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02.02.2012

16:46 Uhr

Deutscher Pkw-Markt

Bei Auto-Neuanmeldungen wird getrickst

Experten zufolge lebt der Pkw-Markt in Deutschland derzeit von Rabatten. Hersteller und Händler lassen demnach neue Autos vorübergehend auf sich selbst zu. Überraschend gut waren die Geschäfte für Händler in den USA.

Deutsche Privatleute haben sich im Januar beim Autokauf zurückgehalten. dapd

Deutsche Privatleute haben sich im Januar beim Autokauf zurückgehalten.

HamburgDie Verbraucher in Deutschland haben zu Jahresbeginn einen großen Bogen um die Autohändler gemacht. Mit gut 210.000 Einheiten kamen nach Angaben des Flensburger Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) im Januar zwar fast soviele Neuwagen auf die Straßen wie vor Jahresfrist. Das lag Experten zufolge aber vor allem an den Herstellern und Händlern selbst, die neue Autos vorübergehend auf sich selbst zuließen, um sie dann später als junge Gebrauchtwagen oder Tageszulassungen mit hohen Preisabschlägen zu verkaufen.

Annähernd zwei Drittel der Neuwagen waren laut KBA im Januar gewerbliche Zulassungen. Darunter fällt auch das Flottengeschäft mit großen Autovermietern und Firmenwagen. Der Importeursverband VDIK erklärte, Privatleute hätten sich im Januar beim Autokauf zurückgehalten. Das Center Automotive Research (CAR) an der Uni Duisburg-Essen geht davon aus, dass etwa ein Viertel der Neuanmeldungen dem Flottengeschäft zugerechnet werden kann. Weitere bis zu zehn Prozent nehmen in der Regel die Autovermieter ab. „Der Rest ist, auf Deutsch gesagt, getürkt“, sagte Institutsleiter Ferdinand Dudenhöffer.

Dagegen sprach der VDIK von einer Stabilisierung der Nachfrage. „Nach dem guten Automobiljahr 2011 freue ich mich über die Steigerung der gewerblichen Nachfrage im Januar und bin sicher, dass diese in den nächsten Monaten noch bleiben wird“, erklärte Verbandspräsident Volker Lange.

Während die privaten Autokäufe zu Jahresanfang auf der Stelle traten, übertrafen die Neuzulassungen bei den Nutzfahrzeugen die hohe Nachfrage vor Jahresfrist. Insgesamt seien mehr als 23.000 Lastwagen, Busse und Sattelschlepper neu registriert worden, drei Prozent mehr als im Vorjahr, teilte der VDIK mit. Gefragt waren den Angaben zufolge vor allem Transporter und Stadtlieferwagen.

Vor einem Jahr war der Pkw-Markt mit einem Zulassungsplus von 16 Prozent gestartet. Bis zum Jahresende wurden knapp 3,2 Millionen Wagen neu registriert, neun Prozent mehr als 2010. Die Autobauer machten hierzulande also glänzende Geschäfte, während die Automärkte in Südeuropa zum Teil stark unter den Folgen der Schuldenkrise litten. Experten erwarten, dass die Pkw-Nachfrage in Europa in diesem Jahr schrumpft. Allerdings nimmt die Bedeutung Westeuropas für die Hersteller ohnehin ab, da der Markt als gesättigt gilt. Viele Menschen haben bereits mindestens ein Auto. Die Musik spielt in Schwellenländern wie China, Brasilien und Indien. Daneben hoffen die Hersteller auf eine Erholung in den USA.

Kommentare (1)

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cashca

02.02.2012, 19:42 Uhr

Bei Auto-Neuanmeldungen wird getrickst
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Da wird seit ewigen Zeiten getrickst.
Nur, hier profitiert in der Regel der Kunde- der Käufer.
Also, was solls.So mancher würde unter anderen Umständen gar nicht kaufen.

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