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17.01.2005

12:43 Uhr

Deutscher Konzern rechnet mit Folgeaufträgen

Hochtief ist am Bau der längsten Brücke Südamerikas beteiligt

Die 2,6 Kilometer lange Brücke soll eine Verbindung zwischen dem chilenischen Festland und der größten Insel herstellen und in Zusammenarbeit von Hochtief und weiteren vier Partnern ab 2007 gebaut werden. Dieses teilte der größte deutsche Baukonzern am Montag mit.

HB DÜSSELDORF. Das chilenische Bauministerium habe dem Konsortium um Hochtief den Zuschlag zum Bau einer mautpflichtigen Hängebrücke mit einem Investitionsvolumen von rund 400 Mill. Euro erteilt, teilte Hochtief am Montag mit. Als Konsortialführer ist der Essener Konzern an dem Projekt mit 27 % beteiligt. Die 2,6 Kilometer lange „Puente Bicentenario de Chiloe“ im Süden von Chile werde als Betreiberprojekt für die öffentliche Hand (PPP) gebaut, finanziert und 30 Jahre lang betrieben. Hochtief zeigte sich zuversichtlich, den Zuschlag für ähnliche Projekte zu erhalten.

Mit dem Bau der Brücke soll 2007 begonnen werden, Ende 2012 soll das Bauwerk fertig gestellt sein. Neben Hochtief gehören dem Konsortium der französische Baukonzern Vinci und das US-Unternehmen American Bridge mit je 27 % sowie die chilenischen Unternehmen Besalco und Tecsa mit jeweils 9,5 % an.

Entwicklungsschub für den Süden Chiles erhofft

Das Bauwerk soll das Festland mit der größten chilenischen Insel Chiloe rund 1200 Kilometer südlich von Santiago de Chile verbinden und als Teilstück der legendären „Panamericana“ die Entwicklung der südlichen Landesteile vorantreiben. Mit Hilfe der Brücke, die über einen einzigen, 180 Meter hohen Mittelpfeiler verfügen wird, soll der stürmische Chacao-Kanal künftig in weniger als drei Minuten überwunden werden können. Derzeit kostet eine Querung für Fahrzeuge per Schiff rund zehn Euro.

Einschließlich der neuen Brücke ist Hochtief in Chile an drei Mautprojekten mit einer Investitionssumme von mehr als einer Milliarde Euro beteiligt. Im Herbst hatte der Konzern den Zuschlag für einen Tunnel in Santiago de Chile erhalten. In der zweiten Jahreshälfte 2005 soll eine mautpflichtige Stadtautobahn in Betrieb gehen. Weltweit ist Hochtief an 19 PPP-Projekten mit einem Volumen von rund 8,5 Mrd. Euro beteiligt.

Hochtief rechne in seinem PPP-Geschäft in nächster Zeit mit weiteren wichtigen Aufträgen, sagte eine Konzernsprecherin. „Wir sind für mehrere bedeutende Projekte prä-qualifiziert.“ Die Prä-Qualifikation ist im Baugeschäft die Voraussetzung für einen endgültigen Zuschlag.

Anfang des Jahres hatte der Konzern sein Geschäft mit Betreiberprojekten für die Öffentliche Hand in eine eigene Gesellschaft ausgelagert. Bis 2009 rechnet Hochtief allein in Deutschland mit PPP-Ausschreibungen in einem Volumen von rund sechs Mrd. Euro.

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