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06.02.2005

14:53 Uhr

Deutsche Bank in der öffentlichen Kritik

BDI-Chef ermahnt Unternehmen zu mehr gesellschaftspolitischer Verantwortung

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, fordert von den Unternehmen mehr soziale Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. "Wir können als Unternehmer nicht immer nur über maximale Eigenkapitalverzinsung reden und uns am Ende noch mit Extra-Boni belohnen lassen, wenn wir möglichst viele Menschen entlassen", sagte Thumann dem Handelsblatt. "So können wir uns nicht aufstellen."

DÜSSELDORF. Vor wenigen Tagen hatte die Deutsche Bank eine heftige politische Debatte ausgelöst, weil sie ungeachtet eines Rekordgewinns die Streichung von 6 400 Stellen angekündigt hatte.

Mit dem Begriff "Shareholder Value" habe er große Probleme, sagte Thumann. Wichtig sei eine verantwortliche Unternehmensführung, die auf langfristigen Erfolg ausgerichtet sei. "Dies liegt mir mit den Erfahrungen eines Familienunternehmers besonders am Herzen."

Von der Regierung verlangte der BDI-Präsident eine deutlich investitionsfreundlichere Unternehmensbesteuerung. Notwenig sei eine drastische Senkung der Steuerlast auf Gewinne, die nicht an Anteilseigner ausgeschüttet würden, sondern im Unternehmen verblieben. Sollte die Regierung dies umsetzen, sei er sich sicher, "dass in der Folge verstärkt in Deutschland investiert werden wird."

Die in der Vergangenheit nicht immer reibungsfreie Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeberdachverband BDA möchte Thumann enger gestalten. Das Ziel sei eine möglichst "enge Abstimmung nicht nur mit dem BDA, sondern auch mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag".

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