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15.06.2015

07:23 Uhr

Deutscher Tesla-Chef Schröder

Echte Elektro-Förderung statt Papierkrieg

VonPhilipp Schröder

Nur eine finanzielle Förderung der Elektromobilität in Deutschland wird es heimischen Autobauern ermöglichen, sich im Wettbewerb zu positionieren, meint der deutsche Tesla-Chef Schröder. Ein Gastkommentar.

Zeit für eine kritische Bilanz

BerlinDas Ziel der Bundesregierung ist ambitioniert: Die Schaufensterpolitik und das E-Mobilitätsgesetz sollen in den nächsten vier Jahren knapp eine Million elektrische Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen bringen, ein Ziel, das dem ureigenen Interesse der deutschen Automobilindustrie dient.

In diesem globalen Zukunftsmarkt, der Elektromobilität, soll Deutschland von Anfang an Taktgeber für Standards und die weitere globale Marktentwicklung werden – hohe Absatzzahlen im Heimatmarkt sind der Schlüssel dazu. Gelingt der zügige Hochlauf der Stückzahlen in Deutschland vor anderen Märkten, wäre das ein entscheidender Wettbewerbsvorsprung der heimischen Industrie, die zum globalen Leitanbieter aufsteigen würde. So jedenfalls sieht der Plan aus, den die Bundesregierung vor einigen Jahren formulierte.

Auf der Nationalen Konferenz zur Elektromobilität in Berlin wäre es an der Zeit, eine kritische Zwischenbilanz zu ziehen. Denn in der Realität greift keines der gewählten Instrumente, um die „Energiewende auf der Straße“ voranzutreiben. Fahrer von Elektrofahrzeugen müssen sich heute durch viel Papier wühlen, um überhaupt einen Zuschuss etwa zur Leasingrate aus den Schaufensterprojekten zu bekommen. Die Elektrowende wird so zum Papierkrieg.

Der Zuschuss selbst wird dann nur über ausgewählte Finanzanbieter ausgezahlt. Und die Finanzinstitute der Autokonzerne sind eher daran interessiert, die hauseigenen Elektroautos im Markt zu platzieren, statt an einer flächendeckenden Verbreitung der elektrischen Mobilität zu arbeiten. Ein riesiger, hässlicher Aufkleber auf jeder Fahrzeugseite verjagt letztlich noch den letzten potenziellen Antragsteller.

Auch das E-Mobilitätsgesetz ist an Unzulänglichkeit und Inhaltsleere kaum zu überbieten. Kommunen dürfen, falls sie wollen, Elektro- und Hybridfahrzeugen die Benutzung der Busspuren erlauben, wenn das Fahrzeug mit eine, - Achtung Überraschung - Aufkleber und Sonderkennzeichnen versehen wird.

Wenn die Kanzlerin der Elektromobilität in Deutschland wirklich helfen will, muss sie Anreize setzen, die den Massenmarkt effektiv stimulieren. Eine zeitlich begrenzte finanzielle Förderung würde auch nicht - wie weit verbreitet angenommen etwa Unternehmen wie Tesla helfen – im Gegenteil sie hilft vor allem den etablierten deutschen Herstellern. Denn diese können nicht wie Tesla auf der grünen Wiese beginnen und sind daher gezwungen Investitionen und eine Änderung Ihrer Modellpolitik zu refinanzieren, dies geht jedoch nur in einem Volumenmarkt. Entsteht dieser Markt aber zuerst in anderen Märkten, fehlt den Deutschen die Lernkurve und schlicht die Zeit zur Umstellung.

Kommentare (42)

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Herr Peter Silberg

15.06.2015, 08:21 Uhr

An dieser Stelle wäre auch die Ansicht von Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der Autoindustrie, interessant. Ist Elektromobilität nur ein grünes Feigenblatt? Wie sollen sich die Investitionen der Automobilhersteller amortisieren, wenn zukünftig immer weniger PKW mit Verbrennungsmotor vom Band laufen sollen? Was sagen die Automobilzulieferer dazu, wenn demnächst keine Verbrennungsmotoren, Abgasanlagen, Getriebe, etc. mehr benötigt werden sollen?

Account gelöscht!

15.06.2015, 08:52 Uhr

Das E-Auto wird schon seit über hundert Jahren gefördert und erforscht. Und vor hundert Jahren konnte das E-Auto sich nicht gegen den Benziner oder Diesel durchsetzen und dies wird auch in Zukunft so sein. Die Förder-Subventionsgelder, die in die E-Mobilität fließen sind Subventionen in eine Branche, die keine wirtschaftliche Wertschöpfung für die Zukunft darstellt und nur eines mit sich bringt....Werte Vernichtung und Stillstand. Das gleiche ist bei der Energiewende = EEG (Subvetionsgesetz) zu sehen. Deutschland wird polititisch in den Stillstand-Innovationsmodus gefahren. Die Marktwitschaft und damit die wertschöpfende Forschung und Entwicklung = Wissenschaft wird durch das EEG = Energiewende und den anderen EE-Subventionen komplett außer kraft gesetz. Mangel und Armut werden die Folgen in der Volkswirtschaft von Gesellschaft und Wissenschaft sein.

Herr Franz Paul

15.06.2015, 09:22 Uhr

Die Elektromobilität ist eine Erfindung der Amerikaner, weil sie immr noch keine effizienten Verbrennungsmotoren bauen können. Oder kann der Autor mir EIN amerikanisches Fahrzeug nennen, was auf der Welt ausserhalb Amerikas wirklich erfolgreich wäre? Und weiter: Ein Elektrofahrzeug hat einen Systemwirkungsgrad (begonnen bei der Energieerzeugung, d.h. im Kraftwerk!!!!) von 25 %! Das wird in offiziellen Verlautbarungen immer unterschlagen. Da liegen moderne (deutsche) Turbodiesel weit darüber. Kann jeder selber googeln, der das will!
Und ganz so doof ist der deutsche Michel doch nicht, dass er sich das von USAMerkel aufschwatzen lässt. Jedenfalls nicht wenn es um sein heilix Blechle geht.

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