche verkaufte nur noch 10,4 Mio. Autos in den USA, das ist 20 Prozent weniger als noch 2008. Dass die Deutschen mit einem Minus von 17,8 Prozent besser als die japanische und US-amerikanische Konkurrenz abgeschnitten hat, wertet Wissmann als großen Erfolg. „Wir haben in allen Segmenten Marktanteile gewonnen“, freute sich der VDA-Chef.

Die vermeintliche neue Stärke ist auch eine Schwäche der Konkurrenz. Neben dem Siechtum der US-Hersteller nehmen die deutschen Autohersteller auch das Straucheln Toyotas mit Genugtuung zur Kenntnis. Der Weltmarktführer fiel im vergangenen Jahr in den USA mit Milliardenverlusten und ungewohnten Rückrufaktionen auf. „Es ist klar, dass Toyota einen Ansehensverlust erlitten hat“, stichelte Wissmann.

Den will vor allem Volkswagen nutzen. Die Wolfsburger bauen derzeit ein neues Werk im US-Bundesstaat Tennessee und wollen im Jahr 2013 in den USA schon 400 000 bis 450 000 Autos verkaufen. Bisher ist es die Hälfte. Im Massenmarkt hat der Konzern seit dem legendären Käfer in den USA keine Rolle mehr gespielt. Daimler und BMW bauen ihre bereits bestehenden Werke in den USA aus. Auch, um sich gegen einen anhaltend schwachen Dollar abzusichern.

Während die Deutschen im Massenmarkt auf den Durchbruch warten, stehen Germanys „luxury Cars" weiter hoch im Kurs. Daimler, BMW, Audi und Porsche dominieren mit 45,6 Prozent weiter das Segment der Oberklasse in den USA. Allerdings ist der Anteil der Premiumautos am Gesamtmarkt in den USA wesentlich geringer als in Deutschland.

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