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08.12.2014

16:42 Uhr

Deutscher Autobauer in Amerika

VW will in USA mit Geländewagen punkten

Präsentation auf der Automesse in Detroit? Der deutsche Volkswagenkonzern will in den USA einen eigenen SUV auf den Markt bringen. Die Produktion soll 2016 beginnen und den sinken Absatz in den USA umkehren.

Ein VW-Händler in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee: Beim US-Handel besteht bei VW Verbesserungsbedarf. dpa

Ein VW-Händler in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee: Beim US-Handel besteht bei VW Verbesserungsbedarf.

BerlinVolkswagen will mit sportlichen Geländewagen (SUV) verlorenes Terrain in den USA zurückgewinnen. Auf der Automesse Anfang Januar in Detroit werde der Wolfsburger Konzern die Studie eines SUV mit fünf Sitzplätzen zeigen, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag.

Das Modell sei eine Variante des geplanten siebensitzigen Geländewagens mit dem Arbeitstitel Cross-Blue, dessen Produktion Ende 2016 beginnen soll. Ein VW-Sprecher sagte, auf der Detroiter Autoschau solle ein Konzept-SUV präsentiert werden, nannte aber keine Details.

Volkswagen fährt in den USA bislang weit hinter der Konkurrenz her, weil sich der für den US-Geschmack entwickelte Passat nicht mehr so gut verkauft. Inzwischen steigen die Verkaufszahlen dank des optisch aufgefrischten Kompaktmodells Jetta wieder leicht, jedoch liegt VW in Nordamerika noch hinter seinen Zielen. In den ersten elf Monaten schrumpfte der US-Absatz um elf Prozent auf 333.000 Fahrzeuge.

Wie Ferdinand Piëch einen Weltkonzern schuf

1990er-Jahre

1993: Als Ferdinand Piëch im Januar 1993 den Vorstandsvorsitz von VW übernimmt, kämpft der Konzern mit einem Einbruch des Nordamerikageschäfts, hohen Kosten und Verlusten. Der neue Chef holt den Sanierer José Igancio López nach Wolfsburg. Weil der Spanier Betriebsgeheimnisse mitgenommen haben soll, entbrennt ein langwieriger Rechtsstreit mit seinem alten Arbeitgeber General Motors.
1997: Dank Piëchs Internationalisierungsstrategie laufen fast zwei von drei Autos im Ausland vom Band. 
1998: Mit der Übernahme der Marken Bentley (Foto) und Bugatti steigt Volkswagen ins Luxussegment ein. 
1999: Der Lupo kommt als erstes Drei-Liter-Auto auf den Markt. Im gleichen Jahr übertrifft Volkswagen als erster europäischer Hersteller die Schwelle von 100 Millionen produzierten Fahrzeugen

2000

Mit der im Juni eröffneten Autostadt setzt Piëch sich und dem VW-Konzern ein Denkmal in Wolfsburg. 

2001

Mit dem Luxusmodell „Phaeton“ erweitert VW das Oberklassenangebot. Für die Produktion des Kompaktvans Touran wird mit der IG Metall ein eigenes Tarifmodell entwickelt.

2002

Volkswagen übernimmt die schwedische Scania komplett und stärkt damit das Lkw-Geschäft. Der Aufsichtsrat wählt im April des Jahres Bernd Pischetsrieder zum Vorstandschef. Piëch übernimmt den Vorsitz im Aufsichtsrat.

2007

Im Januar tritt Martin Winterkorn das Amt des Vorstandsvorsitzenden an. Der VW-Konzern liefert 6,2 Millionen Fahrzeuge aus - so viele wie noch nie zuvor. Insbesondere in China, Brasilien und Osteuropa vermeldet VW Zuwächse von bis zu 32 Prozent im Vorjahresvergleich.

2009

Der von VW gesponserte VfL Wolfsburg gewinnt die Deutsche Fußball-Meisterschaft.

2011

Volkswagen legt in Silao in Mexiko den Grundstein für ein neues Motorenwerk. Nach zweijähriger Bauzeit eröffnet in den USA das neue Werk in Chattanooga mit einer Jahreskapazität von 150 000 Autos.

2012

VW hält über eine Holding 100 Prozent der Anteile an der Porsche AG, die als eigenständige Marke geführt wird - der integrierte Konzern von Volkswagen und Porsche entsteht.

„Es ist allen klar, dass wir dort weitere Produkte brauchen“, hatte Betriebsratschef Bernd Osterloh unlängst im Reuters-Interview gesagt. Seiner Ansicht nach müsste VW neben sportlichen Geländewagen auch einen offenen Pritschenwagen (Pick-up) in den USA anbieten. Derartige Fahrzeuge sind dort stark gefragt. „Wir sind in den USA auf dem richtigen Weg, aber wer glaubt, dass das in zwölf Monaten zu schaffen ist, der liegt falsch“, hatte Osterloh gesagt.

Von

rtr

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