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26.02.2015

07:44 Uhr

Deutlich mehr Gewinn

Hochtief zahlt üppige Dividende

Hochtief-Eigner ACS hat den Baukonzern auf Profit getrimmt – und lässt sich jetzt eine üppige Dividende zahlen. Allerdings haben die jüngsten Verkäufe von Firmenteilen Spuren in der Bilanz hinterlassen.

Hinter einem Logo des Baukonzerns Hochtief steigt ein Arbeiter in eine Baustelle: Die Jahreszahlen des Baukonzerns erfreuen die Aktionäre. dpa

Hochtief

Hinter einem Logo des Baukonzerns Hochtief steigt ein Arbeiter in eine Baustelle: Die Jahreszahlen des Baukonzerns erfreuen die Aktionäre.

DüsseldorfDeutschlands größter Baukonzern Hochtief entwickelt sich für die spanische Konzernmutter ACS immer mehr zur Goldgrube. Der Essener Konzern schüttet seinen Aktionären für 2014 eine deutlich höhere Dividende aus. Hochtief will 1,90 Euro je Aktie zahlen, 2013 waren es noch 1,50 Euro, wie der Baukonzern am Donnerstag mitteilte. Darin enthalten ist eine Sonderdividende von 20 Cent aus Verkäufen von Unternehmensteilen bei der australischen Tochter Leighton.

Der Essener Konzern, der sich 2014 von zahlreichen Töchtern getrennt hatte, verbuchte im vergangenen Jahr einen operativen Konzerngewinn von rund 252 (Vorjahr: 171) Millionen Euro. 2015 will Hochtief nun bei dieser Kennzahl 220 bis 260 Millionen Euro erreichen. Nach den umfangreichen Verkäufen nennt der Konzern als vergleichbare Basis 190 Millionen Euro.

Der vom spanischen Mehrheitseigner ACS entsandte Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes hatte angekündigt, den Konzern auf Gewinn trimmen zu wollen. Er hatte Beteiligungen vor allem aus dem Dienstleistungsgeschäft veräußert und will Hochtief auf das klassische Baugeschäft konzentrieren. Das Sorgenkind des Konzerns, das Baugeschäft in Europa, hat Verdes dabei noch nicht in die schwarzen Zahlen geführt: Vor Steuern halbierte sich der Verlust im Kerngeschäft auf 30 Millionen Euro.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Hochtief hatte im vergangenen Jahr unter anderem den Immobilienentwickler Formart verkauft und das Offshore-Geschäft veräußert. Die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland schrumpfte entsprechend zum Jahresende auf gut 3900 von knapp 5700 Menschen, im Konzern insgesamt waren es noch gut 53.000 Menschen, mehr als 20.000 Mitarbeiter weniger als vor Jahresfrist.

Die australische Hochtief-Ertragsperle Leighton - auch hier sitzt Verdes auf dem Chefsessel - hatte ebenfalls zahlreichen Beteiligungen „Adios“ gesagt. So ging die Tochter John Holland mit rund 4100 Mitarbeitern an einen chinesischen Konkurrenten. ACS hält knapp 61 Prozent der Stimmrechte an Hochtief, die Essener kontrollieren wiederum knapp 70 Prozent der Leighton-Anteile.

Hochtief kauft zudem derzeit eigene Aktien zurück. Der Konzern hatte angekündigt, von 7. Oktober bis Ende 2015 bis zu 6,92 Millionen eigene Anteilsscheine übernehmen zu wollen, das entspricht rund zehn Prozent des Grundkapitals. Zieht Hochtief die eingesammelten Aktien ein, steigt der ACS-Anteil an den Essenern weiter.

Von

rtr

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